Fachbeitrag  Arbeitssicherheit  

So lässt sich Schichtarbeit besser gestalten

Schichtdienst ist für Betroffene oft eine gesundheitliche wie soziale Heraudforderung.
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Wechselnde Schichtarbeitszeiten stellen für viele Beschäftigte nicht nur ein gesundheitliches, sondern auch ein soziales Problem dar. Unternehmen können ihnen bei der Bewältigung der Schwierigkeiten helfen.

Schichtarbeit ist eine besondere Form der Arbeitszeitgestaltung. Sie kommt immer dann zum Einsatz, wenn in einem Unternehmen länger und außerhalb der normalen Arbeitszeiten gearbeitet werden soll oder muss, etwa in der Produktion oder in der Krankenpflege. Häufig gibt es Früh-, Spät- und Nachtschichten. Beschäftigte arbeiten zu verschiedenen, teils wechselnden oder ungewöhnlichen Zeiten. Das ist ganz schön anstrengend sowohl für den Kopf als auch für den Körper. Mittlerweile gibt es Untersuchungen, die gesundheitliche und psychologische bzw. soziale Folgen der Schichtarbeit nachweislich belegen.

Zu den gesundheitlichen Folgen zählen Schlafstörungen, eine hohe psychische Beanspruchung, Verdauungsprobleme sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Doch auch die sozialen Beeinträchtigungen sind belastend: Beschäftigte im Schichtdienst arbeiten oft zu Tageszeiten, an denen Personen aus ihrem sozialen Umfeld schlafen oder – umgekehrt – sie holen ihren Schlaf nach, wenn die anderen ihren alltäglichen Aufgaben und Freizeitaktivitäten nachgehen. Ein soziales Miteinander ist in diesen Fällen schwer zu vereinbaren, wenn nicht sogar unmöglich.

Das Mittel der Gefährdungsbeurteilung nutzen

Der Jobwechsel stellt eine Möglichkeit dar, den Schwierigkeiten des Schichtdienstes entgegenzuwirken, aber nicht die einzige. Arbeitgeber selbst können unterstützende Maßnahmen ergreifen, um ihren, im Schichtdienst Angestellten das Leben zu erleichtern und deren Gesundheit zu fördern. Als Arbeitsmittel steht ihnen die – sowieso gesetzlich vorgeschriebene – Gefährdungsbeurteilung zur Verfügung. Sie ist das zentrale Element im betrieblichen Arbeitsschutz und die Grundlage für ein systematisches und erfolgreiches Sicherheits- und Gesundheitsmanagement. Sie unterstützt die Arbeitgeber bei der Erarbeitung von angemessenen Maßnahmen. Dazu können beispielsweise die Reduzierung der aufeinander folgenden Nachtschichten oder die Einführung einer vorwärts gerichteten Rotation im Schichtdienst zählen. Das bedeutet, dass Schichtarbeiter von der Früh- zur Spät- und dann in die Nachtschicht wechseln. Der Biorhythmus des Menschen kommt damit besser klar.

Alle erarbeiteten Maßnahmen zusammengenommen helfen dabei, die Gesundheit von Schichtarbeitern zu fördern, Unfallrisiken zu minimieren und Gefährdungen weitestgehend auszuräumen.

Öffentlichkeitsarbeit erleichtert Veränderungen

Unternehmen können ihren Beschäftigten auch bei anstehenden Veränderungen im Schichtdienst helfen. Zum Beispiel, wenn neue Zeitmodelle eingeführt werden sollen. Meist reagieren die von den Veränderungen Betroffenen zunächst mit Ablehnung und Unverständnis. Immerhin sollen jahrelange Arbeitsgewohnheiten, wie das Zusammenarbeiten mit vertrauten oder gut eingearbeiteten Kollegen aufhören. Die positiven – meist gesundheitsfördernden – Effekte der Umstellung werden häufig nicht oder erst viel später verstanden.

Der Unternehmensführung steht hier das Mittel der Öffentlichkeitsarbeit zur Verfügung: Sie können ihre Belegschaft rechtzeitig aufklären, informieren und in den Veränderungsprozess einbinden. So können sie frühzeitig für Akzeptanz werben und Vorbehalten gegenüber den Veränderungen vorbeugen.

Quelle/Text: BGHM, Redaktion arbeitssicherheit.de

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