Fachbeitrag  Brandschutz  

Mehr Sicherheit durch gezieltes Training

Professionelle Schulungen der Mitarbeiter dienen der Prävention und führen zu Kosteneinsparungen in den Unternehmen. Schwerpunkte sind dabei Verkehrssicherheitstrainings, Höhentrainings sowie Brandschutzübungen.


1. Verkehrssicherheitstraining

Der ADAC führt neben individuellen Firmentrainings mit geschlossenen Gruppen auch offene Trainings in rund 50 ADAC-Trainingsanlagen durch. »In der Regel bieten wir ein Ganztagestraining mit den eigenen Dienstfahrzeugen an«, erklärt Karsten Wenn, Leiter Projektkoordination beim ADAC e.V. Bereich Fahrsicherheit in Siegburg bei Bonn. Beim Firmentraining werden Gruppen mit etwa zehn Teilnehmern gebildet, wobei in den insgesamt zehn großen ADAC-Zentren mehrere Teams gleichzeitig üben können.

So untergliedert sich ein ADAC-Fahrsicherheitstraining für Pkw-Fahrer über einen Tag in diese Inhalte:

In der Praxis: Notbremsung mit und ohne ABS, Notbremsung bei unterschiedlicher Bodenhaftung, Ausweichen vor einem Hindernis, Slalomfahrt, Bremsen im Verlauf einer Kurve, Notbremsung mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten bei schwierigen Fahrbahnverhältnissen.

In der Theorie: Sitzposition und Lenkradhaltung einstellen, Fahrphysik und daraus resultierendes Fahrzeugverhalten, Erkennen und Vermeiden von Notfallsituationen (Antizipation), angepasste Geschwindigkeit, Umsetzung des Trainingstages auf die täglichen Fahrten. Zielsetzung: Gefahren erkennen, vermeiden, bewältigen.

Kostenpunkt: Die Preise variieren abhängig von der Trainingsart und dem Durchführungsort. Unternehmen zahlen einen Preis für geschlossene Gruppen (ab etwa 1.000 Euro netto).

Training hilft, die Unfallzahlen zu senken

Neben immer besserer Technik der Lkw-, Pkw- oder Motorräder - wie etwa EPS-Systemen - tragen erfahrene und besonnene Fahrer wesentlich mit dazu bei, die Unfallzahlen weiter zu senken. Im vergangenen Jahr passierten jedenfalls nach den Zahlen des Statistischen Bundesamtes immer noch 2,29 Millionen Unfälle in Deutschland - mit 4.050 Toten. Zumeist sind das Menschen im Auto, die bei Unfällen Verletzungen erleiden oder sogar sterben. Ein hohes Risiko tragen vor allem auch Motorradfahrer. In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres ist die Zahl der Getöteten gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.

Anlass genug, insbesondere Mitarbeiter im Außendienst verstärkt auf gefährliche Situationen im Straßenverkehr vorzubereiten. So wie es bei Lkw-Fahrern ohnehin rechtlich gefordert ist. Die Kosten übernehmen vielfach zumindest teilweise die Berufsgenossenschaften. »Viele geben Zuschüsse«, sagt Joachim Leis, Geschäftsführer MentalLeis. Und falls die Firma die Trainings komplett finanzieren muss: Wie das Beispiel RWE zeigt, sind Mitarbeiter bereit, dafür sogar ihre Freizeit zu investieren. Was also spricht gegen ein Sicherheitstraining als Event?

2. Höhentraining

Nach aktuellen Zahlen der Berufsgenossenschaften verletzen sich in Deutschland etwa 7.000 Beschäftige jährlich während ihrer Arbeit in der Höhe oder sterben durch einen Absturz. Besonders gefährlich sind komplexe Arbeitssituationen, die nicht nur bei Bauwerken wie beispielsweise Windkraftanlagen, Fernmeldetürmen oder Hochspannungsmasten vorkommen, sondern durchaus auch bei Industriemontagen oder im Handwerk. Mitarbeiter, die in diesen Bereichen tätig sind, sollten in Kleingruppen intensiv trainiert werden.

»Das Problem ist vielfach weniger der tägliche Job, der geschult werden muss. Es geht vor allem darum, den Ernstfall in einer Übung durchzuspielen«, sagt Kai Rinklake, Geschäftsführender Gesellschafter der Skylotec GmbH in Neuwied, ein auf Höhenausrüstung spezialisiertes Unternehmen. Anbieter Skylotec stellt vor allem die Systemperspektive Mensch-Technik in den Mittelpunkt der Schulungen: Subjektive und objektive Gefahren, Kommunikation im Einsatz und in Notsituationen, Situative Aufmerksamkeit, Fehlerkultur und Fehlerketten sowie Risikomanagement im Team und das richtige Handeln in Notsituationen (www.skylotec.com). Die Kurse dauern von einem bis zehn Tagen - Termine sind nach individueller Absprache möglich. Kostenpunkt: ab 395 Euro.

3. Brandschutztraining

Das Haus der Technik (HDT) als Außeninstitut der RWTH Aachen in Essen bietet dazu z.B. den Lehrgang »Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten« an. Das HDT arbeitet mit im Arbeitskreis »Qualitätssicherung der Ausbildung zum Brandschutzbeauftragten (QAB) des Vereins der Brandschutzbeauftragten in Deutschland e.V. (vbbd). Daher sind diese Lehrgänge zur Ausbildung von Brandschutzbeauftragten auch von Industrie, Versicherungen und Behörden anerkannt: Teilnehmer dürfen sich also nach Besuch dieses Lehrgangs „Brandschutzbeauftragter« nennen.

Wissen zu bündeln und weiterzugeben und damit nachhaltig Standards zu setzen, ist eines der Hauptziele des Verbandes der Sachversicherer (VdS). Hinter diesem Anspruch steht ein breites Informations- und Schulungsangebot, unter anderem im VdS-Kerngeschäftsfeld Brandschutz. Thematische Schwerpunkte sind beispielsweise vorbeugender oder organisatorischer Brandschutz, betriebsinterne Einsatzkräfte, Betrieb & Kontrolle von Brandschutzanlagen, Anlagentechnischer Brandschutz sowie baulicher Brandschutz.

Autor: Eva-Maria Neuthinger

Dies ist eine Kurzfassung: Den vollständigen Artikel finden Sie im arbeitsicherheit.journal (8/2010). Sie interessiert der ganze Artikel?Hier in der Bibliothek anmelden und weiterlesen >>

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