Fachbeitrag  Arbeitssicherheit  

Lampen, Heizungen und PCs – so lässt sich der Energieverbrauch optimieren

Lampen, Heizungen und PCs können sich zu Energiefresser entwickeln, wenn man nicht die richtigen benutzt. Auch eine falsche Handhabung kann zu einem erhöhten Energieverbrauch führen. Im fünften Teil unserer Serie »Energieeffizienz in Unternehmen« stellen wir Ihnen weitere Energiefresser vor und erläutern, wie sich ihr Hunger nach Energie dämpfen lässt.


Beleuchtung

Die Beleuchtung ist ein besonders großer Kostenfaktor in Handel und Verwaltung und macht dort bis zu 70 Prozent des Stromverbrauchs aus. Effizienzfaktoren sind:

  • optimal dimensionierte Anlagen
  • tageslichtabhängige Steuerung / Dimmung
  • Nutzung von Tageslicht / Lichtlenkung
  • Energiesparlampen
  • Leuchtstoffröhren mit elektronischem Vorschaltgerät
  • Bewegungsmelder / Zeitschaltuhren (zum Beispiel für sanitäre Anlagen, Flure, Lagerräume)

Beispiel: In der Halle eines Automobilzulieferers werden 1.000 alte »Neonröhren« durch 750 Dreibanden-Leuchtstoffröhren mit elektrischem Vorschaltgerät ersetzt: Die Stromkosten sinken um mehr als 5.000 Euro pro Jahr.

Heizung und Warmwasser

Die Ansatzpunkte zur energetischen Optimierung bei Heizung und Warmwasser sind: Niedertemperaturkessel, Wärmepumpen, Erdwärmetauscher.

Beispiel: Im Zuge eines standortübergreifenden Energiemanagements eines Chemieunternehmens wird unter anderem eine thermische Nachverbrennungsanlage optimiert (Turbinen und Brennkammer). Nun wärmt ein Rohrbündelwärmetauscher das Kesselspeisewasser mit überschüssigem Heizdampf vor. Ersparnis: Der Erdgasverbrauch sinkt um 72 Prozent, die Amortisationszeit für die Technik beträgt weniger als ein Jahr

Büro / Green IT

Wussten Sie schon, dass einmal googeln genau so viel Energie verbraucht wie eine elf-Watt-Lampe, die eine Stunde lang brennt? Der Strombedarf für Informations- und Kommunikationstechnik steigt stetig an und hat in Deutschland bereits zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs überschritten. Rechenzentren verbrauchen weltweit bereits ein Prozent des produzierten Stroms, Tendenz steigend.

Experten schätzen, dass die Energiekosten durch Green IT im Rechenzentrum um bis zu 35 Prozent gesenkt werden können und um immerhin noch 25 Prozent im Büro. Green IT setzt an folgenden Punkten an:

  • Stand-by-Verbrauch vermeiden, Geräte per ausschaltbarer Steckdosenleiste oder Master/Slave-System vollständig vom Netz trennen
  • intelligente Kühlkonzepte für Rechenzentren nutzen (direkte oder indirekte freie Kühlung)
  • Beispiel: Eine große Behörde ersetzt 600 Desktop-PCs stufenweise durch energieeffiziente Notebooks. Gleichzeitig startet eine Aktion zur Nutzermotivation. Das Ergebnis: 82 Prozent weniger Stromkosten pro Computer.

Zu weiteren energierelevanten Unternehmensbereichen zählen die Gebäudehülle (Dämmung) sowie Transport und Logistik (Fuhrparkmanagement, verbrauchsarme Fahrzeuge).

Bereichs- und branchenübergreifend stellen sich folgende Prinzipien als häufige und entscheidende Faktoren zur Verbesserung der Energieeffizienz heraus:

  • Lösungen sind übergreifend und bedarfsgerecht konzipiert.
  • Geräte werden nach dem Stand der Technik und in richtiger Dimensionierung eingesetzt, um Wirkungsgrade und Auslastung zu optimieren.
  • Prozesse werden intelligent und vernetzt gesteuert sowie ständig präzise überwacht.
  • Zuvor ungenutzte Abwärmeströme werden genutzt.
  • Jeder unnötige Energieverbrauch wird vermieden.
  • Sorgfältige Wartung und Instandhaltung sorgen für optimalen Betrieb von Anlagen.

Autor: Dr. Friedhelm Kring
Foto: © Iakov Kalinin - Fotolia.com



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