Fachbeitrag  Arbeitssicherheit  

Sicher unterwegs auf Arbeits- und Dienstwegen im Herbst

Im Herbst droht Rutschgefahr auf Arbeits- und Dienstwegen
Foto: © bluedesign - stock.adobe.com

Das Herbstwetter erfordert besondere Aufmerksamkeit aller Verkehrsteilnehmer. Neben Laub und nassen Straßen lässt in der dunklen Jahreszeit auch Wildwechsel das Unfallrisiko steigen.

Im Herbst gilt Vorsicht auf Arbeits- und Dienstwegen. Der Grund: Nässe und Laub sorgen für glatte Straßen. Das trifft ebenso auf Rad- und Gehwege zu. Darüber hinaus verschlechtert Dunkelheit in frühen Morgen- und Abendstunden die Sichtverhältnisse. Davon betroffen sind vor allem Beschäftigte mit sehr frühen oder späten Arbeitszeiten – sei es im Bäckerhandwerk, in der Gastronomie oder im Schichtdienst. Die Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gastgewerbe (BGN) verzeichnete alleine im Jahr 2016 über 11.000 Wegeunfälle.

Helle, reflektierende Kleidung für Fußgänger und Radfahrer

Um sicher durch Herbst und Winter zu kommen, rät die BGN Fußgängern dazu, auf das richtige Schuhwerk zu achten. So sorgen rutschhemmende Profilsohlen für mehr Halt. Ein Risiko für Fußgänger stellt ebenso dunkle Kleidung dar. Sie sollten daher auf helle Farben setzen und reflektierende Elemente an ihrer Kleidung befestigen. Auf diese Weise nehmen andere Verkehrsteilnehmer Fußgänger besser wahr. Wichtig bei alledem ist es, auch auf die Beinkleidung zu achten. Denn: Die Autoscheinwerfer erfassen zuerst die untere Körperhälfte. Warnwesten sorgen ebenfalls für mehr Sicherheit.

Für die Sicherheit von Fahrradfahrern ist der Schutzhelm von großer Bedeutung. Dieser sollte im besten Fall mit Beleuchtung versehen sein. Auch bei Radfahrern kann die passende Kleidung das Unfallrisiko im Straßenverkehr reduzieren. Der Auto Club Europa (ACE) rät zu reflektierenden Gürteln, Schärpen und Bändern. Wem das Anlegen dieser Sachen zu aufwendig ist, für den sei Radbekleidung eine Alternative. Reflektierende Elemente sind aufgebracht oder eingearbeitet und entfalten in der Dunkelheit fluoreszierende Wirkung. Auf diese Weise ist die gesamte Kontur des Radfahrers zu erkennen. Eine funktionierende Lichtanlage gehört selbstverständlich zu jedem Fahrrad. Diese gilt es vor jedem Fahrtantritt zu prüfen. Enthalten sein sollte ein Frontlicht, ein Schlusslicht mit Rückstrahler sowie Reflektoren an Pedalen und in den Speichen. Manche Modelle verfügen ebenso über reflektierende Reifen.

Wildwechsel: Gefahr für Autofahrer im Herbst

Neben glatten Straßen durch Reif, Nässe und Laub müssen Autofahrer im Herbst mit weiteren Gefahren rechnen: Wildwechsel. Insgesamt 228.550 Wildunfälle ereigneten sich in der Saison 2015/2016. Dabei erlitten rund 3.000 Personen schwere Verletzungen, 13 Personen sogar tödliche Verletzungen. »Wildunfälle können sich jederzeit ereignen, aber am größten ist die Gefahr morgens und abends in der Dämmerung, wenn die Tiere ihre Futterplätze aufsuchen«, warnt Markus Egelhaaf, Unfallforscher bei DEKRA. »Erhöhte Vorsicht ist für Autofahrer vor allem in Waldgebieten, an Waldrändern, an Feldern und dicht bewachsenen Flächen geboten.« Ratsam sei hier das Fahren mit angepasster Geschwindigkeit sowie angrenzende Bereiche im Blick zu behalten. Insbesondere in der Dämmerung solle man in diesen Gebieten immer bremsbereit sein.

Falls ein Tier am Straßenrand auftaucht, sollten Autofahrer sofort ihre Geschwindigkeit senken, abblenden und hupen. Taucht ein Tier auf, ist mit nachfolgenden Tieren zu rechnen. Doch was tun, wenn ein Wildtier auf die Fahrbahn läuft? »Das Lenkrad gut festhalten und voll bremsen. Ausweichmanöver enden nicht selten mit einer folgenschweren Kollision mit dem Gegenverkehr oder an einem Baum. Deshalb ist Geradeaus häufig die bessere Alternative«, sagt Egelhaaf. Bei Kollision mit einem Wildtier gilt: Warnblinklicht einschalten, Warnweste überziehen und die Unfallstelle sichern – im besten Fall in beide Richtungen – sowie die Polizei oder den zuständigen Jagdpächter informieren. Gibt es Verletzte, den Rettungsdienst verständigen. Verletzten Tieren keinesfalls zu nahe kommen, noch sie mit bloßen Händen anfassen. Und: Wild keinesfalls mitnehmen.

Quelle/Text: BGN, ACE, DEKRA / Redaktion arbeitssicherheit.de (SL)

Rutschgefahr: Lesen Sie auch »Glatte Straßen im Herbst« >>

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