Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108

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Abschnitt 2.3, 2.3 Sicheres An- und Abkuppeln von Fahrzeugen
Abschnitt 2.3
Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108
Titel: Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: BGHM-I 108
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.3 – 2.3 Sicheres An- und Abkuppeln von Fahrzeugen


Abb. 2-30
DGUV Information
214-080:
Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen
Ein Wort vorweg

Bei den tödlichen Unfällen mit Lkw stehen die Kuppelunfälle nach den Verkehrsunfällen an zweiter Stelle.

Warum kommt es beim Kuppeln von Fahrzeugen immer wieder zu solch schweren Unfällen?

Bei der Untersuchung dieser Unfälle stellt sich fast immer heraus, dass nicht technische Mängel, sondern unsachgemäßes Verhalten bis hin zu bodenlosem Leichtsinn die Ursache waren.

Solche folgenschweren Unfälle sind vermeidbar, wenn beim Kuppeln ordnungsgemäß und mit "eingeschaltetem" Verstand vorgegangen wird.

Dies setzt voraus, dass bestimmte Regeln und Hinweise bekannt sind und beachtet werden.

Diese Regeln und Hinweise, aber auch einige Empfehlungen für die Neubeschaffung von Fahrzeugen, sind in dieser BG Information zusammengefasst.

(Quelle: Vorwort DGUV Information 214-080)
  Tabelle 4 Sicheres Absatteln (Sattelkupplung)
1.Absatteln des beladenen Sattelanhängers zulässig? Stützlast auf Fabrikschild der Sattelstütze angegeben?
2.Sattelzug möglichst gestreckt positionieren
3.Feststellbremsen von Zugmaschine und Auflieger betätigen
4.Aufstandsflächen für die Sattelstützen auf Tragfähigkeit prüfen
5.Luftfederbälge entlüften, wenn möglich
6.Unterlegkeile anlegen
7.Sattelstützen ausfahren
8.Verbindungsleitungen trennen:
  1. 1.

    Vorratsleitung (roter Kupplungskopf)

  2. 2.

    Bremsleitung (gelber Kupplungskopf)

  3. 3.

    Weitere Anschlüsse

9.Sattelkupplung öffnen
10.
  1. a)

    Bei Zugmaschine mit Luftfederung

    • Zugmaschine ca. 30 cm vorfahren und anhalten

    • Zugmaschine mittels Luftfederung ca. 5 -10 cm absenken

    • Zugmaschine ganz ausfahren

  2. b)

    Bei Zugmaschine mit Blattfederung: Zugmaschine langsam vorziehen.

11.Falls erforderlich: Park-Warntafel anbringen
12.Liftachse absenken, wenn der abgesattelte Sattelanhänger beladen werden soll
13.Zum Be- oder Entladen zusätzliche Abstützungen anbringen, falls erforderlich
  Tabelle 5 Sicheres Aufsatteln (Sattelkupplung)
1.Ist die Verbindung Sattelzugmaschine - Sattelanhänger zulässig?
2.Feststellbremsen von Zugmaschine und Auflieger betätigen
3.Unterlegkeile anlegen
4.Zugmaschine bis dicht an den Auflieger heranfahren
5.
  1. a)

    Bei Sattelzugmaschine mit Luftfederung: Zugmaschine mittels Luftfederung so weit in der Höhe verstellen, dass beim Unterfahren ein Luftspalt (ca. 5 cm) zwischen Sattelplatte und Aufgleitplatte besteht.

  2. b)

    Bei Sattelzugmaschine mit Blattfederung: Sattelanhängervorderkante etwa in Höhe Sattelkupplung einstellen. Sattelplatte hinten herunterdrücken

6.Sattelkupplung öffnen
7.Gefahrbereich verlassen, zwischen den Fahrzeugen heraustreten!
8.
  1. a)

    Bei Zugmaschine mit Luftfederung:

    8.1 Zugmaschine bis ca. 30 cm vor den Zugsattelzapfen unter den Auflieger fahren und anhalten

    8.2 Zugmaschine mittels Luftfederung anheben, bis Kontakt zwischen Sattelplatte und Aufgleitplatte besteht

    8.3 Durch Zurückfahren kuppeln

  2. b)

    Bei Zugmaschine mit Blattfederung:

    Zugmaschine einfahren

9.Zugmaschine mit Feststellbremse festsetzen
10.Kontrolle, ob Sattelkupplung ordnungsgemäß geschlossen ist
11.Nichtselbsttätige Sicherung: Betätigungseinrichtung sichern
Selbsttätige Sicherung: Kontrolle, ob die Sicherung eingefallen ist
12.Verbindungsleitungen anschließen:
  1. 1.

    Bremsleitung (gelber Kupplungskopf)

  2. 2.

    Vorratsleitung (roter Kupplungskopf)

  3. 3.

    Weitere Anschlüsse

13.Sattelstützen in Fahrstellung bringen und Kurbel sichern
14.Unterlegkeile entfernen und verstauen
15.Feststellbremse des Sattelanhängers lösen
16.Falls erforderlich:
  • Luftfeder des Sattelanhängers und/oder der Sattelzugmaschine nachregulieren

  • Liftachse anheben oder absenken

  • Park-Warntafel abdecken oder entfernen

17.Abfahrtkontrolle

Kuppelunfälle haben einen hohen Anteil an tödlichen Unfällen mit Lkw. Die Unfallursache sind häufig nicht technische Mängel, sondern unsachgemäßes Verhalten der Beteiligten.

Um diese schweren Unfälle zu vermeiden, regeln die Unfallversicherungsträger in § 40 der Unfallverhütungsvorschrift DGUV Vorschrift 70 "Fahrzeuge" die sichere Vorgehensweise beim An- und Abkuppeln. Weitere Informationen enthält die DGUV Information 214-080 (bisher BGI 599) "Sicheres Kuppeln von Fahrzeugen".

Bevor mit dem An- und Abkuppeln begonnen wird, ist Folgendes zu beachten:

  • Kontrolle der Funktionen der Verbindungseinrichtungen, bevor sie benutzt werden; auch diese Bauteile unterliegen einem Verschleiß, wodurch die sichere Funktion beeinträchtigt werden kann.

  • Tragen von Persönlicher Schutzausrüstung; für die Kuppelvorgänge sind Arbeitshandschuhe erforderlich.

  • Tragen einer Warnweste, wenn mit anderen Fahrzeugen oder Flurförderzeugen gerechnet werden muss

Abb. 2-31
Detailaufnahme einer Bolzenkupplung

  Tabelle 6 Sicheres Abkuppeln (Bolzenkupplung)
1.Zug möglichst gestreckt positionieren
Ausreichend Freiraum zum späteren Ankuppeln vorsehen
2.Feststellbremsen von Zugfahrzeug und Anhänger betätigen
3.Unterlegkeile anlegen
4.
  1. a)

    Gelenkdeichselanhänger: Höheneinstelleinrichtung festsetzen, soweit erforderlich

  2. b)

    Starrdeichselanhänger: Stütze so weit absenken, bis Zugöse leicht vom Fangmaulgrund abgehoben ist

5.Verbindungsleitungen trennen:
  1. 1.

    Vorratsleitung (roter Kupplungskopf)

  2. 2.

    Bremsleitung (gelber Kupplungskopf)

  3. 3.

    Weitere Anschlüsse

6.Kupplung öffnen, Handhebel bis zum Anschlag betätigen
7.Zugfahrzeug vorziehen
8.Achtung: Starrdeichselanhänger können unter ungünstigen Bedingungen hochschlagen
9.Kupplung schließen
10.Falls erforderlich: Park-Warntafel anbringen
  Tabelle 7 Sicheres Ankuppeln (Bolzenkupplung)
1.Ist die Verbindung Zugfahrzeug - Anhänger zulässig?
2.Ist die Feststellbremse betätigt?
3.Sind die Unterlegkeile angelegt?
4.Vorderachsbremse lösen (nur beim Gelenkdeichselanhänger)
5.Mit dem Zugfahrzeug bis auf ca. 1 m an die Zugöse heranfahren
6.Zugöse ausrichten

Gelenkdeichselanhänger:
Zugöse auf Kupplungshöhe einstellen
Starrdeichselanhänger:
Zugöse auf Fangmaulmitte oder geringfügig auf unteren Lappen des Fangmauls einstellen
7.Kupplung öffnen, Handhebel bis zum Anschlag betätigen
8.Aus dem Gefahrbereich zwischen Zugfahrzeug und Anhänger heraustreten
9.Durch Zurücksetzen des Zugfahrzeugs kuppeln, nie durch verbotenes Auflaufenlassen!
10.Zugfahrzeug mit Feststellbremse festsetzen
11.Kontrolle, ob Kupplung geschlossen und gesichert ist
12.Verbindungsleitungen anschließen:
  1. 1.

    Bremsleitung (gelber Kupplungskopf)

  2. 2.

    Vorratsleitung (roter Kupplungskopf)

  3. 3.

    Weitere Anschlüsse

13.
  1. a)

    Gelenkdeichselanhänger: Höheneinstelleinrichtung lösen, soweit erforderlich

  2. b)

    Starrdeichselanhänger: Stütze in Fahrstellung bringen

14.Unterlegkeile entfernen und verstauen
15.Anhängerfeststellbremse lösen
16.Anhängerlastventil - soweit noch vorhanden -
einstellen
17.Falls erforderlich:
  • Luftfeder nachregulieren

  • Liftachse anheben oder absenken

  • Park-Warntafel abdecken oder entfernen

18.Abfahrtkontrolle