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Arbeitsbedingte Knieschmerzen reduzieren

Viele Beschäftigte in Deutschland leiden an arbeitsbedingten Knieschmerzen. Was Betroffene und ihre Arbeitgeber tun können (oder müssen) erfahren Sie hier.


Arbeitsbedingte Knieschmerzen treten häufig auf

Knieschmerzen, die durch falsche Belastung während der Arbeit entstehen, können schwerwiegende Folgen haben. Aktueller Fall: Die Tennis-Profispielerin Sabine Lisicki muss laut Spiegel Online wegen Knieproblemen vorzeitig die Tennis-Saison 2015 beenden. Mit ihren Knieschmerzen ist die Sportlerin nicht allein.

Produzierende Berufe sind häufig betroffen

Laut des Faktenblatts »Achtung bei kniender oder hockender Körperhaltung - Knieschmerzen in der Erwerbsbevölkerung« der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), das auf der Befragung von über 20.000 berufstätigen Personen basiert, klagt jeder fünfte Beschäftigte über Schmerzen im Knie, unabhängig von der Altersgruppe (lediglich die Quote steigt mit zunehmendem Alter an). Dabei sind Beschäftigte in Verwaltungsberufen weniger stark von Knieschmerzen betroffen als Angestellte im produzierenden Gewerbe. Das liegt laut des Faktenblatts daran, dass in Produktionsberufen verstärkt in ungünstigen Körperhaltungen gearbeitet wird.

Der Schmerz im Knie entsteht meist durch eine falsche Haltung bei der Ausübung der beruflichen Tätigkeit. Vor allem das Heben und Tragen schwerer Gegenstände, aber auch das Knien und Hocken über einen längeren Zeitraum hinweg belasten das Kniegelenk massiv. Kälte und Regen - also klimatische Verhältnisse - können zusätzliche Belastungsfaktoren sein. Bei Sabine Lisicki dürften die Knieprobleme durch die abrupten Abstopp-Bewegungen beim Tennis verursacht sein.

Entlastende Maßnahmen - das können oder müssen Unternehmen tun

Was lässt sich gegen arbeitsbedingte Knieschmerzen tun? Grundsätzlich ist der Arbeitgeber laut der BAuA dazu verpflichtet im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung nach dem Arbeitsschutzgesetz, die Arbeitsplätze der Beschäftigten auch im Hinblick auf die Körperhaltung zu analysieren und wenn nötig zu verändern.

Abgesehen davon müssen Beschäftigte, die aufgrund ihrer Tätigkeit häufiger - ab einer Stunde pro Tag - im Knien oder hockend arbeiten, durch ihren Arbeitgeber über mögliche gesundheitliche Folgen informiert werden. Gemäß der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV) haben sie das Recht auf eine Beratung durch den Betriebsarzt.

Viele Unternehmen bieten Betriebssportarten an. Knieschmerzgeplagte können diese gesundheitsfördernden Maßnahmen nutzen.

Knieschmerz ade - das können Betroffene tun

Abgesehen von den Angeboten des Arbeitgebers können Betroffene auch eigene Maßnahmen ergreifen, zum Beispiel in ihrer Freizeit für genügend Bewegungsausgleich sorgen. Schwimmen wirkt sehr entlastend auf die Gelenke.

Wichtig ist auch, körperliches Übergewicht zu vermeiden oder durch geeignete Ernährungsweisen zu reduzieren.

Das Faktenblatt enthält weitere interessante Informationen zum Thema Knieschmerzen. Die BAuA bietet es als kostenlosen Download auf ihrer Internetseite an.

Quelle/Text: BAuA, Spiegel Online, Redaktion arbeitssicherheit.de
Foto: Kadmy - Fotolia.com


Prävention: Lesen Sie auch »Mit richtiger Körperhaltung den Rücken schonen« >>

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