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Stellungnahme der wissenschaftlichen Fachgruppe RehaFutur zur Zukunft der beruflichen Rehabilitation in Deutschland

Eine Gruppe von Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen hat eine Vielzahl von konkreten Vorschlägen entwickelt, die das hochleistungsfähige System beruflicher Rehabilitation dauerhaft sichern sollen. Das Ergebnis der zweijährigen Arbeit übergaben die Wissenschaftler heute Bundesarbeitsminister Olaf Scholz als Bericht. Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales entwickelten die Wissenschaftler Empfehlungen, wie berufliche Rehabilitation auch unter veränderten wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bedingungen so erfolgen kann, dass erwachsene Menschen mit Handicaps an Beruf und Gesellschaft teilhaben können.

Nach Ansicht von Bundesminister Olaf Scholz enthalten die Vorschläge der Wissenschaftlichen Fachgruppe ein "enormes Innovationspotenzial" für das System der beruflichen Rehabilitation. Dies müsse in den nächsten Jahren umgesetzt werden. Der vom BMAS initiierte Prozess RehaFutur biete dazu eine geeignete Plattform.

"Unsere Wirtschaft und die Betriebe brauchen jeden. Auch Menschen mit Handicaps. Wer mit Hilfe beruflicher Reha gelernt hat, herbe Schicksalsschläge wie schwere Erkrankungen oder Behinderungen erfolgreich zu meistern und zudem fachlich auf der Höhe der Zeit ist, stellt für jedes Unternehmen ein Gewinn dar. Seine Fähigkeiten und Fertigkeiten sollten gefragt sein. Er ist sehr oft leistungswilliger und leistungsfähiger als vermutet. Er ist menschlich und fachlich stark und passt in jedes gute Team," erklärte Olaf Scholz.

Nach Einschätzung der Wissenschaftlichen Fachgruppe sind drei Faktoren entscheidend für die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen oder Behinderungen: die Stärkung aller Fähigkeiten zur Selbstbestimmung des Einzelnen, die dazu notwendige Individualisierung von Hilfe und Unterstützung sowie die frühzeitige Orientierung auf Integration in den Arbeitsmarkt.

Dazu sagte Professor Dr. Hans-Peter Riedel, Vorsitzender der Wissenschaftlichen Fachgruppe: "Nur ein System aktivierender Hilfen, die aufeinander abgestimmt und individuell auf den Einzelnen zugeschnitten sind, wird den besonderen Bedürfnissen dieser Personengruppe und Anforderungen des Arbeitsmarktes gerecht. Die individuelle Koordinierung und Steuerung von Rehabilitationsprozessen wird dabei die zentrale Herausforderung für das System beruflicher Reha".

Für acht Handlungsfelder sehen die Wissenschaftler Reform- und Innovationsbedarf, um die Effizienz und Effektivität des Systems beruflicher Reha dauerhaft zu sichern. Wichtig sind vor allem die bessere Information der Betroffenen, ihre stärkere Selbstbestimmung im Prozess beruflicher Reha, die Individualisierung aller Leistungen und eine engere Vernetzung mit Unternehmen und Betrieben.

Die Vorschläge richten sich einerseits an die Rehabilitationsträger, also im Wesentlichen an die gesetzliche Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung, und andererseits an die sogenannten Leistungserbringer, insbesondere ambulante und stationäre Einrichtungen, die Angebote zur beruflichen Rehabilitation machen.

Allein die beiden größten Rehabilitationsträger, die Deutsche Rentenversicherung und die Bundesagentur für Arbeit, geben zusammen in diesem Jahr voraussichtlich über 3,5 Mrd. Euro für Leistungen zur beruflichen Reha aus.

Nachdrücklich appellierte der Minister an Betriebe und Unternehmen, auch Menschen mit Handicaps eine Chance zu geben. Das sei vor allem auch ein Gebot wirtschaftlicher Vernunft mit Blick auf die demografische Entwicklung. Berufliche Rehabilitation müsse deshalb auf Dauer erfolgreich sein, angefangen von wirksamer Prävention bis zu nachhaltiger Wiedereingliederung.

Der Bericht kann hier im PDF heruntergeladen werden.

Quelle: Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) - http://www.bmas.de

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