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Studie errechnet den Nutzen einer betrieblichen Gesundheitsvorsorge

Welchen Nutzen hat ein einzelner Euro für die deutsche Volkswirtschaft, den ein Unternehmen in die betriebliche Gesundheitsvorsorge der eigenen Mitarbeiter investiert? Das hat eine aktuelle Studie jetzt herausgefunden. Die Vorteile überwiegen bei Weitem die Investition.


Der Nutzen eines investierten Euros steigt

Aus eins macht mindestens fünf - so lässt sich das Fazit der Studie »Vorteil Vorsorge - Die Rolle der betrieblichen Prävention für die Zukunftsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland« auch umschreiben. Laut der Untersuchung zahlt sich jeder Euro, den ein Unternehmen in die betriebliche Gesundheitsprävention investiert, für die deutsche Volkswirtschaft mit mindestens fünf und maximal bis zu 16 Euro aus.

Der Grund sind sinkende Ausgaben: Sorgt sich ein Unternehmen gut um die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter, verringern sich nicht nur die Krankheitstage, sondern auch die direkten Kosten für Medikamente und die medizinische Behandlung. Werden zusätzlich die indirekten Kosten berücksichtigt, also der krankheitsbedingte Verlust von Fachwissen oder die sinkende Produktivität durch Unwohlsein, fällt der Vorteil eines guten Gesundheitsmanagements noch viel höher aus, so die Analyse. Diese Aspekte sind in der Studie jedoch nicht berücksichtigt.

Krankheiten verursachen Unternehmen hohe Kosten

Eine betriebliche Gesundheitsvorsorge zahlt sich für Unternehmen aus, denn sie hilft, krankheitsbedingte Arbeitsausfälle und damit verbundene Kosten zu vermeiden. Reine Fehlzeiten betragen laut der Studie ein Drittel der Gesamtkosten, die tatsächlich in deutschen Unternehmen durch Krankheit anfallen. Teuer wird es gemäß der Analyse vor allem dann, wenn Beschäftigte trotz Krankheit am Arbeitsplatz erscheinen. Fachleute sprechen in diesem Fall von »Präsentismus«. Dann liefern sie keine gute Arbeit ab und verursachen auch oft noch Fehler.

Auch im Hinblick auf eine immer älter werdende Bevölkerung ist ein betriebliches Gesundheitsmanagement wichtig, so die Untersuchung: »Laut aktueller Hochrechnungen werden die Kosten aufgrund der Überalterung der Gesellschaft und des medizinischen Fortschritts in Zukunft noch weiter steigen.«

Noch wird das Gesundheitsmanagement in deutschen Betrieben nicht ausreichend gefördert, heißt es in dem Bericht. Es fehlen die richtigen Anreize. Außerdem fehlten den Unternehmen Daten zu Kosten und Nutzen einer gut funktionierenden Gesundheitsförderung.

Für die Untersuchung wurden Vertreter von mehr als 20 deutschen Unternehmen befragt, darunter Basf AG, Ikea Deutschland GmbH & Co. KG, Man Nutzfahrzeuge AG, Sap AG und Siemens AG. Durchgeführt wurde sie von der internationalen Strategieberatung Booz & Company im Auftrag der Felix Burda Stiftung.

Quelle: Redaktion arbeitssicherheit.de
Foto: © Ioana Davies (Drutu)- Fotolia.com

Gesundheitsvorsorge: Lesen Sie auch »Deutsche Großunternehmen vernachlässigen soziale Nachhaltigkeit« >>


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