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Gefahrstoffe in DDR-Produkten recherchieren

Auskünfte über Gefahrstoffe in ehemaligen DDR-Produkten können bei der Recherche zur Ursachen bestimmter Berufskrankheiten behilflich sein. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin erfasst daher Daten zu Lacken, Kontaktklebern, Lösungsmitteln und mehr aus der Ära Erich Honecker. Auf Anfrage können diese abgerufen werden.


Mit der Übernahme der Macht in der DDR durch Erich Honecker im Jahre 1971, hatte der Arbeitsschutz laut dem Magazin Sicherheitsingenieur in den nachfolgenden Jahren nur noch einen nachgeordneten Stellwert in der Politik. Außerdem habe der Arbeitsschutz unter dem wirtschaftlichen Zerfall gelitten. Mit der Deutschen Wiedervereinigung wendete sich für die Arbeitswelt der ehemaligen DDR vieles zum Positiven.

DDR-Produkte mit Langzeiteffekten

Doch etliche Erzeugnisse aus der Zeit vor der deutschen Einheit können auch heute noch Effekte auf das Leben vieler Menschen haben. Etwa bei berufsbedingten Krankheiten, die durch gesundheitsgefährdende Stoffe in DDR-Produkten ausgelöst wurden. Weil aber viele dieser Waren - darunter Farben, Insektenvernichtungsmittel oder Lacke - nach 1990 aus den Verkaufssortimenten verschwanden, ist die Recherche nach gefährlichen Inhaltsstoffen heutzutage nicht mehr ganz einfach.

Datenbank für DDR-Produkte hilft beim Recherchieren

Aus diesem Grund hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) eine Datenbank ins Leben gerufen, die genauere Daten zu gefahrstoffhaltigen Produkten aus der DDR-Zeit enthält. Die Daten basieren auf den Produkt-Angaben, die während der Honecker-Ära im sogenannten Zentralinstitut für Arbeitsmedizin (ZAM) bis 1990 erfasst wurden. Ebenfalls flossen Datenbestände der ehemaligen Arbeitshygieneinspektion des Rates im Bezirk Karl-Marx-Stadt in die Datensammlung mit ein. Mittlerweile enthält die Datenbank 8.641 Datensätze, einen Anspruch auf Vollständigkeit kann sie laut der BAuA trotzdem nicht bieten.

Wer Interesse an Angaben zu gefahrstoffhaltigen Produkten aus der DDR hat, kann sich schriftlich an die zuständige BAuA-Abteilung wenden.

BAuA Gruppe 4.2
»Datensammlung DDR-Produkte«
Nöldnerstraße 40-42
10317 Berlin
E-Mail: poststelle@baua.bund.de

Nach Auskunft über die Verwendung der Daten, erteilt die BAuA Details zu den angefragten Produkten.

Quelle/Text: BAuA, arbeitssicherheit.de
Foto: © openwater - Fotolia.com

Hörschäden vermeiden: Lesen Sie auch »Video: Auf den richtigen Lärmschutz achten« >>

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