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15. Dortmunder Forumsgespräch »Arbeiten und Leben im Jahr 2025«

»In Dortmund stehen die Unternehmen im sich verstärkenden Wettbewerb um die kreativen Köpfe. Deshalb müssen sie sich überlegen, wie sie zukünftig junge Frauen und junge Männer gewinnen und in Dortmund halten wollen.« Das sagte Birgit Jörder, Dortmunds Bürgermeisterin und Beiratsvorsitzende des »Dortmunder Forums Frau und Wirtschaft e.V.« (dffw), zum Auftakt des 15. Dortmunder Forumsgesprächs.
 

Das Thema »Arbeiten und Leben im Jahr 2025« beschäftigte die über 100 Teilnehmenden des Forumsgesprächs, das dffw und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in den Kulissen der alten Industriekultur der DASA-Ausstellung gemeinsam ausrichteten. Ziel war es, die Erwartungen junger Frauen und Männer an die Arbeit der Zukunft zu beleuchten.

»Arbeitsbedingungen, Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsmarkt werden sich in Deutschland in den nächsten Jahren turbulent und konfliktträchtig entwickeln. Dies hat Auswirkungen auf die zukünftigen Arbeits- und Lebensverhältnisse der heute jungen Menschen«, erklärte die dffw-Vorsitzende Dr. Monika Goldmann die Themenwahl. »Die gut ausgebildeten jungen Frauen werden den neuen Strukturwandel aktiv mitgestalten und ihren Platz in der zukünftigen Wissensgesellschaft einfordern.«

Vorgestellt und diskutiert wurde auch die Studie »Frauen auf dem Sprung« der Zeitschrift »Brigitte«. Sie stellt eine große Entschlossenheit junger Frauen hinsichtlich ihrer Zukunftsplanungen fest. Danach wollen sie unbedingt einen guten Beruf und Karriere - und sie wollen Kinder. Junge Männer haben ähnliche Erwartungen an ihre zukünftige Arbeit wie die jungen Frauen, jedoch ist ihnen immer noch wichtig, mehr zu verdienen als die Partnerin, so die Studie.

»Von meinem Arbeitgeber der Zukunft erwarte ich, dass dort nicht nur ökonomisch, sondern auch sozial gedacht wird«, sagte Paula Wiesemann, die Sozialwissenschaften studiert und ihre persönliche Sicht auf 2025 darstellte. Ihr sei es wichtig, einen anspruchsvollen Job zu haben, der ihr Spaß mache und zu ihr passe, der aber auch Zeit für einen Ausgleich, für Freunde, Familie und Privates lasse. »Für die Arbeit im Jahr 2025 hoffe ich, dass sich Politik und Wirtschaft darum bemühen, die Vergabe von befristeten Arbeitsverträgen zu reduzieren«, ergänzte Thomas Hensolt, der als Absolvent der Kunstgeschichte und des Modernen Japans und aktuell als wissenschaftlicher Volontär im Museum befristet tätig ist. Für die Zukunft wünscht er sich mehr sichere Arbeitsverhältnisse: »Denn nur durch Festanstellungen können Menschen längerfristig planen, was für die Gründung einer Familie unabdingbar ist und für ein Gefühl der Sicherheit im Allgemeinen sorgt.«

Klaus Burmeister, Geschäftsführender Gesellschafter der »Z_punkt The Foresight Company« in Köln, entwickelte die Vision, dass die Arbeit der Zukunft in zwei Sphären gespalten sei: »Die eine ist in einen ausdifferenzierten Weltmarkt integriert und durch Hightech unterstützte, wissensbasierte Projektarbeit geprägt. Die andere Sphäre ist gekennzeichnet durch eine gemeinwirtschaftliche Orientierung und bürgerschaftliches Engagement. Sie ist dezentral organisiert und kommunal verankert und sie wirkt sinnstiftend.« Beide Arbeitssphären basieren laut Burmeister auf netzgestützter Selbstorganisation, auf Co-Working, Kooperation und Kommunikation. »Damit ist die Arbeit der Zukunft in beiden Sphären weiblich geprägt«, sagte er. Doris Hess vom infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft in Bonn berichtete über die Ergebnisse der »Brigitte«-Studie: »Junge Frauen schrecken nicht zurück, an erster Stelle zu stehen. Sie wissen, dass sie gut sind, sie übernehmen gern Verantwortung, und es macht ihnen Spaß, aktiv Entscheidungen zu treffen.« Hess bilanzierte, dass Frauen keinen Rückzieher machen würden, sondern noch selbstbewusster bekräftigten, wie sie sich ihre Zukunft vorstellen.

Die Präsidentin der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, Isabel Rothe, betonte, dass künftige Arbeitsstrukturen sowohl Chancen als auch Risiken für eine angemessene Teilhabe qualifizierter Frauen bieten würden. »Dabei sind sowohl betriebliche Strukturen gefragt aber auch die individuelle Orientierung«, so Rothe. »Vor allem die Mitbestimmung in Unternehmen und Verwaltungen durch Betriebs- und Personalräte beeinflussen eine geschlechtergerechte Personalpolitik positiv«, zeigte sich Jutta Reiter, Vorsitzende der DGB-Region Dortmund-Hellweg, überzeugt.

Schließlich waren die Personalverantwortlichen in Unternehmen und Verwaltungen in Dortmund gefragt, wie sie sich auf den zukünftigen »Wettbewerb um die Köpfe« vorbereiten. »Wir empfehlen den Unternehmen, sich schon heute auf einen verschärften Wettbewerb um Fach- und Spitzenkräfte einzustellen«, berichtete Udo Mager, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Dortmund. Im eigenen wirtschaftlichen Interesse sollten sie sich in ihrer Personalpolitik stärker auf die Bedürfnisse von Familien ausrichten und Rücksicht auf Interessen jenseits der Berufstätigkeit nehmen. »Um eine optimale Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen, eine hohe Leistungsbereitschaft sowie eine langfristige Bindung der Mitarbeitenden an das Unternehmen zu erreichen, ist es wichtig, dass sie sich als Individuen respektiert wissen«, sagte Dr. Petra Weingarten, Head of Human Resources der Protagen AG in Dortmund. Wichtig seien für ein kleines Hightech-Unternehmen wie in ihrem Fall deshalb mitarbeiterorientierte Führung, individuelle Personal- und Weiterentwicklung und die Berücksichtigung der aktuellen Lebenssituation beziehungsweise Lebensphase der Beschäftigten.

Inka Derwald, Geschäftsführerin der DERWALD Grundstücksentwicklung GmbH & Co. KG in Dortmund, forderte, Frauen und Männern Mut zu machen, die Aufgabenfelder fair zu verteilen. »Sie sind gleichermaßen verantwortlich für die Erziehung der Kinder, den Haushalt und die Ausübung des Berufes«, sagte die Betriebswirtin. »Unsere Aufgabe ist es, Frauen zu bestärken, dass es Spaß macht, eine Führungsposition zu bekleiden, Macht im positiven Sinne zu nutzen, um Ziele zu erreichen, andererseits auch Männer anzuerkennen, dass sie die Frauen unterstützen, indem sie sich an der Erziehung des Nachwuchses beteiligen.« Brigitte Michel-Stermann, Leiterin der Personalentwicklung der DSW21 Dortmunder Stadtwerke AG, ergänzte: »Zukünftige Personalarbeit muss noch eine Menge an Kreativität zeigen, um die Beschäftigten im Unternehmen zu halten, eine Diskussion ausschließlich über Arbeitszeitmodelle reicht da nicht aus.«

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) - http://www.baua.de

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