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Pflegedienst: »Ich hab Rücken«

Empfehlungen herkömmlicher Rückenschulen sind bei Muskel-Skelett-Erkrankungen von Pflegemitarbeitern nicht ausreichend. Das Präventionsprogramm »Rückengerechter Patientenransfer (RPT)« geht gezielt auf Rückenbelastungen bei Pflegedienstkräften ein.


Pflegemitarbeiter sind hohen körperlichen Belastungen ausgesetzt. Durch das ständige Heben und Ziehen der Patienten leiden sie häufig unter starken Rückenbeschwerden, die durch herkömmliches Rückentraining nicht behebbar sind. Deshalb hat der Bundesverband der Unfallversicherungsträger BAGUV von einer Arbeitsgruppe aus der Rheumaklinik Bad Bramstedt und der Orthopädischen Universitätsklinik Eppendorf das Programm Rückengerechter Patiententransfer entwickeln lassen, das sich gezielt mit Rückenproblemen bei Pflegekräften befasst. Ziel des Präventionsprogramms: die mechanische Belastung beim Patiententransfer zu reduzieren. Die Arbeit soll dabei nicht nur auf lange Sicht gesünder, sondern unmittelbar einfacher und bequemer werden.

Bei der Umsetzung dieses Programms ist aber nicht nur die Mithilfe der Arbeitgeber gefragt, auch der Pflegemitarbeiter muss sich einsetzen und aktiv an der Gesundung seines Rückenleidens arbeiten.

Was der Arbeitgeber tun kann
Der Arbeitgeber kann, indem er Sorge für einen ergonomisch gestalteten und sicheren Pflegarbeitsplatz trägt, Neu-Erkrankungen eindämmen, als auch die Rehabilitation und Weiterbeschäftigung bereits erkrankter Arbeitnehmer sichern. Dazu ergänzendt gehört die Bildung von Pflegteams sowie eine umfassende Gefährdungsbeurteilung.

Was kann der Pflegemitarbeiter im Arbeitsalltag verändern?
Wichtig ist, dass Pflegedienstarbeiter für die Problematik arbeitsbedingter Haltungsschäden sensibilisiert werden. Sie müssen lernen, alte Haltung- und Verhaltensmuster abzulegen.

Beispielsweise sollten Pfelgmitarbeiter

  • beim Umlagern von Patienten möglichst kurze Wege wählen
  • Transport- und Hebegeräte verwenden
  • Patienten ziehen und schieben, statt Patienten anzuheben
  • häufig gebrauchte Hygieneartikel in Griffhöhe lagern und so überflüssiges Bücken vermeiden
  • vorbeugend regelmäßiges Rückentraining in seinen Alltag einplanen.

Die GUV-Information GUV-I 8535 - Rückengerechter Patiententransfer gibt Tipps zu Umsetzungsmöglichkeiten, Techniken, biomechanischen, psychosozialen und medizinischen Hintergründen sowie Eigenübungen.

Zuständige Unfallversicherungsträger halten die Broschüre für Interessenten bereit.

Quellen: BAuA, Unfallkasse Berlin (UKB), Redaktion arbeitssicherheit
Foto:© Dron - Fotolia.com

Arbeitssicherheit: Lesen Sie dazu auch Betriebliche »Gesundheitsförderung – mit gesunden Mitarbeitern durch die Krise«

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