Fachbeitrag  Arbeitssicherheit  

Haut- und Handschutz haben oberste Priorität

Fast ein Drittel aller Anzeigen auf Verdacht einer Berufskrankheit entfallen auf Hauterkrankungen. Betroffen sind in erster Linie die Hände, weshalb Haut- und Handschutz einhergehen müssen.



Haut ist Hauptsache

Bei beruflich bedingten Hauterkrankungen handelt es sich zu 90 Prozent um Ekzeme, die überwiegend an Händen auftreten. Ekzeme können durch bestimmte Tätigkeiten verursacht oder auch verschlimmert werden. Insbesondere kann dies bei Personen vorkommen, die an einer Hauterkrankung leiden, wie Hauttrockenheit oder Schuppenflechte.

Zu den durch äußere Einflüsse verursachten Ekzemen oder auch exogenen Ekzemen zählen die akut toxischen Kontaktekzeme bzw. Abnutzungsekzeme und die allergischen Kontaktekzeme, wie z.B. bei einer Nickelallergie. Akut toxische Ekzeme sind direkt nach dem Kontakt sicht- und spürbar, zum Beispiel nach einer Verätzung. Sogenannte Abnutzungsekzeme dagegen zeigen sich erst nach wiederholtem Kontakt. Sind Ekzeme vor allem durch innere Einflüsse bedingt, zum Beispiel genetisch, so spricht man von einem endogenen Ekzem.

Umsetzung im Hautschutzplan

Wird durch die Gefährdungsbeurteilung eine schädliche Hautbelastung festgestellt, ist ein Hautschutzplan zu erstellen, denn Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemaßnahmen sollten gezielt aufeinander abgestimmt werden. In dem Hautschutzplan sind die Hautschutzmaßnahmen den entsprechenden Tätigkeiten und Arbeitsabläufen zuzuordnen. Hautschutzpläne sollen dabei immer nur überschaubare Tätigkeitsbereiche abdecken. So können in verschiedenen Bereichen mit unterschiedlichem Arbeitsprofil unterschiedliche Hauschutzpläne erforderlich sein.

Ein Hautschutzplan sollte so detailliert wie möglich sein und festlegen, für welche Arbeitsplätze oder Tätigkeitsbereiche welches Hautschutzmittel geeignet ist, welche Mittel für die Handreinigung bestimmt sind und welche zur Hautpflege benutzt werden sollen. Außerdem sollte er Angaben zu den zu verwendenden Schutzhandschuhen machen. Diese Informationen in Form eines Hautschutzplans wie auch die Schutz-, Reinigungs- und Pflegemittel sollte immer an stark frequentierten Plätzen zur Verfügung stehen, zum Beispiel an Wasch- und Pflegeplätzen.

Schutzmaßnahmen nach dem S-T-O-P-Prinzip

Sind nach der Gefährdungsbeurteilung Schutzmaßnahmen festzulegen und durchzuführen, muss im Vordergrund immer die Vermeidung der direkten Belastung durch schädigende Substanzen nach dem Prinzip S-T-O-P stehen, also durch Substitution (Auswechslung), technische, organisatorische oder persönliche Schutzmaßnahmen.

Autor: Hans T. Rosarius

Dies ist eine Kurzfassung. Den vollständigen Artikel finden Sie im arbeitsicherheit.journal (8/2010). Sie interessiert der ganze Artikel? Hier in der Bibliothek anmelden und weiterlesen >>

Hautschutz: Mehr zum Thema »Aufbau und Funktion der Haut« finden Sie hier >>


Weitere Nachrichten zum Thema Arbeitssicherheit

Alle Beiträge

Exklusive Produktempfehlungen aus unserem umfangreichen Online-Shop

Lexikon Explosionsschutz Dr. Dyrba

Lexikon Explosionsschutz
von Dr.-Ing. Berthold Dyrba

Wichtige Begriffe des Explosionsschutzes und angrenzender Bereiche

Ca. 2.300 Begriffe zum Explosionsschutz und verwandten Themen, wie z. B. Normung, Gefahrstoffe, Betriebs-, Geräte- und Produktsicherheit.
2. Auflage 2009

Zum Produkt
Arbeitsstättenverordnung

Arbeitsstättenverordnung
von Dr. jur. Kurt Kreizberg

mit Technischen Regeln für Arbeitstätten (ASR) und weiteren Rechtsvorschriften
ca. 600 Seiten
Carl Heymanns Verlag

Zum Produkt
Gefahrstoffrecht und Chemikaliensicherheit

Gefahrstoffrecht und Chemikaliensicherheit
von Wolfram Weinmann / Hans-Peter Thomas / Dr. Helmut A. Klein

Vorschriftensammlung mit Kommentierung und EU-Verordnungen
Zweibändige Ausgabe mit CD-ROM
1. Auflage 2005
ca. 1300 Seiten, Loseblattwerk mit CD-ROM
Carl Heymanns Verlag

Zum Produkt
CHV-16 Betriebssicherheitsverordnung

CHV 16, Betriebssicherheitsverordnung
von Carl Heymanns Verlag (Hrsg.)

10. Auflage 2017
ca. 284 Seiten
Carl Heymanns Verlag

Zum Produkt