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So gefährlich ist Sekundenschlaf am Steuer

Ob Dienstfahrt oder Arbeitsweg: Wer sich mit Müdigkeit ans Steuer setzt, gefährdet sich selbst und andere. Denn: Sekundenschlaf kann zu schweren Unfällen führen.

Mit Müdigkeit Autofahren ist eine oftmals unterschätzte Gefahr. Darüber hinaus sind die ergriffenen Maßnahmen vieler Autofahrer gegen den Sekundenschlaf häufig falsch und wirkungslos. Mitten in der Nacht, beziehungsweise in den frühen Morgenstunden sei die Einschlafneigung hinter dem Steuer und damit die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Sekundenschlafes besonders hoch, sagt Andrea Häußler von TÜV SÜD. »Wer kurz einnickt, legt binnen drei Sekunden bei einer Geschwindigkeit von Tempo 100 über 80 Meter im Blindflug zurück. In dieser kurzen Zeit kann ein schwerer Unfall verursacht und Menschenleben gefährdet werden.«

Wie Häußler berichtet, gibt es keine plötzliche Müdigkeit beim Autofahren. Diese mache sich bemerkbar. Übersehen von Verkehrszeichen, wechselndes Tempo und Probleme beim Spurhalten sind die ersten Anzeichen. Weitere Anzeichen sind Frösteln, gedankliches Abschweifen und Nervosität. Fallen ungewollt die Augen zu oder schreckt man plötzlich zusammen, sei bereits Alarmstufe rot erreicht. »Die Warnsignale des Körpers sind sehr individuell, aber man kann sie lernen«, weiß Häußler.

Aufgrund des menschlichen Biorhythmus ist Müdigkeit in der Regel zu bestimmten Zeiten besonders ausgeprägt. Ein sogenannter biologischer Tiefpunkt ist in der zweiten Nachthälfte zwischen zwei und fünf Uhr morgens. Ein weiterer ist nachmittags gegen 14 Uhr. Zu diesen Zeiten häufen sich die Unfälle, für die Müdigkeit ursächlich ist. Gegen Müdigkeit hilft weder Willensstärke noch Koffein in Kaffee oder Energy Drinks. Letzteres kann die Aufmerksamkeit lediglich kurzfristig erhöhen. Die Müdigkeit kommt wieder und lässt sich nicht bezwingen.

Zur Vorbeugung von Schlafattacken rät Häußler Autofahrern, grundsätzlich nach zwei bis drei Stunden am Lenkrad eine Pause einzulegen. Wichtig sei ebenso, nur ausgeruht zu starten und sich bei Pausen an der frischen Luft zu bewegen. Dennoch: Fordert der Körper Schlaf ein, hilft auch nur Schlaf. Schon ein Kurzschlaf von etwa zehn bis zwanzig Minuten kann Erholung bringen und die Leistungsfähigkeit wieder erhöhen. »Zwar glauben viele Autofahrer, dass sie tagsüber gar nicht einschlafen können«, weiß die TÜV SÜD-Expertin aufgrund ihrer Beobachtungen. »Erfahrungsgemäß tun es die meisten trotzdem, sobald sie auf einem dunklen, ruhigen und sicheren Platz parken.«

Quelle/Text: TÜV Süd, Redaktion arbeitssicherheit.de (SL)

Foto: © Photographee.eu – stock.adobe.com
 

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