Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 10.6, 10.6 Ladungssicherung besonderer Güter der M...
Abschnitt 10.6
Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108
Titel: Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: BGHM-I 108
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 10.6 – 10.6 Ladungssicherung besonderer Güter der Metallindustrie

10.6.1 Ladungsträger der Automobilindustrie

Das Grundprinzip der Sicherung lautet:

rutschhemmendes Material + Blockieren durch den Fahrzeugaufbau oder RHM + Sichern mit Zurrmitteln.

Abb. 10-53
Ladebeispiel

Abb. 10-54
Blockieren mit Sperrbalken

Abb. 10-55
Sicherung van Ladungsträgern durch Niederzurren

Allgemeine Hinweise

  • Ladungsträger der Automobilindustrie bestehen überwiegend aus standardisierten Elementen im Modulmaß.

  • Es kommen zum Beispiel VDA-Kleinladungsträger, Flachpaletten mit Stapelrand, aber auch Spezialladungsträger zum Einsatz.

  • Die Ladungssicherung erfolgt über den Fahrzeugaufbau oder es werden Zurrgurte verwendet.

Besondere Hinweise

  • Die Ladungssicherung von Ladungsträgern wird in der Richtlinie VDI 2700 Blatt 6 (Stückgut) beschrieben.

  • Weitere Informationen:

    • Richtlinie VDI 2700 (Grundwerk)

    • BGL Praxishandbuch "Laden und Sichern"

    • Daimler-Richtlinie 9.5.

  • Diese Ausarbeitungen werden häufig durch firmenspezifische Verladeanweisungen in die Praxis umgesetzt.

  • Diese Verladeanweisungen sollten konsequent umgesetzt werden.

Abb. 10-56
Sicherung durch Blockieren und Zurren

Abb. 10-57
Kann nur wenig Kraft aufnehmen: Klemmbrett

Abb. 10-58
Hier formschlüssig gestapelt: Gitterboxen

Abb. 10-59
Kann deutlich mehr Ladung sichern: Sperrbalken

10.6.2 Coils

Das Grundprinzip der Coilsicherung lautet:

rutschhemmendes Material + Blockieren nach vorn + Sichern gegen Rollen + Fixieren mit Zurrmitteln.

Abb. 10-60
Coil in Mulde

Abb. 10-61
Spaltband mit zusätzlicher Sicherung gegen Kippen

Abb. 10-62
Coits auf Palette - durch Schlingenzurren gesichert

Allgemeine Hinweise

  • Ein Coil ist ein gewickeltes Band aus Stahl oder Aluminium.

  • Leichtere Coils, bis etwa 8 Tonnen, werden zum Transport oftmals auf speziellen Ladungsträgern (Coilpaletten) verladen.

  • Schwere Coils werden liegend in einer Coilmulde transportiert.

  • Schmale Coils werden als Spaltband bezeichnet und sind wegen ihrer besonderen Instabilität zusätzlich noch gegen Kippen zu sichern.

  • Zur Sicherung können Zurrgurte oder Zurrketten verwendet werden.

Besondere Hinweise

  • Die Ladungssicherung von Coils wird in der Richtlinie VDI 2700 Blatt 19 beschrieben.

  • Weitere Informationen:

    • Richtlinie VDI 2700 (Grundwerk)

    • BGL Praxishandbuch "Laden und Sichern", Band 4

    • Merkblatt 114 des Stahl-Informations-Zentrums.

  • Diese Ausarbeitungen werden häufig durch firmenspezifische Verladeanweisungen in die Praxis umgesetzt.

  • Diese Verladeanweisungen sollten konsequent umgesetzt werden.

Abb. 10-63
Vorbereiten der Coilmulde mit Rungen und RHM

Abb. 10-64
Zurrmittel zur rückwärtigen Sicherung nach vorn abspannen

Abb. 10-65
Positionieren eines Coils gegen Steckrungen

Abb. 10-66
Muldenabdeckbretter als Abstandhalter und Gurte mit Kantenschutz

10.6.3 Grobbleche

Das Grundprinzip der Sicherung von Grobblechen:

rutschhemmendes Material + Blockieren nach vorn + Fixieren mit Zurrmitteln.

Abb. 10-67
Blockieren mit Steckrungen

Abb. 10-68
Rutschhemmendes Material auf und unter dem Kantholz

Abb. 10-69
Fixieren

Allgemeine Hinweise

  • Ein Grobblech ist ein Stahlblech mit einer Blechstärke ab 5 mm.

  • Zum Transport gelangen Bleche mit

    • gleicher Breite und gleicher oder unterschiedlicher Dicke

    • unterschiedlicher Breite und gleicher oder unterschiedlicher Dicke.

  • Grobbleche werden liegend auf einem Pritschenfahrzeug oder stehend an einem Schrägbock transportiert.

  • Zur Sicherung können Zurrgurte, Zurrdrahtseile oder Zurrketten verwendet werden.

Besondere Hinweise

  • Die Ladungssicherung von Grobblechen wird in der Verladeempfehlung der Wirtschaftsvereinigung Stahl beschrieben.

  • Weitere Informationen:

    • Richtlinie VDI 2700 Blatt 19

    • BGL Praxishandbuch "Laden und Sichern", Band 4

    • Merkblatt 114 des Stahl-Informations-Zentrums.

  • Die Empfehlungen werden durch firmenspezifische Verladeanweisungen in die Praxis umgesetzt.

  • Diese Verladeanweisungen sollten konsequent umgesetzt werden.

Abb. 10-70
Überbreite Bleche auf einem Schrägbock

Abb. 10-71
Kettenglieder bleiben an Kanten hängen

Abb. 10-72
Konsequenter Einsatz von Kantenschutzmitteln

Abb. 10-73
Ohne Kantenschutz: Gurte werden zerschnitten

10.6.4 Betonstahlmatten

Das Grundprinzip der Sicherung von Betonstahlmatten:

Blockieren in alle Richtungen + Fixieren mit Zurrmitteln oder Direktzurren.

Abb. 10-74
Formschluss durch Steckrungen

Abb. 10-75
Direktzurren mit speziellem Drahtseilsystem

Abb. 10-76
Kombination aus Formschluss und Niederzurren

Allgemeine Hinweise

  • Betonstahlmatten werden unterschieden in:

    • Lagermatten

      Pakete mit überwiegend gleicher Größe. Sie werden hergestellt und "gelagert", bevor sie transportiert werden.

    • Listenmatten

      Pakete können in der Länge und Breite erheblich voneinander abweichen. Listenmatten werden zum Beispiel direkt für ein Bauvorhaben vom Werk abgefordert.

  • Zur Sicherung können der Fahrzeugaufbau mit Rungensystemen oder spezielle Drahtseilsysteme verwendet werden.

Besondere Hinweise

  • Die Ladungssicherung von Betonstahlmatten wird in der Richtlinie VDI 2700 Blatt 11 beschrieben.

  • Weitere Informationen:

    • Richtlinie VDI 2700 (Grundwerk)

    • BGL Praxishandbuch "Laden und Sichern", Band 4

  • Diese Ausarbeitungen werden häufig durch firmenspezifische Verladeanweisungen in die Praxis umgesetzt.

  • Diese Verladeanweisungen sollten konsequent umgesetzt werden.

Abb. 10-77
Formschluss durch Steckrungen

Abb. 10-78
Kein Formschluss auf diese Weise

Abb. 10-79
Direktzurren durch Drahtseilsysteme

Abb. 10-80
Betonstahlmatten auf diese Weise nicht gesichert

10.6.5 Drahtrollen

Das Grundprinzip der Sicherung von Drahtrollen:

rutschhemmendes Material + Blockieren nach vorn + Fixieren mit Zurrmitteln.

Abb. 10-81
Formschluss. Hinweis: Muss noch gegurtet werden!

Abb. 10-82
Rutschhemmendes Material

Abb. 10-83
Direktzurren

Allgemeine Hinweise

  • Eine Drahtrolle (auch Walzdraht- oder Drahtbund) besteht aus einem aufgewickelten Draht, der mit mehreren Umreifungen aus Stahlband zu einer Ladeeinheit zusammengefasst ist.

  • Drahtrollen werden in unterschiedlichen Maßen und Gewichten sowie palettiert oder unpalettiert transportiert.

  • Zur Sicherung können Zurrgurte mit entsprechend dimensionierten Kantenschutzmitteln verwendet werden.

  • Grundsätzlich sind Drahtrollen mit Formschluss in Fahrtrichtung und auf rutschhemmendem Material zu verladen.

Besondere Hinweise

  • Die Ladungssicherung von Drahtrollen wird in der Richtlinie VDI 2700 Blatt 11 beschrieben.

  • Weitere Informationen:

    • Richtlinie VDI 2700 (Grundwerk)

    • BGL Praxishandbuch "Laden und Sichern", Band 5.

  • Diese Ausarbeitungen werden häufig durch firmenspezifische Verladeanweisungen in die Praxis umgesetzt.

  • Diese Verladeanweisungen sollten konsequent umgesetzt werden.

Abb. 10-84
Palettiert mit senkrechter Wickelachse; muss noch gegurtet werden!

Abb. 10-85
Großes Risiko: ungesicherte Drahtrollen

Abb. 10-86
Unpalettiert mit waagerechter Wickelachse; muss noch gegurtet werden!

Abb. 10-87
Jede Rolle mit zwei Kopfschlingen sichern

10.6.6 Stäbe in Bunden

Das Grundprinzip der Sicherung von Stäben in Bunden:

rutschhemmendes Material + Blockieren nach vorn + Fixieren mit Zurrmitteln.

Abb. 10-88
Fixieren mit Zurrmitteln

Abb. 10-89
Anti-Rutsch-Balken

Abb. 10-90
Steckrungen

Allgemeine Hinweise

  • Stabstahl ist ein Walzstahl - Langerzeugnis oder Schmiedeerzeugnis. Die Abbildung 10-91 zeigt häufige Querschnittformen. All diese Formen werden in verschiedenen Längen und Gebindegrößen transportiert.

  • Die Bunde sind mit Stahlbändern oder mit Draht umreift und im Allgemeinen unverpackt.

  • Grundsätzlich sind Stäbe in Bunden mit Formschluss in Fahrtrichtung und auf Antirutschmatten zu verladen.

Besondere Hinweise

  • Die Sicherung von Stäben in Bunden wird im BGL Praxishandbuch "Laden und Sichern", Band 4 beschrieben.

  • Weitere Informationen:

    • Richtlinie VDI 2700 (Grundwerk).

  • Zu empfehlen ist die formschlüssige Verladung, ersatzweise eine formschlüssige Sicherung in Fahrtrichtung.

  • Die seitliche Sicherung kann durch Steckrungensysteme oder durch Direktzurren mit Seitenschlingen erfolgen.

Abb. 10-91
Häufige Querschnittformen von Stabstahl

Abb. 10-92
Formschluss in Fahrtrichtung

Abb. 10-93
Unwirksames Niederzurren

Abb. 10-94
Gefährlich ohne Formschluss

Abb. 10-95
Ersatz für Steckrungen: Seitenschlingen

10.6.7 Blechpakete

Das Grundprinzip der Sicherung von Blechpaketen:

rutschhemmendes Material + Blockieren nach vorn + Fixieren mit Zurrmitteln.

Abb. 10-96
Formschluss in Fahrtrichtung durch die Stirnwand

Abb. 10-97
Kantenschutz

Abb. 10-98
Abstandhalter

Allgemeine Hinweise

  • Ein Blechpaket besteht aus mehreren Blechtafeln, die zum Beispiel mit Umreifungen aus Stahlband zu einer transportsicheren Ladeeinheit zusammengefasst sind.

  • Blechpakete werden in unterschiedlichen Maßen und Gewichten transportiert.

  • Zur Sicherung können Zurrgurte oder Zurrketten verwendet werden.

  • Grundsätzlich sind Blechpakete mit Formschluss in Fahrtrichtung und auf rutschhemmendem Material zu verladen.

Besondere Hinweise

  • Die Ladungssicherung von Blechpaketen wird in der Richtlinie VDI 2700 Blatt 19 beschrieben.

  • Weitere Informationen:

    • Richtlinie VDI 2700 (Grundwerk)

    • BGL Praxishandbuch "Laden und Sichern", Band 4

    • Merkblatt 114 des Stahl-Informations-Zentrum

  • Diese Ausarbeitungen werden häufig durch firmenspezifische Verladeanweisungen in die Praxis umgesetzt.

  • Diese Verladeanweisungen sollten konsequent umgesetzt werden.

Abb. 10-99
Unterschiedliche Ladeeinheiten von Blechpaketen

Abb. 10-100
Durch Vollbremsung zerstörte Ladeeinheiten

Abb. 10-101
Formschluss in Fahrtrichtung durch Steckrungen

Abb. 10-102
Kein Formschluss und nur ein Zurrgurt: als Sicherung nicht ausreichend

10.6.8 Transport von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf Autotransportern

Das Grundprinzip der Sicherung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf Autotransportern:

Verladen auf Fahrbahnelementen + Blockieren durch Radvorleger + Fixieren mit Drei-Punkt-Zurrgurten.

Abb. 10-103
Autotransporter

Abb. 10-104
Radvorleger

Abb. 10-105
Drei-Punkt-Zurrgurt in Kombination mit Radvorlegern

Allgemeine Hinweise

  • Die Fahrzeugarten, deren Transport hier betrachtet wird, sind

    • Pkw

    • Kleinbusse

    • Nutzkraftwagen-Kombis unter 4 t momentaner Masse.

  • Autotransporter sind Fahrzeuge mit Ladeflächen aus Fahrbahnelementen, die zur Aufnahme von kraft- und formschlüssigen Ladungssicherungshilfsmitteln geeignet sind.

Besondere Hinweise

  • Die Sicherung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf Autotransportern wird in der Richtlinie VDI 2700 Blatt 8.1 beschrieben.

  • Diese Richtlinie wird häufig durch firmenspezifische Verladeanweisungen in die Praxis umgesetzt.

  • Die Fahrzeuge werden auf dem Autotransporter sowohl in Fahrtrichtung als auch entgegengesetzt zur Fahrtrichtung verladen.

  • Wird der Autotransporter nicht voll ausgeladen, so ist bei der Teilbeladung die Lastverteilung zu beachten.

Abb. 10-106
Falsche Position: Radvorleger kann Rad nicht blockieren

Abb. 10-107
Falsche Gurtführung: Reifen kann Schaden nehmen

Abb. 10-108
Richtige Position der Radvorleger

Abb. 10-109
Richtige Position für Drei-Punkt-Zurrgurt