DGUV Regel 109-002 - Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR...

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Abschnitt 3.6.4, 3.6.4 Instandhaltung und Reinigung
Abschnitt 3.6.4
Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR 121)
Titel: Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR 121)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.6.4 – 3.6.4 Instandhaltung und Reinigung

3.6.4.1

Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten an lufttechnischen Anlagen müssen regelmäßig durchgeführt werden. Hierzu ist ein Instandhaltungs- und Reinigungsplan unter Berücksichtigung der Gefährdungsbeurteilung aufzustellen, in dem

  1. 1.

    die zu wartenden, zu inspizierenden und zu reinigenden Anlagenteile,

  2. 2.

    die Wartungs-, Inspektions- und Reinigungsintervalle,

    und

  3. 3.

    die Verantwortlichkeiten

festgelegt sind.

Bei der Aufstellung der Instandhaltungs- und Reinigungspläne sind die Angaben in den zugehörigen Betriebsanleitungen des Lieferers oder Herstellers zu berücksichtigen.

Umfang und Häufigkeit der Wartungs-, Inspektions- und Reinigungsarbeiten richten sich z.B. nach

  • Größe und Art der Anlage,

  • Einsatzhäufigkeit,

  • Art und Menge der Luftverunreinigungen.

Die Instandhaltung umfasst nach DIN 31051 "Grundlagen der Instandhaltung" alle Maßnahmen zur Feststellung und Beurteilung des Ist-Zustandes sowie zur Bewahrung und Wiederherstellung des Sollzustandes. Hierzu gehören Wartung, Inspektion und Instandsetzung.

Hinsichtlich der zu wartenden und zu reinigenden Anlagenteile siehe VDMA 24186-1 "Leistungsprogramm für die Wartung von lufttechnischen und anderen technischen Ausrüstungen in Gebäuden; Teil 1: Lufttechnische Geräte und Anlagen".

Hinsichtlich der Merkmale der Inspektion siehe VDMA 24176 "Inspektion von lufttechnischen und anderen technischen Ausrüstungen in Gebäuden".

Hinsichtlich der Reinigung und Wartung lufttechnischer Anlagen zur Aluminiumbearbeitung siehe BG-Regel "Vermeidung der Gefahren von Staubbränden und Staubexplosionen beim Schleifen, Bürsten und Polieren von Aluminium und seinen Legierungen" (BGR 109).

3.6.4.2

Lufttechnische Anlagen müssen für Reinigungs- und Instandsetzungsarbeiten außer Betrieb gesetzt und gegen unbefugtes Ingangsetzen gesichert werden. Arbeitsprozesse, bei denen mit Luftverunreinigungen in gefährlicher Konzentration zu rechnen ist, müssen unterbrochen werden, wenn dies nicht durch eine Verriegelung nach Abschnitt 3.5.3.5 sichergestellt ist.

3.6.4.3

Das Reinigen von Anlagenteilen, insbesondere von Rohrleitungen und Abscheidern sowie das Entfernen der abgelagerten oder abgeschiedenen Luftverunreinigungen, ist so durchzuführen, dass

  1. 1.

    Brand- und Explosionsgefahren vermieden sind,

  2. 2.

    die vorstehend genannten Luftverunreinigungen möglichst nicht in die Umgebungsluft gelangen

    und

  3. 3.

    die Versicherten nicht durch dabei freiwerdende Luftverunreinigungen gefährdet werden.

Brand- und Explosionsgefahren werden z.B. durch Verwendung von

  • geprüften Industriestaubsaugern der Bauart 1; siehe Abschnitt 512 220 "BIA-Handbuch"

    und

  • nicht funkenreißenden Werkzeugen

vermieden.

Luftverunreinigungen gelangen nicht in die Umgebungsluft, wenn z.B.

  • zur Beseitigung von Luftverunreinigungen in Rohrleitungen geeignete Industriestaubsauger verwendet werden,

  • Abscheider erst geöffnet werden, nachdem die automatische Abreinigung und die Bewegungen der geförderten Luft zum Stillstand gekommen sind,

  • außerhalb zu reinigende Abscheider, z.B. Kollektoren von elektrischen Abscheidern, nicht mit Druckluft, sondern mit Waschflüssigkeit gereinigt werden,

  • zum Entfernen gesammelter Luftverunreinigungen Sammelbehälter für den einmaligen Gebrauch vorhanden sind, die nach Befüllung vorsichtig vom Abscheider getrennt und sofort sicher verschlossen werden.

Eine Gefährdung kann sich z.B. auch ergeben, wenn Filter durch krankheitserregende Keime oder radioaktive Stoffe belastet sind. Besteht diese Möglichkeit, sollten vor Beginn der Reinigungsarbeiten

  • der Grad der Belastungen festgestellt

    und

  • entsprechende Schutzmaßnahmen festgelegt

werden.

3.6.4.4

Mit Wartungs- und Instandsetzungsarbeiten darf erst begonnen werden, wenn in den Anlagen keine Luftverunreinigungen mehr in zündfähigen oder gesundheitsgefährlichen Konzentrationen vorhanden sind.

3.6.4.5

Ist nach dem Außerbetriebsetzen von Anlagen nach Abschnitt 3.6.4.2 und den Forderungen zur Abwehr der Gefahren nach den Abschnitten 3.6.4.3 und 3.6.4.4 zusätzlich mit Luftverunreinigungen in gesundheitsgefährlichen Konzentrationen zu rechnen, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass Instandhaltungsarbeiten nur mit persönlichen Schutzausrüstungen durchgeführt werden.

3.6.4.6

Können Luftverunreinigungen in gesundheitsgefährlicher Konzentration nach Abschnitt 3.6.4.5 auch auf andere Personen einwirken, hat der Unternehmer dafür zu sorgen, dass diese Personen während der Instandsetzungs- und Reinigungsarbeiten die Gefahrbereiche verlassen. Diese Bereiche dürfen nur mit persönlichen Schutzausrüstungen betreten werden.

3.6.4.7

Die Lagerung und Entsorgung angefallener Luftverunreinigungen muss in geeigneten Behältern gefahrlos erfolgen.

Lagern, Behandeln, Befördern und Ablagern siehe Abfallgesetz bzw. Strahlenschutzverordnung.

3.6.4.8

Bei Instandsetzungsarbeiten dürfen der Sicherheit dienende Anlagenteile nur gegen gleichwertige Teile ausgetauscht werden.

Der Sicherheit dienende Anlagenteile sind z.B.

  • Schalter und Antriebsmotoren in explosionsgeschützter Ausführung,

  • Filter, insbesondere bei Rückführung der gereinigten Luft in den Arbeitsraum,

  • Einrichtungen zur Verriegelung.