DGUV Information 209-083 - Silos für das Lagern von Holzstaub und -spänen - Baul...

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Abschnitt 6.1, 6 Einrichtungen zum regulären Betrieb des Sil...
Abschnitt 6.1
Silos für das Lagern von Holzstaub und -spänen - Bauliche Gestaltung, Betrieb (DGUV Information 209-083)
Titel: Silos für das Lagern von Holzstaub und -spänen - Bauliche Gestaltung, Betrieb (DGUV Information 209-083)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-083
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.1 – 6 Einrichtungen zum regulären Betrieb des Silos
6.1 Beschickungs- und Befülleinrichtungen

Holzstaub und -späne sollten möglichst gleichmäßig über den Siloquerschnitt verteilt werden. Der Schüttkegel sollte möglichst zentrisch angeordnet sein.

Es werden drucklose und druckbehaftete Beschickungssysteme unterschieden. Beschickungssysteme können außerdem aus mechanischen Einrichtungen (z. B. Elevatoren) oder aus pneumatischen Einrichtungen (z. B. Pneumatische Förderanlagen) bestehen.

Anmerkung:
In den nachfolgenden schematischen Darstellungen sind die im Abschnitt 5 behandelten baulichen und sicherheitstechnisch notwendigen Details (z. B. Absturzsicherungen, Zugänge, Podeste, etc.) nicht erfasst.

6.1.1 Drucklose Einbringung der Späne über eine Zellenradschleuse

Vorteile:

  • geringere Auswirkungen von Staubexplosionen, deshalb bei kleinen Silos bis max. 250 m3 Leervolumen auch kleinere Druckentlastungsflächen im Silo möglich

  • keine Vorverdichtung des Späne-Materials durch Überdruck und damit Verringerung der Neigung zur Bildung von Späne-Stöcken und -Brücken

Abb. 6.1, 6.2, und 6.3 Möglichkeiten zur drucklosen Befüllung

6.1.2 Druckbehaftete Einbringung der Späne über eine pneumatische Fördereinrichtung

Beim Befüllen des Silos durch direktes Einblasen des Füllgutes kann ein relativ hoher Innendruck entstehen. Dies kann zu Beeinträchtigungen im Bereich der pneumatischen Fördereinrichtungen oder einer dem Silo nachgeschalteten Feuerungsanlage führen.

Bei der druckbehafteten Einbringung der Späne kann zwischen folgenden Konzepten gewählt werden:

  • Axiale, mittige Späne-Zuführung über die Silodecke

Abb. 6.4 Druckbehaftete Befüllung überzentrisch im Deckenbereich angeordneten Einblasstutzen

  • Direktes seitliches Einblasen im Wandbereich

Abb. 6.5 und Abb. 6.6 Druckbehaftete Befüllung über direktes seitliches Einblasen im Wandbereich

Nachteile:

  • Unsymmetrischer Schüttkegel

  • Hohe Staubbelastung und damit größere Explosionsgefahr (siehe auch nachfolgende Anmerkung)

  • Materialseparation nach Korngröße

Druckentlastungseinrichtungen, Füllstands-Anzeiger und Löscheinrichtungen dürfen - z. B. durch Späne-Flug aus den Einblasleitungen - in ihrer Wirkung nicht beeinträchtigt werden. Darum sollte der Späne-Flug in diesem Fall entsprechend gerichtet oder durch Bleche umgelenkt werden.

Anmerkung:
Beim direkten seitlichen Einblasen im Wandbereich, wie es vor allem bei älteren Anlagen üblich war und nach heutigen Erkenntnissen nicht mehr empfohlen werden kann, treten hohe Staubbelastungen beim Eintrag in das Silo auf. Außerdem gelangen Funken aus Bearbeitungsmaschinen, Ventilatoren etc. direkt in das Silo. Dadurch erhöht sich die Explosionsgefahr beträchtlich (siehe auch DGUV Information 209-045). Daher sind für diesen Fall folgende (Mindest-) Anforderungen zu stellen:

  1. 1.

    Der Deckenfilter benötigt dieselbe Druckstoßfestigkeit wie das Silo.

  2. 2.

    Die Rückschlagklappe muss die Funktion eines Entkoppelungssystems im Sinne der ATEX erfüllen und für den zu erwartenden maximalen Explosionsdruck (pred,max, üblicherweise 0,5 bar) ausgelegt sein (Nachweis durch Prüfung, Anordnung innerhalb der Rohrleitung als sogenannte Rohrrückschlagklappe).