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Sitzt die Krawatte zu eng, sinkt die Leistungsfähigkeit

Krawatten sind im klassischen Geschäftsleben nicht mehr wegzudenken. Sie gehören zum Dresscode und symbolisieren Erfolg und Leistung. Dass der Schlips auch Probleme bereiten kann, darüber wissen die wenigsten Männer Bescheid. Denn sitzt die Krawatte zu eng am Hals, sinkt die Konzentration.


Dresscode bedeutet das Tragen eines formal entsprechenden Anzugs oder Kleids, angepasst an die jeweiligen Anforderungen einer Veranstaltung. Dabei kommt es nicht auf den Wert der Kleidung, der Modernität oder der Marke des Herstellers an. Viele Geschäftsmänner halten sich an diese Regeln und tragen im Beruf Anzug und Krawatte. Schon das Binden eines Schlipses ist für viele Männer ein schwieriges Unterfangen. Dass sich eine falsch gebundene Krawatte aber auch auf die Leistungsfähigkeit auswirken kann, ist sicher den wenigsten Männern bekannt.

Drückt der Knoten, sinkt die Konzentration

Eine Pilotstudie an den Hohenstein Instituten in Bönnigheim fand heraus, dass sich eine falsch gebundene Krawatte negativ auf die Leistungsfähigkeit des Schlipsträgers auswirkt. Bis zu 80 Prozent der Krawattenträger binden den Knoten derart stramm, dass er auf die ableitenden Blutgefäße am Hals Druck ausübt. Dadurch steigert sich der Druck im Schädel, was wiederum das Wohlbefinden und die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigt. Beeinflusst wird außerdem die Sehfähigkeit. Es kann ein erhöhter Augeninnendruck entstehen, der zu einem Grünen Star (Glaukom) führt (Jonas JB, British J. Ophtalmol. 2005).

Fehlerrate und Stresspegel steigen

Tests der Studie haben gezeigt, dass bei einem Druck von 40-60 mmHg zwischen Haut und Hemdkragen die Konzentration der Probanden innerhalb einer Stunde um bis zu 70 Prozent gesunken ist. Dadurch steigert sich zusätzlich die Fehlerrate um 85 Prozent bei computergestützten Tätigkeiten, die Koordinations- und Reaktionsvermögen erfordern. Zur Bestimmung des Stresspegels haben die Forscher außerdem die Hautleitfähigkeit der Studienteilnehmer gemessen und nachgewiesen, dass sich diese um mehr als 25 Prozent erhöht, also der Stress steigt, wenn der Knoten zu eng sitzt.

„Unsere psychophysiologischen Untersuchungsmethoden erfassen hierbei exakt die Wirkungen von falsch gewählter Kleidung auf den Menschen anhand seiner unbewussten, physiologischen Reaktionen“, so Dr. Timo Hammer, Professor an den Hohenstein Instituten. Er plädiert deshalb für mehr Lockerheit bei Schlipsträgern.“

Quelle/Text: Hohnenstein, Redaktion arbeitssicherheit.de
Foto: © tankist276 - Fotolia.com

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