Instandhaltung birgt Gefahren

Instandhaltungen gewährleistet die Sicherheit des Arbeitsplatzes und der Arbeitsbedingungen.Für den Instandhalter selbst aber sind diese Arbeiten mit sehr hohen Risiken verbunden. Unternehmen müssen daher geeignete Schutzmaßnahmen treffen.


Die Instandhaltung von Maschinen und Gebäuden ist für die Risikoprävention und für gesunde Arbeitsbedingungen von enormer Wichtigkeit. Unterlassene oder mangelhafte Instandhaltung kann zu schweren oder tödlichen Unfällen führen oder Gesundheitsprobleme verursachen.

Da Instandhaltungsmaßnahmen in allen Arbeitsbereichen anfallen, sind Instandhalter bei der Inspektion, Wartung und Instandsetzung von Maschinen, Anlagen, Geräten oder Einrichtungen besonders hohen Risiken ausgesetzt. Laut einer Auswertung aller tödlichen Arbeitsunfälle passieren bei Instandhaltungsarbeiten 50 Prozent mehr Unfälle als in der Fertigung. Die häufigste Ursache dafür ist, dass Betriebe nur unzureichend Sicherheits- und Schutzmaßnahmen planen und organisieren.

Solche Unfälle lassen sich vermeiden, wenn die Unternehmen Grundregeln für eine sichere Instandhaltung beachten:

Sicherheitsmaßnahmen planen

  1. Eine gründliche Planung ist das A und O zur Gewährleistung einer sicheren Instandhaltung. Dabei spielt unter anderem die Gefährdungsbeurteilung eine wesentliche Rolle. Die Gefahren müssen ermittelt und entsprechende Maßnahmen zur Beseitigung getroffen werden. Die Sicherheitsmaßnahmen sollten am besten gemeinsam mit den Arbeitnehmern geplant werden, weil die ihren Arbeitsplatz kennen und Risikofaktoren entsprechend beurteilen können.
  2. Hoch qualifiziertes Personal einsetzen
    Zur Instandhaltung sollte nur entsprechend ausgebildetes und unterwiesenes Personal eingesetzt werden. Das gilt auch beim Einsatz von Fremdfirmen.
  3. Den Arbeitsbereich sichern
    Der Arbeitsbereich, in dem Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden, muss abgesperrt und gesichert sein, damit Unbefugte ihn nicht betreten können. Absperrungen und Warnschilder müssen auf die Arbeiten hinweisen. Gleiches gilt für Schutzvorrichtungen, die bei kleineren Wartungsarbeiten an Maschinen angebracht werden. Auch hier sollte das Entfernen dieser Vorrichtungen nur ausgebildetem Personal erlaubt sein.
  4. Die richtige Ausrüstung verwenden
    Für Instandhaltungsarbeiten gibt es je nach Einsatzbereich spezielles Werkzeug und Geräte. Normales Arbeitswerkzeug ist meist nicht geeignet. Arbeitgeber müssen dafür Sorge tragen, dass passende Einsatzgeräte und eine persönliche Schutzausrüstung für Instandhalter zur Verfügung stehen.
  5. Arbeitspläne einhalten
    Sichere Arbeitsverfahren sollten Vorgesetzen und Mitarbeitern klar kommuniziert und nach einem vorher definierten Arbeitsablauf durchgeführt werden. Darüber hinaus müssen unvorhergesehene Ereignisse in die Planung einbezogen werden. Treten Probleme auf, welche die eigene Kompetenz übersteigen, sind die Tätigkeiten sofort einzustellen.
  6. Kontrolle und Dokumentation
    Um sicher zu stellen, dass die Instandhaltung vollständig durchgeführt wurde, muss eine Endkontrolle erfolgen. Diese ist einem Abschlussbericht zu dokumentieren.

Weitere Informationen zur sicheren Instandhaltung hält die Europäische Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz bereit unter https://osha.europa.eu/

Quelle/Text: EU-OSHA/Redaktion arbeitssicherheit.de
Foto: © michaeljung - Fotolia.com


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