News  Arbeitssicherheit, PSA  

Lärm: Gefahren für junge Beschäftigte

Seit Jahren zählt Lärmschwerhörigkeit zu einer der häufigsten Berufskrankheiten. Das Risiko für junge Beschäftigte auf dem Bau ist besonders hoch. Denn: Sie setzen sich neben dem Arbeitslärm zusätzlich lauter Musik in der Freizeit aus.


Ob Sägen, Hämmern oder Bohren: Der Lärm auf dem Bau ist eine Belastungsprobe für die Ohren. Ist das Gehör dem ungeschützt ausgesetzt, kann dies zu unheilbaren Erkrankungen führen. Wie wichtig lärmbewusstes Handeln für den Baunachwuchs ist, darauf macht die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) aufmerksam. Denn für etwa 31 Prozent aller anerkannten Berufskrankheiten ist Lärm verantwortlich.

Lärmbelastungen auf dem Bau

Eine schwere Erdbaumaschine sorgt für etwa 90 Dezibel (dB(A)), bei einer Baukreissäge oder einem Borhammer sind es über 100. Das bedeutet: Bau-Mitarbeiter müssen sich vor diesem Lärm schützen. Sind Personen einer anhaltenden Lärmbelastung von 85 dB (A) oder einem Knall über 137 dB (C) ungeschützt ausgesetzt, können unheilbare Schäden die Folge sein. Betriebe müssen Arbeitsplätze ab einer Schallstärke von 85 dB (A) als Lärmbereiche kennzeichnen. In diesen Bereichen sind technische Maßnahmen zu treffen, die Lärm bei Arbeitsverfahren und Maschinen reduzieren. Dazu zählen beispielsweise schallreduzierte Schleifscheiben, Sägeblätter oder rückschlagfreie Kunststoffhämmer.

Maßnahmen gegen Lärm

Darüber hinaus kommen organisatorische Maßnahmen in Betracht, wenn genannte Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Die BG Bau rät dazu, Maschinen einzukapseln, Räume schalldämmend auszukleiden, mobile Schallschutzwände zu verwenden sowie Lärmarbeitsplätze von ruhigen zu trennen. Ist der Lärm nicht zu vermeiden, ist ein persönlicher Gehörschutz notwendig. Dies sind zum Beispiel Ohrenstöpsel oder Kapselgehörschutzer. Besteht eine durchschnittliche Lärmbelastung von 80 dB (A), müssen Arbeitgeber an einem achtstündigen Arbeitstag Gehörschutz zur Verfügung stellen. Ab einer Lautstärke von 85 dB(A) sind Beschäftigte verpflichtet, diesen Gehörschutz auch zu tragen.

Risikofaktoren für junge Beschäftigte

Lärmschwerhörigkeit entsteht meist schleichend über die Jahre hinweg. Das Risiko einer Schädigung steigt durch hinzukommenden Freizeitlärm, wenn sich das Gehör nicht regenerieren kann. Insbesondere Jugendliche sorgen mit lauter Musik auf Kopfhörern für einen hohen Lärmpegel, der zwischen 80 und 120 dB (A) liegt. Wichtig ist es daher, gerade Auszubildende über Lärmgefahren in Beruf und Freizeit aufzuklären. Unternehmen können mit verantwortungsbewusstem Handeln zur Verminderung von Lärm beitragen.

Quelle/Text: BG Bau, Redaktion arbeitssicherheit.de (SL)
Foto: © djama - Fotolia.com


Tag gegen Lärm: Lesen Sie auch » Lärm – ein unterschätztes Gesundheitsrisiko « >>

Weitere Nachrichten zum Thema Arbeitssicherheit

Alle Beiträge

Exklusive Produktempfehlungen aus unserem umfangreichen Online-Shop

Lexikon Explosionsschutz Dr. Dyrba

Lexikon Explosionsschutz
von Dr.-Ing. Berthold Dyrba

Wichtige Begriffe des Explosionsschutzes und angrenzender Bereiche

Ca. 2.300 Begriffe zum Explosionsschutz und verwandten Themen, wie z. B. Normung, Gefahrstoffe, Betriebs-, Geräte- und Produktsicherheit.
2. Auflage 2009

Zum Produkt
Arbeitsstättenverordnung

Arbeitsstättenverordnung
von Dr. jur. Kurt Kreizberg

mit Technischen Regeln für Arbeitstätten (ASR) und weiteren Rechtsvorschriften
ca. 600 Seiten
Carl Heymanns Verlag

Zum Produkt
Gefahrstoffrecht und Chemikaliensicherheit

Gefahrstoffrecht und Chemikaliensicherheit
von Wolfram Weinmann / Hans-Peter Thomas / Dr. Helmut A. Klein

Vorschriftensammlung mit Kommentierung und EU-Verordnungen
Zweibändige Ausgabe mit CD-ROM
1. Auflage 2005
ca. 1300 Seiten, Loseblattwerk mit CD-ROM
Carl Heymanns Verlag

Zum Produkt
CHV-16 Betriebssicherheitsverordnung

CHV 16, Betriebssicherheitsverordnung
von Carl Heymanns Verlag (Hrsg.)

10. Auflage 2017
ca. 284 Seiten
Carl Heymanns Verlag

Zum Produkt