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Corona-Pandemie lässt Arbeitsunfallzahlen sinken

Veränderte Arbeitsbedingungen während der Corona-Pandemie lassen Arbeitsunfallzahlen sinken.
Foto: © kokliang1981 - stock.adobe.com

Die Zahl der Arbeitsunfälle sinkt im Jahr 2020 auf ein Allzeittief. Hintergrund sind veränderte Arbeitsbedingungen während der Corona-Pandemie. Die Verdachtsanzeigen auf Berufskrankheiten haben hingegen stark zugenommen.

Die Entwicklung von Arbeitsunfällen und Anzeigen bei Verdacht auf eine Berufskrankheit veröffentlicht jedes Jahr die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV). Die Statistik basiert auf Kennzahlen der Berufsgenossenschaften und Unfallkassen. Für das Jahr 2020 sank die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle um 13 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, von 871.547 auf 760.492. Die Zahl der Wegeunfälle belief sich auf 152.823. Das ist ein Rückgang um rund 18 Prozent. Die rückläufigen Zahlen lassen sich mit den veränderten Arbeitsbedingungen wie Homeoffice und reduzierte Mobilität während der Corona-Pandemie erklären.

Auch haben sich weniger tödliche Unfälle bei der Arbeit oder auf Arbeitswegen ereignet. 399 Beschäftigte starben 2020 in Folge eines Arbeitsunfalls, 98 weniger als im Vorjahr. Bei tödlichen Wegeunfällen ging die Zahl um fast 23 Prozent auf 238 zurück. Der starke Rückgang bei tödlichen Arbeitsunfällen ist nur bedingt auf die Pandemie zurückzuführen. Die Zahl tödlicher Arbeitsunfälle habe im Jahr 2019 außerordentlich hoch gelegen, da nach Abschluss von Strafprozessen einige Todesfälle aus den Jahren 2000 bis 2005 mit in die Statistik zählten. 

Bei den Unfallversicherungsträgern sind im Jahr 2020 fast 33 Prozent mehr Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit eingegangen als im Vorjahr. Insgesamt erhielten sie 106.491 Verdachtsanzeigen. 30.329 davon bezogen sich auf eine Erkrankung an Covid-19. Unter bestimmten Voraussetzungen können Beschäftigte in medizinischen Bereich eine Erkrankung an COVID-19 als Berufskrankheit anerkennen lassen. Ohne die Meldungen im Zusammenhang mit Corona zeigt sich bei den restlichen Berufskrankheiten ein leichter Rückgang.

Über 101.206 Verdachtsanzeigen wurde entschieden. Das Vorliegen einer Berufskrankheit bestätigte sich in 52.956 Fällen. Das ist ein Plus von 50 Prozent. In 37.181 Fällen wurde eine Berufskrankheit anerkannt. Im Vergleich zum Vorjahr 2019 entspricht dies einem Anstieg von mehr als 100 Prozent.
 
Quelle/Text: DGUV / Redaktion arbeitssicherheit.de (SL)

Statistik: Lesen Sie auch »Arbeitsunfallzahlen in der Corona-Krise« >>

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