Fachbeitrag  Arbeitssicherheit  

Mit Sicherheit ein (50)Plus fürs Unternehmen!

Arbeitgeber, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Generation »50plus« einstellen, profitieren von deren Erfahrung, Rationalität und Motivation. Dank über viele Jahre erworbener Fähigkeiten, hoher Sozialkompetenz und präziser Risikoeinschätzung können sie erheblich zum ökonomischen Erfolg und zur Sicherheit eines Unternehmens beitragen.


In anderen Ländern, beispielsweise in den USA, bemühen sich Personal-Scouts inzwischen sogar, bereits pensionierte Ältere gezielt zu kontaktieren.

Arbeitnehmer, die älter als 50 Jahre sind, finden nach einem Arbeitsplatz-Verlust oft keine neue Stelle, obwohl sie über betriebswirtschaftlich wertvolle Berufs- und Lebenserfahrung verfügen: Personalabteilungen bevorzugen in der Regel jüngere Mitarbeiter. Demzufolge lassen Unternehmen per Verzicht auf qualitativ hochwertige ältere Arbeitskräfte auch Synergieeffekte ungenutzt, die sich gerade aus der Zusammenarbeit junger und älterer Kollege(inn)en ergeben würden. Hinsichtlich wichtiger »Soft Skills« wie Sozialkompetenz, Urteilsvermögen, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein sind ältere Mitarbeiter den jüngeren nicht selten überlegen. Im Umgang mit Kollegen und Vorgesetzten nutzen Arbeitnehmer über 50 eine ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, die sie auch zur Konfliktbewältigung prädestiniert.

Risiko-Minimierung durch Know-how und Erfahrung

Wenn es um Arbeitssicherheit, Qualitätssicherung oder das Abwägen von Risiken geht, können ältere Arbeitnehmer ihre Stärken gewinnbringend ausspielen. Wo angesichts komplexer Entscheidungen manchen jüngeren Kolleg(inn)en Erfahrungspotential und Know-how fehlen, kann ein erfahrener Teamplayer die Optimierung des »Workflows« und Minimierung des Risikos entscheidend voranbringen. Arbeitnehmer über 50 sind dank langjähriger Berufserfahrung mit der Problematik vieler Arbeitsabläufe bestens vertraut, überblicken schon intuitiv die Kosten-Nutzen-Bilanz und können etwa den Marktwert von Produkten oder Service-Leistungen ganz realistisch einschätzen.

Für die Beschäftigung älterer Mitarbeiter sprechen auch neueste Erkenntnisse zur Unternehmens-Diversity: Demzufolge arbeiten Belegschaften besonders effektiv, wenn sich ein Team aus unterschiedlichen Kulturen, Persönlichkeiten und Altersklassen zusammensetzt. Davon profitieren Firmen nicht zuletzt bei der Aus- und Weiterbildung ihrer Nachwuchskräfte, denn Theorie- und Praxiswissen werden zwischen Alt nach Jung effizient ausgetauscht.

Auch in der Kommunikation mit Geschäftspartnern bieten gemischte Altersgruppen ein deutliches Plus an Flexibilität, weil sich ältere Kunden von einem gleichaltrigen Gesprächspartner besser verstanden fühlen als von einem drei oder vier Jahrzehnte jüngeren Gegenüber. Kann eine Firma bei Bedarf entsprechend reagieren, bedeutet das einen klaren Vorteil für alle Bereiche, in denen Verhandlung, Beratung und Dienstleistungen eine Rolle spielen.

Arbeitnehmer über 50 – Motivation und Nachhaltigkeit

Gefragte junge Fachkräfte müssen mit lukrativen Angeboten ins Unternehmen geholt werden, sind aber eventuell schnell bereit, sich von der attraktiveren Konkurrenz abwerben zu lassen. Dagegen stehen qualifizierte Fachkräfte der Generation 50plus hierzulande (noch) nicht im Visier der Headhunter und neigen eher selten dazu, aus Karrieregründen etwa den Wohnort zu wechseln. Ihre Einarbeitung ist daher eine nachhaltige Investition, denn sie stehen dem Betrieb relativ langfristig zur Verfügung.

Hinzu kommen in der Regel Kompromissbereitschaft und moderate Gehaltsvorstellungen - Arbeitnehmer über 50 suchen oft primär nach neuen Herausforderungen und bringen ihr Expertenwissen hochmotiviert ein. Zugleich besteht eine starke Lernbereitschaft, auch hinsichtlich moderner IT-Medien und Kommunikationsformen, falls dieses Wissen nicht ohnehin schon vorhanden ist.

Weitere Pluspunkte der »Best Ager« sind die meist über viele Jahre gepflegten Geschäftskontakte, ihre selbstverständliche Verantwortungsbereitschaft, Prinzipientreue und grundsätzliche Selbstdisziplin – »weiche« Faktoren, die jedoch im Alltag ganz erheblich zu einem positiven Betriebsklima beitragen können.

Potenzial erkennen – Förderung nutzen!

Laut arbeitswissenschaftlicher Studien stehen Arbeitnehmer 50plus in ihrer Leistungsfähigkeit kaum hinter den jüngeren Kollegen zurück, bei geistiger oder weniger schwerer körperlicher Arbeit gilt dies sogar noch für 70-Jährige. Wie die Statistik zeigt, besteht auch kein Zusammenhang zwischen zunehmendem Alter und krankheitsbedingten Fehlzeiten.

Bereits heute zeichnet sich ein deutlicher Zukunftstrend ab: In den nächsten Jahren müssen Unternehmen in Deutschland vermehrt auf Fachkräfte jenseits der 50 zurückgreifen. Seit einigen Jahren schon unterstützt das Bundesprogramm »Perspektive 50plus« die Integration über 50-jähriger Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt und kann auf meist positive Erfahrungen der Arbeitgeber verweisen.
Stellt ein Unternehmen ältere Arbeitnehmer(inn)en, so kann es Eingliederungszuschüsse erhalten, die das finanzielle Risiko in der Einarbeitungsphase abdecken. Dank unterschiedlicher und flexibler Möglichkeiten der finanziellen Bezuschussung hat sich dieses Fördermittel vielfach bewährt und trägt entscheidend zur Unterstützung langfristiger und für beide Seiten profitabler Beschäftigungsverhältnisse bei.

Quellen/Text: jobware.de / sentiso.de / perspektive50plus.de, Redaktion arbeitssicherheit.de
Bild: © Doris Heinrichs - Fotolia.com

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