Fachbeitrag  Arbeitssicherheit, Brandschutz  

A+A 2009: Mehr als eine Fachmesse für Arbeitsschutz

Highlights und Schwerpunktthemen der A + A 2009

Sonderschau »Erfolgsfaktor Büro«

Rund die Hälfte der arbeitenden Bevölkerung verdient ihr Geld mit Bürotätigkeiten. Doch während gesundes Sitzen und richtige Beleuchtung schon ins Bewusstsein der meisten Mitarbeiter und Sicherheitsingenieure vorgedrungen sind, sind die Bedingungen in puncto Raumklima und Akustik oft nicht optimal. Die Sonderschau »Erfolgsfaktor Büro« zeigt auf der A+A auch hierfür Lösungen, die sich leicht in vorhandenen Büros realisieren lassen.

Ziel der Ausstellung ist es, Gestaltungsbeispiele für eine gesündere, produktivere und damit auch wettbewerbsfähigere Büroarbeit zu präsentieren. Die voraussichtlich zehn bis zwölf Themenschwerpunkte orientieren sich an typischen Problemen der Arbeitsgestaltung und vor allem des Arbeits- und Gesundheitsschutzes im Büro. Gezeigt werden zum Beispiel besonders ergonomische Produkte, speziell gestaltete Büroarbeitsplätze und Lösungsmöglichkeiten im Bereich Klima, Licht und Akustik.

Brandschutz ist Chefsache

Betriebliche Brandschutz-Maßnahmen sind auf der A+A traditionell stark vertreten. Sie dienen dem Arbeitsschutz und können wirtschaftliche Einbußen eines Unternehmens im Schadenfall reduzieren. Neu ins Programm der Fachmesse und des Kongresses rückt auch der Katastrophenschutz. Ein Indiz dafür, dass die Bereiche Safety und Security sich weiter annähern.

Die Messe zeigt neben innovativen Konzepten und Ausrüstungsbestandteilen in den Bereichen persönlicher Schutz, Gesundheit bei der Arbeit und betriebliche Sicherheit auch Produkte der Aussteller für vorbeugenden Brandschutz und die einsatzgerechte Ausstattung von Werkfeuerwehren sowie Brandwachen. Der mit der Messe einhergehende Kongress bietet neben übergreifenden Fragestellungen zur Prävention, Gesundheit, Sicherheitstechnik, persönlicher Schutzausrüstung sowie zu spezifischen Gefährdungen und Belastungen, am 5. November auch einen Brandschutz-Thementag.

Trends in der industriellen Automatisierungstechnik

Die Technik hilft uns in vielen Bereichen, sie muss aber auch sicher und beherrschbar sein. Dafür stellt die A+A 2009 ein breites Spektrum an Sicherheitslösungen aus vielen Bereichen vor - einer davon ist die Sicherheit in der Automatisierungsindustrie. Hier wird Safety heutzutage oft über das Datenkommunikationsnetz der Produktionsanlage realisiert.

In der Automatisierungstechnik stehen komplexe Sicherheitssysteme in Konkurrenz zu einfachen Lösungen, die schneller montiert und konfiguriert sind und deshalb weniger fehlerträchtig erscheinen. Häufig haben Anlagen aber verschiedene Fertigungszellen mit unterschiedlichen Kommunikations- und Steuerungssystemen. Durch leistungsfähige Informationstechnik besteht die Möglichkeit, Maschinensicherungen in Systeme und Netzwerke zu integrieren.

Gegen den Trend, Sicherheitseinrichtungen in die Maschinensteuerungstechnik zu integrieren und die Netzwerke für die sicherheitsgerichtete Kommunikation zu nutzen, stellen mehrere Hersteller einfachere Systeme vor. Diese kleinen Safety-Steuerungen können dabei in Fertigungszellen Aufgaben übernehmen, die über die bloße Notabschaltung hinausgehen.

Ganz oben an der Spitze der Sicherheitsskala stehen Systeme, die dreifach redundant aufgebaut sind. Durch die dreifache Redundanz kann das Versagen einer Komponente die Funktion des Systems nicht beeinträchtigen: Es gibt keinen »single point of failure«.

Schutzkleidung: Komfortabel gegen Gefahren geschützt

Auch wenn bei PSA nach wie vor gilt, dass Schutzfunktion der Kleidung vor Bequemlichkeit geht, bemühen sich Funktionstextilspezialisten, Konfektionäre und Designer um ständige Optimierung. Der Grund: Ein Plus an Tragekomfort erhöht die Akzeptanz der Mitarbeiter. Je bequemer und je besser sie an die Anforderungen des Arbeitsplatzes angepasst ist, umso höher ist die Bereitschaft der Mitarbeiter, sie wie vorgeschrieben zu tragen. Viele schwere Unfälle entstehen, weil Jacken nicht geschlossen sind oder Ärmel hochgekrempelt werden.

Funktionsmembranen für die äußerte Schicht

Der Trend in der Berufs- und Schutzbekleidungsbranche geht eindeutig zur Entwicklung von spezifischer Bekleidung für bestimmte Anforderungen. Arbeiter in Zementwerken haben andere Bekleidung als Bauarbeiter, Angestellte von Energieunternehmen, Müllwerker oder Glaser. Die Abstimmung auf den Bedarf am Einsatzort beginnt schon mit der Faser, geht übers Gewebe und schließlich den Schnitt.

Schnitt und Design

Zusehends werden in der Berufsbekleidungsbranche (nicht bei PSA) Herren- und Damenschnitte angeboten. Obwohl es offensichtlich ist, dass Männer und Frauen unterschiedliche Figuren haben, mussten über Jahrzehnte Polizistinnen und Schaffnerinnen gerade geschnittene Hosen und Sakkos tragen. Vorreiter war hier die österreichische Polizei. Sie hat als ein der ersten ihre Polizistinnen mit Damenmodellen ausgestattet. Ein echte Wohltat, wenn man bedenkt, wie schwierige es für eine Frau schon ist, mit der Passform der Sachen aus dem eigenen Kleiderschrank zufrieden zu sein. Passende Arbeitskleidung fördert eindeutig das Wohlbefinden - nicht nur bei Frauen.

»Smart Clothes«

Die Bekleidung der Zukunft wird nicht nur wärmen und schützen. Bekleidungsprodukte können immer mehr intelligente Funktionen übernehmen. Mit oder durch die Bekleidung wird man sprechen, alarmieren und telefonieren können, und allein ihre vielen Möglichkeiten werden zum Tragekomfort beitragen. In die Bekleidung werden Materialien integriert, die in der Lage sind, je nach Witterung entweder zu wärmen oder zu kühlen (Phase Change Materials, z.B. auch von Schoeller Technologies AG, Sevelen). Durch diese Technologie mit temperaturausgleichenden Mikrokapseln können Temperaturabweichungen ausgeglichen werden, auch bei extremen Unterschieden. Menschen, die beispielsweise in Kühlhäusern arbeiten müssen, können Phase Change Materials zum persönlichen Komfortklima verhelfen.

Bei dem Beitrag handelt es sich um einen Auszug des im arbeitssicherheit.journal 2.09 erschienenen umfangreicheren Artikels.

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