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Erinnerungsprozesse sichtbar machen

Regensburger Forscher weisen Zusammenhang zwischen Gehirnwellenaktivität und Vorgängen des »erinnerungsbedingten Vergessens« nach.

In unserer modernen Informationsgesellschaft ist es besonders wichtig, erfolgreich mit störenden oder überflüssigen Informationen umgehen zu können. Beispielsweise führt die Suche nach einer bestimmten Information im Internet zu einer Fülle von Treffern, von denen einige wichtig und andere eher unwichtig sind. Ähnlich verhält es sich, wenn wir versuchen, uns an vergangene Erlebnisse zu erinnern: auch hier werden relevante und weniger bedeutende Informationen (»störende Informationen«) aktiviert. Gerade solche »Störungen« müssen von unserem Gehirn ausgeblendet werden, damit wir uns erfolgreich an die relevanten Geschehnisse erinnern können. Normalerweise geschieht dies dadurch, dass unser Gehirn weniger wichtige Informationen blockiert bzw. hemmt. Es kommt dabei also zu »erinnerungsbedingtem Vergessen«.

Neuere Studien, die auf die Elektroenzephalografie (EEG) - eine Methode zur Messung der elektrischen Aktivität des menschlichen Gehirns - zurückgegriffen haben, deuten auf eine direkte Verbindung zwischen dem »erinnerungsbedingten Vergessen« und der menschlichen Gehirnwellenaktivität hin. Forschern der Universität Regensburg um Prof. Dr. Karl-Heinz Bäuml vom Institut für Psychologie gelang in diesem Zusammenhang nun erstmals der Nachweis, dass die Gehirnwellenaktivität im Theta-Bereich (Frequenz: 5-9 Hz) die Vorgänge des »erinnerungsbedingten Vergessens« direkt widerspiegeln. Das Blockieren bzw. das Hemmen von störenden Informationen im Rahmen von Erinnerungsprozessen kann demnach über die Elektroenzephalografie sichtbar gemacht werden.

Verlauf der Untersuchung
Für ihre Studie untersuchten die Regensburger Wissenschaftler während eines Versuchs die EEG-Daten von 24 Probanden (21 Frauen, 3 Männer). Die Probanden mussten sich zunächst nacheinander Begriffspaare (z.B. Frucht-Orange; Frucht-Banane; Getränk-Cola, Getränk-Bier etc.) merken, die sie dann später erinnern sollten. Dazwischen wurden die Probanden über zwei Durchgänge hinweg aufgefordert, fehlende Bruchstücke von einzelnen Begriffspaaren wieder zu ergänzen (Getränk-B..., Frucht-O... etc.), oder aber die vollständigen Begriffspaare - über eine zufällig zusammengestellte, neue Reihenfolge - abermals (»passiv«) zu studieren. In beiden Durchgängen wurde jeweils die (gleiche) Hälfte der Begriffspaare einer Kategorie ergänzt bzw. abermals studiert.

In den Fällen, in denen sich die Probanden dabei aktiv an den fehlenden Teil eines Begriffspaares erinnern sollten, wurde im ersten Durchgang eine - im Vergleich zum rein passiven Studieren - erhöhte Gehirnwellenaktivität im Theta-Bereich gemessen, die sich im zweiten Durchgang dann wieder reduzierte. Dieses Muster zunächst steigender und dann wieder abfallender Aktivitäten ging mit dem späteren Vergessen der verwandten, zwischenzeitlich nicht ergänzten Begriffspaare einher. Eine solche Veränderung der Gehirnaktivität konnte beim einfachen Studieren der vollständigen Begriffspaare nicht nachgewiesen werden.


Quelle/Text: Universität Regensburg

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