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DGUV Information 209-057 - Gefahren beim Umgang mit Blei und...
DGUV Information 209-057 - Gefahren beim Umgang mit Blei und seinen anorganischen Verbindungen (bisher: BGI 843)
Titel: Gefahren beim Umgang mit Blei und seinen anorganischen Verbindungen (bisher: BGI 843)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-057
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Gefahren beim Umgang mit Blei und seinen anorganischen Verbindungen
(bisher: BGI 843)

(bisher ZH 1/434)

Vereinigung der Metall-Berufsgenossenschaften

Stand der Vorschrift: 2002

Vorwort

Von besonderer Bedeutung für die Anwendung von Blei (chem. Symbol Pb) ist seine unübertroffene chemische Widerstandsfähigkeit. Blei ist beständig gegenüber vielen Säuren, wie Schwefelsäure, Flusssäure, verdünnte Salzsäure und zahlreichen organischen Säuren. Auch gegenüber Ammoniak, Alkali- und Erdalkalihydroxiden, Soda, Chlor, Bleichlaugen sowie Meerwasser besteht eine gute Korrosionsfestigkeit. Demgegenüber gibt es jedoch auch chemische Einwirkungen, die zu einer Auflösung von Blei führen. Hierzu gehört weiches Trinkwasser, besonders wenn es einen höheren Gehalt an Kohlendioxid und Sauerstoff aufweist. Bleirohre in der Trinkwasserversorgung waren daher in der Vergangenheit häufig die Ursache für eine Bleibelastung.

Die leichte Freisetzung von metallischem Blei aus seinen Erzen und der geringe Schmelzpunkt (Blei, Schmelzpunkt 327 C) führten schon in frühester Zeit zu einer Nutzung des Metalls. Hinzu kommt die leichte Verformbarkeit. Beim Schmelzprozess werden Bleidämpfe frei, sodass Bleivergiftungen bereits im Altertum bekannt waren.

Aber nicht nur die Dämpfe, sondern auch alle Verbindungen des Bleis sind gesundheitsschädlich. So haben Bleifarben, wie Bleiweiß oder Mennige, jahrzehntelang Anwendung gefunden. Heute besteht eine Belastung insbesondere beim Entfernen alter Beschichtungen.

Für Blei besteht, wegen der vorgenannten chemischen und physikalischen Eigenschaften, ein weites Anwendungsgebiet. Verwendet wird Blei insbesondere für Akkumulatoren, zur Herstellung oder Auskleidung von Behältern für aggressive Flüssigkeiten, als Lötmaterial, für Rohre und Drähte sowie für Lagermetalle.

Im Nachfolgenden werden die gesundheitlichen Aspekte einer Bleibelastung erläutert. Die Belastungspfade an den Arbeitsplätzen werden aufgezeigt und die Möglichkeiten zur Minimierung der Belastung beschrieben.

Redaktionelle InhaltsübersichtAbschnitt
  
Arbeitsbereiche mit Bleiexposition1
Anlieferung, Transport und Lagerung1.1
Sintern und Agglomerieren1.2
Erschmelzen von bleihaltigen Erzen und Konzentraten1.3
Raffination und Weiterverarbeitung1.4
Verladung und Transport von bleihaltigen Krätzen, Aschen, Filterstäuben1.5
Einschmelzen und Recycling von Bleischrott, Elektroschrott, Akkus1.6
Herstellen und Vergießen von Bleibronzen, Bleipigmenten, Bleipulver, bleihaltigen Stählen und Gusseisen1.7
Bearbeiten von bleihaltigen Beschichtungen1.8
Bearbeitung von bleihaltigen Automatenstählen1.9
Beschichten von Oberflächen1.10
Erkrankungen durch Blei oder seine anorganischen Verbindungen2
Aufnahme Wirkungsmechanismus2.1
Krankheitsbilder2.2
Grenzwerte für Blei2.3
Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen2.4
Schutzmaßnahmen 3
Allgemeine Bestimmungen3.1
Rangfolge der technischen Schutzmaßnahmen3.2
Überprüfung von Lüftungssystemen und Absaugeinrichtungen3.3
Vermeidung von Staubquellen3.4
Persönliche Schutzausrüstungen3.5
Hygienemaßnahmen 4
Arbeitskleidung/Reinigung4.1
Nahrungs- und Genussmittel/Pausen4.2
Umkleide- und Waschräume4.3
Betriebsanweisung5
Muster einer Betriebsanweisung6