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Chemieunfall: Gasgemisch entzündet sich

In Ottendorf bei Chemnitz kam es am 16. August zu einem Chemieunfall, bei dem drei Mitarbeiter schwere Brandverletzungen erlitten. Momentan wird untersucht, wie genau es die Firma mit der Arbeitssicherheit nahm. Denn offenbar gab es schon häufiger Alarm.


Laut der Polizei war eine plötzliche Entzündung von Gasen die Ursache für den Chemieunfall: »Bei Reinigungsarbeiten an einer Destillationsanlage kam es zu einer Verpuffung, worauf sich eine Stichflamme bildete«, beschreibt der Polizeihauptkommissar Jörg Stelzner von der Dienststelle Mittweida im Interview mit der Sächsischen Tageszeitung »Freie Presse«. Der Vorfall ereignete sich in den Betriebshallen der Firma Redesta, die Lösemittel für die Wiederverwertung aufbereitet.

Bei der Gas-Verpuffung kam es offenbar zu einer starken Hitzeentwicklung wodurch drei Mitarbeiter der Firma zum Teil schwer verletzt wurden - alle drei erlitten Brandverletzungen. Sie wurden vor Ort versorgt und anschließend in umliegende Krankenhäuser transportiert.

Spontanentzündung: Auf der Suche nach der Ursache

Wie es zu der Spontanentzündung des Gases kommen konnte, das untersucht jetzt die Abteilung Arbeitssicherheit der Landesdirektion Dresden in Zusammenarbeit mit der Kriminalpolizei. Bislang wurden die technologischen Abläufe und Sicherheitsvorkehrungen überprüft, schreibt die »Freie Presse«. Die Ermittlungen werden fortgesetzt.

Im Verlauf der Untersuchungen soll der Ablauf der Produktion kontrolliert werden, um das Geschehen nachvollziehen zu können. Elektrostatische Aufladungen oder Reibungsvorgänge könnten die mögliche Ursache sein, doch das ist zum aktuellen Ermittlungszeitpunkt reine Spekulation. Mitarbeiter benachbarter Firmen berichteten jedoch nach Aussage der »Freien Presse«, dass es auf dem Gelände von Redesta schon häufiger nach Lösungsmittel gerochen habe.

Es roch schon öfter nach Lösungsmitteln

Auch für die Feuerwehr ist die Firma Redesta kein unbekanntes Unternehmen. Deren Brandmelder hatten schon häufiger Alarm geschlagen und die Feuerwehr anrücken lassen - bislang allerdings grundlos.

Laut der Internetseite des Unternehmens erfolgt die Verarbeitung von Lösemittel ausnahmslos in »modernen, nach BImSchG (Anmerk. d. Redaktion: Bundes-Immissionsschutzgesetz) genehmigten Destillationsanlagen«. Prominent ist ein »TÜV-Süd«-Siegel auf der Internetseite platziert.

Text: Redaktion arbeitssicherheit.de
Foto: © Andrey Kiselev - Fotolia.com

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