Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108

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Abschnitt 6.3, 6.3 Zurrdrahtseile
Abschnitt 6.3
Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108
Titel: Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: BGHM-I 108
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.3 – 6.3 Zurrdrahtseile

Ein Zurrdrahtseil ist ein Drahtseil auf einer Seilwinde oder in Kombination mit einem Zurrgurt oder mit einem Kettenzug.

Spannmittel

Die Leistungsfähigkeit des fertigen Zurrdrahtseils ergibt sich aus der Anzahl der verarbeiteten Einzeldrähte und Drahtlitzen.

Sie wird als "Lashing Capacity" (LC) bezeichnet und der angegebene Wert gilt für den geraden Zug.

Wird das Zurrdrahtseil in der Umreifung (z.B. als Kopfschlinge) eingesetzt, kann dieser Wert verdoppelt werden.

Tabelle 19 Zulässige Zugkraft von Zurrdrahtseilen

Nenndurchmesser des Zurrdrahtseils in mm Lashing Capacity (LC) im geraden Zug in daN
8 mm1.120 daN
10 mm1.750 daN
12 mm2.500 daN
14 mm3.500 daN
18 mm5.650 daN
22 mm8.500 daN

Quelle DIN EN 12195-Teil 4

Handhabung von Zurrdrahtseilen
  • Nur unbeschädigte Zurrdrahtseile verwenden

  • Zurrdrahtseile nicht über ihre LC belasten

  • Zurrdrahtseile nicht knoten

  • Auf dem Zurrdrahtseil keine Lasten absetzen

  • Zurrdrahtseile nicht über scharfe Kanten spannen

Abb. 6-30 bis 6-33
Übersicht von Zurrdrahtseilen, die den gültigen Normen entsprechen. Die Enden können für eine Aufnahme in die Zurrwinde angespitzt sein.

Abb. 6-34
Seilendverbindung mit Pressklemme und Kausche

Drahtseilklemmen, die auch Schraubklemmen oder Frösche genannt werden, sind zur Herstellung von Endverbindungen an Zurrdrahtseilen zur Ladungssicherung verboten!

Abb. 6-35
Unzulässige Endverbindung durch Drahtseilklemmen an einem Zurrdrahtseil

Spannelemente

Ein Spannelement ist eine mechanische Vorrichtung zur Einleitung der Zugkraft in ein Zurrmittel.

Spannelemente an Zurrdrahtseilen können z. B. sein:

  • Drahtseilwinde

  • Mehrzweck-Kettenzug

Abb. 6-36
Beispiel für eine Drahtseilwinde

Verbindungselemente

Beispiele für Verbindungselemente an Zurrdrahtseilen:

  • Zurrhaken

  • Endglied

  • Schäkel mit Splint zur Sicherung

  • Kombinationselement

Ablegereife von Zurrdrahtseilen

Zurrdrahtseile sind abzulegen:

  • Bei Beschädigungen von Pressklemme oder Spleiß

  • Bei starkem Verschleiß oder Abrieb des Seils um mehr als 10 % des Nenndurchmessers

  • Bei Quetschungen des Seils um mehr als 15 %

  • Bei Knicken und Klanken

  • Bei Anrissen, Brüchen oder starker Korrosion an Spann- oder Verbindungselementen

Zurrdrahtseile sind ständig der Witterung ausgesetzt. Dadurch sind sie sehr anfällig gegen Korrosion.

Hinzu kommt, dass sie oft über scharfe Kanten und an Umlenkungen geknickt werden. Das kann zu Quetschungen führen.

Kurzum: Zurrdrahtseile sollte man sensibel behandeln!
Die DIN EN 12195-4 fordert, dass Zurrdrahtseile außer Betrieb genommen werden, wenn sie Anzeichen von Schäden zeigen.
Die Richtlinie VDI 2700 Blatt 3.1 fordert, dass alle Zurrmittel mindestens einmal jährlich durch eine sachkundige Person zu prüfen sind.