DGUV Information 205-014 - Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung für Einsätz...

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Anhang 07, Kontaminationsschutz
Anhang 07
Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung für Einsätze bei der Feuerwehr Basierend auf einer Gefährdungsbeurteilung (DGUV Information 205-014)

Anhangteil

Titel: Auswahl von persönlicher Schutzausrüstung für Einsätze bei der Feuerwehr Basierend auf einer Gefährdungsbeurteilung (DGUV Information 205-014)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 205-014
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 07 – Kontaminationsschutz

In diesem Anhang 07 wird folgender Kontaminationsschutz beschrieben:

Kontaminationsschutz

a Kontaminationsschutzanzug
PSA 54
b Kontaminationsschutzhaube
PSA 53

a Kontaminationsschutzanzug

1
Allgemeines

Dieser Anhang beschreibt und empfiehlt die Mindestanforderungen an den Kontaminationsschutzanzug, die durch die Normung vorgegeben sind.

Basis dafür ist die gültige Norm DIN EN 1073-2 "Schutzkleidung gegen radioaktive Kontamination".

2
Bezug zur persönlichen Schutzausrüstung in der DGUV Information 205-014

Dieser Anhang ist in all jenen Fällen anzuwenden, bei denen Kontaminationsschutzkleidung in Bereichen eingesetzt wird, wie unter

  • PSA 54

beschrieben sind.

3
Ausführungen

Der Schutzanzug ist ein einteiliger Anzug (Overall) mit langen Ärmeln und langen Hosenbeinen, Weitenanpassung an den Ärmelbündchen und Hosenbeinen sowie in der Taille, abgedecktem Frontverschluss und verschließbarem Stehkragen.

3.1
Merkmale

3.1.1
Merkmale nach DIN EN 1073-2

3.1.1.1
Abriebfestigkeit

Mind. Klasse 4

3.1.1.2
Durchstichfestigkeit

Mind. Klasse 2

3.1.1.3
Blockbeständigkeit

Kein Blocken.

3.1.1.4
Weiterreißfestigkeit

Mind. Klasse 3

3.1.1.5
Beständigkeit gegen Entzünden

Darf nicht weiterbrennen.

3.1.2
Weitere Merkmale

Prüfmerkmal Anforderung Prüfung nach
Begrenzte FlammausbreitungIndex 3 alle verarbeiteten Materialien und NähteDIN EN 469,
Abschnitt 6.1
Wärmewiderstand 5 Minuten, (180 +/- 5)˚CKein Entzünden, kein Schmelzen, kein Schrumpfen > 5% in Längs- und Querrichtung, alle verarbeiteten Materialien und NähteDIN EN 469,
Abschnitt 6.5
Luftdurchlässigkeit≤ 60 l/m2 sDIN EN ISO 9237
Weiterreißfestigkeit≥ 25 NDIN EN 469,
Abschnitt 6.7
Nahtfestigkeit≥ 225 NDIN EN 469,
Abschnitt 6.6.2
Maßänderung bei 5 Pflegebehandlung≤ 3 % in Längs- und QuerrichtungDIN EN 469,
Abschnitt 6.9
Oberflächenbenetzung AnlieferungszustandSprührate 5DIN EN 469,
Abschnitt 6.8.2

Die Kontaminationsschutzanzüge müssen die Anforderungen der DIN EN ISO 13688 Schutzkleidung "Allgemeine Anforderungen" erfüllen.

4
Optionen

Keine Optionen.

5
Zubehör/Zusatzausstattung

Besonderes Zubehör/besondere Zusatzausstattung für Kontaminationsschutzanzüge wird derzeit nicht angeboten.

6
Empfehlung

Kontaminationsschutzanzug wie unter 07a 3 beschrieben.

Achtung: Kontaminationsschutzanzüge werden zu Übungszwecken eingesetzt und müssen nach jedem Einsatz einer Pflegebehandlung unterzogen werden. Die Anzahl der Pflegebehandlungen, nach denen die Erneuerung der wasserabweisenden Eigenschaften erforderlich ist, ist anzugeben.

Die Durchführungsanweisung ist in die Information des Herstellers aufzunehmen.

7
Normkonformität

Der Kontaminationsschutzanzug muss nach den hier aufgeführten Bedingungen geprüft und nach der europäischen Richtlinie 89/686/EWG (PSA-Richtlinie) zertifiziert sein (EG-Baumusterprüfbescheinigung).

8
Kompatibilität

Die Kompatibilitätsprüfung gem. Anhang A im Zusammenhang mit weiterer PSA dieser Information ist vorzunehmen, um die Wechselwirkungen untereinander zu überprüfen. Dabei sind besonders folgende Kombinationen zu berücksichtigen:

  • Feuerwehrhelm

  • Feuerwehrschutzkleidung

  • Schuhe

  • Atemschutzgeräte (komplett)

  • Handschuhe

9
Hinweise

Keine Hinweise.

10
Eignungsnachweis

Die Übereinstimmung und Eignung von Kontaminationsschutzanzügen für die deutschen Feuerwehren entsprechend dieser DGUV Information, insbesondere bezüglich der Kompatibilität, wird durch eine vom vfdb-Referat 8 benannte Fachstelle entsprechend vfdb-Richtlinie 0800 bestätigt.

b Kontaminationsschutzhaube

1
Allgemeines

Dieser Anhang beschreibt und empfiehlt die Mindestanforderungen an die Kontaminationsschutzhaube. Da für diese PSA keine Normen vorhanden sind, werden in 07b neben den Hinweisen für den Anwender auch die Anforderungen an die Materialien gegeben, die Grundlage für eine Baumusterprüfung sein können.

2
Bezug zur persönlichen Schutzausrüstung in der DGUV Information 205-014

Dieser Anhang ist in all jenen Fällen anzuwenden, bei denen Kontaminationsschutzhauben in Bereichen eingesetzt werden, wie sie unter

  • PSA 53

beschrieben sind.

3
Ausführung und Anwendungsbereich

3.1
Anwendungsbereich

Die Kontaminationsschutzhaube ist vorgesehen, den Kopf, die Schultern und den oberen Brust- und Rückenbereich des Trägers, insbesondere den Übergangsbereich von Kopf und Schultern, gegen radioaktive Kontamination durch feste Partikel zu schützen.

3.2
Ausführungen

3.2.1
Ausführung für Maske

Die Kontaminationsschutzhaube wird unter dem Feuerwehrhelm getragen und umschließt das Gesichtsfeld der Atemschutzmaske. Die Schultern und der Brustbereich des Trägers werden von der Haube bedeckt. Die Haube wird durch die Bänderung des Atemschutzgerätes auf der Schulter fixiert.

3.2.2
Ausführung für Masken-Helm-Kombination

Die Kontaminationsschutzhaube wird über dem Feuerwehrhelm getragen und umschließt den Kopf. Die Schultern und der Brustbereich des Trägers werden von der Haube bedeckt. Die Haube wird durch einen Bauchgurt fixiert.

3.3
Merkmale

3.3.1
Leistungsanforderungen an die verarbeiteten Materialien

Prüfmerkmal Anforderung Prüfung nach
Begrenzte FlammausbreitungIndex 3 alle verarbeiteten Materialien und NähteDIN EN 469,
Abschnitt 6.1
Wärmewiderstand 5 Minuten,
(180 +/- 5)˚C
Kein Entzünden, kein Schmelzen, kein Schrumpfen ≥ 5 % in Längs- und QuerrichtungDIN EN 469,
Abschnitt 6.5
Luftdurchlässigkeit≤ 60 l/m2 sDIN EN ISO 9237
Weiterreißfestigkeit≥ 25 NDIN EN 469,
Abschnitt 6.7
Nahtfestigkeit≥ 225 NDIN EN 469,
Abschnitt 6.6.2
Maßänderung bei 5 Pflegebehandlung≤ 3 % in Längs- und QuerrichtungDIN EN 469,
Abschnitt 6.9
Oberflächenbenetzung AnlieferungszustandSprührate 5DIN EN 469,
Abschnitt 6.8.2

Die Kontaminationsschutzhauben müssen die Anforderungen der DIN EN ISO 13688 "Schutzkleidung - Allgemeine Anforderungen" erfüllen.

3.3.2
Leistungsanforderung an vollständige Kontaminationsschutzhauben

3.3.2.1
Prüfung der Wärmebeständigkeit der Kontaminationsschutzhauben

Die gesamte Kontaminationsschutzhaube muss im Neuzustand den Anforderungen der DIN EN ISO 11612 "Schutzkleidung - Kleidung zum Schutz gegen Hitze und Flammen" Abschnitt 6.3.1.1 (Wärmewiderstand bei einer Temperatur von (180 + 5)˚C) entsprechen.

Über die Anforderungen der DIN EN ISO 11612 hinausgehend, dürfen sich Nähte und Verbindungen nicht öffnen.

3.3.2.2
Leistungsanforderung an die Scheiben der Kontaminationsschutzhauben

Die Sichtscheibe muss die nachfolgenden Anforderungen erfüllen:

  • DIN EN 166: Persönlicher Augenschutz - Anforderungen

    • Abschnitt 7.1.1 Sichtfeld

      Die Prüfung muss am vollständigen Ensemble mit Haube und Sichtscheibe erfolgen.

    • Abschnitt 7.1.2.1.2 Sphärische, astigmatische und prismatische Brechweite

      Die Sichtscheibe muss die optische Klasse 2 erreichen.

    • Abschnitt 7.1.2.2.3.1 Homogenität des Lichttransmissionsgrads

      Die Homogenität des Lichttransmissionsgrades muss geprüft werden.

    • Abschnitt 7.1.2.3 Streulicht

      Das Streulicht muss geprüft werden.

    • Abschnitt 7.1.3 Material- und Oberflächengüte

      Die Material- und Oberflächengüte muss geprüft werden.

    • Abschnitt 7.1.4.2.2 Festigkeit

      Die Festigkeit muss geprüft werden.

    • Abschnitt 7.2.2 Schutz gegen Teilchen hoher Geschwindigkeit

      Der Schutz gegen Teilchen hoher Geschwindigkeit muss bei einer Geschwindigkeit von 120 m/s geprüft werden.

    • Abschnitt 7.2.3 e) und g) Schutz gegen Schmelzmetall und heiße Festkörper

      Der Widerstand sowohl gegen Schmelzmetall als auch gegen heiße Festkörper muss geprüft werden.

    • Abschnitt 9.2 Kennzeichnung

      Die Sichtscheiben müssen nach DIN EN 166:2001 gekennzeichnet werden.

  • DIN EN 171:
    Persönlicher Augenschutz - Infrarotschutzfilter - Transmissionsanforderungen und empfohlene Verwendung

    • Abschnitt 4 Transmissionsgrad im Infraroten und Transmission im sichtbaren Spektralgebiet

      Der Transmissionsgrad im Infraroten und Transmission im sichtbaren Spektralgebiet muss bei der Prüfung nach DIN EN 171:2002 Abschnitt 4 im Bereich von 4 - 2,5 bis 4 - 5 sein.

3.3.2.3
Prüfung des An- und Ablegens und der korrekten Passform der Kontaminationsschutzhauben

Die Prüfung erfolgt gemäß DIN EN 13911 "Schutzkleidung für die Feuerwehr - Anforderungen und Prüfverfahren für Feuerschutzhauben für die Feuerwehr", Anhang A (normativ) und Anhang B (normativ).

Die Prüfung nach Anhang A erfolgt mit einem Spektrum der gängigen Atemschutzmasken bzw. Masken-Helm-Kombinationen um die unterschiedlichen Größen der Gesichtsfelder zu erfassen. In der Gebrauchsanleitung ist anzugeben, mit welchen Atemschutzmasken bzw. Masken-Helm-Kombinationen die Anproben durchgeführt wurden.

Bei der Prüfung nach Anhang B sind zur Anprobe Probanden mit entsprechender Konfektionsgröße erforderlich, um sicherzustellen, dass die Kontaminationsschutzhaube die Schultern des Trägers in ausreichendem Maße bedeckt.

Die Aktivitäten wie unter DIN EN 13911, Anhang B, Abschnitt B.3 aufgeführt, sind nicht durchzuführen.

Die Sichtscheibe der Haube darf während der Durchführung von feuerwehrbezogenen Tätigkeiten bei der ergonomischen und praktischen Prüfung bei allen Körperhaltungen nicht verrutschen.

4
Optionen

Keine Optionen.

5
Zubehör/Zusatzausstattung

Besonderes Zubehör/besondere Zusatzausstattung für Kontaminationsschutzhauben wird derzeit nicht angeboten.

6
Empfehlung

Kontaminationsschutzhaube wie unter 07b 3 beschrieben.

Achtung: Kontaminationsschutzhauben werden zu Übungszwecken eingesetzt und müssen nach jedem Einsatz einer Pflegebehandlung unterzogen werden. Die Anzahl der Pflegebehandlungen, nach denen die Erneuerung der wasserabweisenden Eigenschaften erforderlich ist, ist anzugeben.

Die Durchführungsanweisung ist in die Information des Herstellers aufzunehmen.

7
Normkonformität

Die Kontaminationsschutzhaube muss nach den hier aufgeführten Bedingungen geprüft und nach der europäischen Richtlinie 89/686/EWG (PSA-Richtlinie) zertifiziert sein (EG-Baumusterprüfbescheinigung).

8
Kompatibilität

Die Kompatibilitätsprüfung gem. Anhang A im Zusammenhang mit weiterer PSA dieser DGUV Information ist vorzunehmen, um die Wechselwirkungen untereinander zu überprüfen. Dabei sind besonders folgende Kombinationen zu berücksichtigen:

  • Feuerwehrhelm

  • Feuerwehrschutzkleidung

  • Atemschutzgeräte (komplett)

9
Hinweise

Keine Hinweise.

10
Eignungsnachweis

Die Übereinstimmung und Eignung von Kontaminationsschutzhauben für die deutschen Feuerwehren entsprechend dieser DGUV Information, insbesondere bezüglich der Kompatibilität, wird durch eine vom vfdb-Referat 8 benannte Fachstelle entsprechend vfdb-Richtlinie 0800 bestätigt.