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Richtig Heizen und Lüften im Büro

»Es ist noch keiner erstunken, aber schon viele sind erfroren«, giftet Werner seine Kollegin an, die gerade wieder das Fenster im gemeinsamen Büro öffnen will. Wenn draußen Minusgrade herrschen, erhitzen sich drinnen oft die Gemüter über die richtige Temperatur.

Doch die eine Wohlfühltemperatur gibt es nicht. »Behaglichkeit ist eine individuelle Empfindung«, erläutert Dr. Kersten Bux von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) mit Sitz in Dortmund. »Verschiedene Personen können die gleiche Temperatur als angenehm, zu warm oder zu kalt empfinden. Deshalb ist während der Heizperiode im Büro eine Temperatur zwischen 20 und 24 Grad empfehlenswert«, ergänzt der Experte für Raumklima und weist auf die Arbeitsstätten-Richtlinie hin, die eine Mindesttemperatur von 20 Grad für leichte Tätigkeiten im Sitzen vorschreibt. Wärmer als 26 Grad sollte es aber auch nicht werden, denn mit steigender Temperatur sinken Leistungsfähigkeit und Aufmerksamkeit. »Bei etwas kühleren Temperaturen lässt es sich effektiver arbeiten«, rät deshalb Kersten Bux.

Das Risiko eines Streits um die richtige Temperatur im gemeinsam genutzten Büro liegt bei 1:20. »Untersuchungen haben gezeigt, dass mindestens fünf Prozent der Befragten unzufrieden in Bezug auf die Behaglichkeit sind«, berichtet Dr. Bux. »Darüber hinaus unterscheidet sich das Wärmeempfinden von Männern und Frauen«. Bevor jedoch der Kampf ums Thermostat einsetzt, kann auch passende Bekleidung für die eigene Wohlfühltemperatur sorgen. Im Winter bewährt sich dabei die Zwiebeltechnik, bei der mehrere dünne Kleidungsstücke übereinander getragen werden. Die Luft zwischen den Kleidungsstücken isoliert zusätzlich. Und wenn es zu warm wird, kann die oberste »Schicht« einfach abgelegt werden.

Angst vor hereinbrechender Kälte darf aber nicht das Lüften einschränken. Für normale Büroräume reicht dreiminütiges Stoßlüften pro Stunde. Während dieser Zeit wird zwar die Luft ausgetauscht, die Wände kühlen jedoch nicht aus. Zugluft sollte dabei grundsätzlich vermieden werden. Angesichts hoher Energiepreise schont dieses Vorgehen nicht nur die Gesundheit, sondern auch den Geldbeutel. »Am besten verlegt man das Stoßlüften in kleine Pausen«, regt Dr. Bux an.

Doch kalte Luft ist trockene Luft. Deshalb benötigt die Haut im Winter besondere Pflege. Fettreiche Cremes für Hände und Gesicht beugen der Austrocknung vor und verhindern so quälendes Brennen und Jucken der Hautpartien. Ebenso sollte ausreichend getrunken werden. Hier reicht jedoch die normale Flüssigkeitsmenge von rund zwei Litern pro Tag. Hingegen muss die Raumluft im Allgemeinen nicht zusätzlich befeuchtet werden.

»Eigentlich ist es einfach, im Büro gesund durch die Heizperiode zu kommen. Manchmal ist jedoch etwas Rücksicht nötig, damit das »Klima« im Büro stimmt«, schließt Dr. Bux augenzwinkernd ab.

Quelle: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) - http://www.baua.de


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