DGUV Regel 112-199 - Retten aus Höhen und Tiefen mit persönlichen Absturzschutza...

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Abschnitt 6.10, 6.10 Beispielhafte Gefährdungen und Maßnahme...
Abschnitt 6.10
Retten aus Höhen und Tiefen mit persönlichen Absturzschutzausrüstungen (bisher: BGR/GUV-R 199)
Titel: Retten aus Höhen und Tiefen mit persönlichen Absturzschutzausrüstungen (bisher: BGR/GUV-R 199)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 112-199
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.10 – 6.10 Beispielhafte Gefährdungen und Maßnahmen bei der Benutzung von Rettungsausrüstungen

Gefährdungen können sich bereits durch organisatorische Mängel ergeben, z.B.:

  • Auswahl eines ungeeigneten Rettungssystems,

  • Unzureichende oder nicht vorhandene Betriebsanweisung,

  • Mangelhaft durchgeführte Unterweisung einschließlich praktischer Übung der Benutzer,

  • Nicht durchgeführte Prüfungen der Ausrüstung durch den Benutzer bzw. des Sachkundigen,

  • Überschreitung der Benutzungsdauer der Ausrüstung,

  • Mangelnde Koordination,

  • Unsachgemäße Aufbewahrung und Pflege der Ausrüstung,

  • Zweite Person zur Einleitung der Rettungsmaßnahmen nicht vor Ort,

  • Unzureichende Verfügbarkeit der Ausrüstung am Einsatzort.

Weitere mögliche Gefährdungen und Schutzmaßnahmen sind an nachfolgenden beispielhaften Situationen dargestellt:

Beispiel 1

Frei hängende Person

Situation 1:

Eine in einem Auffanggurt hängende Person muss gerettet werden.

GefährdungMaßnahme
1.Längeres freies Hängen im AuffanggurtDas Rettungsverfahren ist so auszuwählen, dass ein längeres Hängen vermieden wird (siehe Abschnitt 6.2)
Geeigneten Auffanggurt benutzen und diesen exakt anpassen
2.Schlechte Erreichbarkeit der zu rettenden PersonFestlegung eines sicheren Zugangverfahrens (z. B. Einsatz eines Kranes mit Arbeitskorb oder einer Hubarbeitsbühne, Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz)
3.Absturz des RettersGeeignete technische Maßnahmen (z. B. Geländer) oder Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
4.Versagen des Anschlagpunktes (bei Benutzung durch zwei Personen!)Bei der Auswahl des Anschlagpunktes für das Auffangsystem sind die möglichen zusätzlichen Belastungen durch das Rettungssystem (zweite Person) mit zu berücksichtigen
Vorzugsweise ist für das Rettungssystem ein separater Anschlagpunkt vorzusehen bzw. zu benutzen

Situation 2:

Person, die in einer Steigschutzeinrichtung hängt

GefährdungMaßnahme
1.Längeres freies Hängen im AuffanggurtDas Rettungsverfahren ist so auszuwählen, dass ein längeres Hängen vermieden wird (siehe Abschnitt 6.2)
Geeigneten Auffanggurt benutzen und diesen exakt anpassen
2.Absturz des RettersKonsequente Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
Vorhalten eines zweiten mitlaufenden Auffanggerätes

Beispiel 2

Ein Kranführer muss sich nach Energieausfall selbst aus seiner Kabine abseilen

GefährdungMaßnahme
1.Absturz (infolge unsachgemäßer Durchführung der Selbstrettung)Regelmäßige Unterweisungen einschließlich praktischer Übungen
2.Versinken in festen oder flüssigen StoffenAuswahl anderer Rettungsverfahren
3.Hindernisse oder bauliche Einrichtungen während des AbseilvorgangesAuswahl anderer Rettungsverfahren
4.zu hartes Auftreffen auf dem BodenBenutzung eines Abseilgerätes mit selbstregelnder Abseilgeschwindigkeit

Beispiel 3

Personen müssen aus einem stillstehenden Fahrzeug einer Seilschwebebahn gerettet werden

GefährdungMaßnahme
1.Versagen des Abseilgerätes infolge Überlastung (z. B. durch Überhitzung)Benutzung der richtigen Geräteklasse unter Berücksichtigung der zu erwartenden Abseilarbeit
2.Absturz des BergehelfersKonsequente Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz durch den Bergehelfer

Beispiel 4

Eine Person muss aus einem Schacht nach oben gerettet werden

GefährdungMaßnahme
1.Absturz des RettersGeeignete technische Maßnahmen (z. B. Geländer) oder Benutzung von persönlichen Schutzausrüstungen gegen Absturz
2.Verfangen des Seiles oder der zu rettenden Person an EinbautenAuf Seilführung beim Einstieg achten
Gegebenenfalls zusätzlichen zweiten Retter einsetzen
3.Gefahrstoffe oder Sauerstoffmangel für den Retter beim EinstiegBerücksichtigung der Festlegungen auf dem Befahr-, Erlaubnisschein (z. B. Atemschutz benutzen)
4.Beeinträchtigung der persönlichen Schutzausrüstungen zum Retten durch aggressive StoffeAuswahl geeigneter Ausrüstung unter Beachtung der Informationen des Herstellers