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Gut für die Umwelt auch gut für Arbeitnehmer?

»Grüne Arbeitsplätze« stehen vor allem für Umweltschutz und die Beseitigung von Umweltschäden. Damit einher gehen auch neue Technologien und innovative Arbeitsprozesse, die mögliche neue Gefahren für Gesundheit und Sicherheit der Arbeitnehmer mit sich bringen, wie unter anderem ein jüngst veröffentlichter Foresight-Bericht darlegt


Die Zukunft »grüner Arbeitsplätze«

In der Europäischen Union dürfte in absehbarer Zeit die Anzahl sogenannter »grüner Arbeitsplätze« rasant zunehmen: Berufe zum Schutz und zur Regeneration der Umwelt sind gefragter denn je, um dem drängenden Bedarf nach mehr erneuerbaren Energien und deutlich weniger Abfällen, CO2- und anderen Schadstoff- Emissionen gerecht zu werden. Angesichts neuartiger Arbeitsabläufe und Verfahrensweisen liegt es in der Natur der Sache, auch das Gefährdungspotential für die Beschäftigten der »Green Economy« kritisch einzuschätzen und das Augenmerk auf deren Unversehrtheit und die Arbeitssicherheit zu legen. Diesbezügliche Risiken beleuchtet ein aktueller Foresight-Bericht, publiziert von der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (EU-OSHA).

Inwieweit sich bis ins Jahr 2020 die Arbeitsbedingungen und daraus resultierende Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Arbeitssicherheit entwickeln werden, vermag das Foresight-Projekt mithilfe eigens erarbeiteter, komplexer Zukunftsszenarien durchzuspielen, bei denen sowohl die technologische Entwicklung als auch sich verändernde soziologische und ökonomische Rahmenbedingungen berücksichtigt werden. Laut Christa Sedlatschek, Direktorin der EU-OSHA, werden auf diese Weise »den politischen Entscheidungsträgern in der EU Einblicke in die Möglichkeiten zur Gestaltung der ‚grünen Wirtschaft‘ von morgen» geboten, um die »Sicherheit und Gesundheit der europäischen Arbeitnehmer« zu gewährleisten. »Grüne Arbeitsplätze« müssen demnach, so Sedlatschek, »nicht nur gut für die Umwelt sein, sondern auch gut für die Arbeitnehmer.«

Neue Wege - neue Risiken

Angesichts der erklärten ökologischen Zielsetzung der EU lässt sich eine beschleunigte Zunahme »grüner« Arbeitsplätze zuverlässig prognostizieren; paradoxerweise scheint jedoch die umweltfreundliche Tendenz der Industrie mit einem erhöhten Risiko für die Beschäftigten einher zu gehen, etwa weil vorhandene Qualifikationen mit dem - politisch und ökonomisch forcierten - Tempo der technologischen Entwicklung und mit geänderten Arbeitsabläufen teilweise schon heute nicht mehr mithalten. Die EU-OSHA nennt als Beispiele das Anbringen von Solarzellen auf Hausdächern, das die kombinierten Fähigkeiten eines Dachdeckers und eines Elektrikers voraussetzt. Andere Probleme entstehen, wenn neue Technologien die Verwendung neuartiger Materialien erfordern, welche dann unerwartete allergische Reaktionen auslösen können, oder wenn die Änderung von Umweltgesetzen, beispielsweise zur Abfall-Beseitigung, überraschend die Statistik der Arbeitsunfälle und Erkrankungen in den betroffenen Branchen negativ beeinflusst.

Der Foresight-Bericht, eine Zusammenfassung sowie Hintergrund-Informationen zum Themenbereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz an »grünen Arbeitsplätzen« können auf der Website der EU-OSHA eingesehen werden.

Quelle/Text: EU-OSHA / Redaktion arbeitssicherheit.de
Foto: © lassedesignen - Fotolia.com


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