DGUV Information 211-031 - Einsatz von bordeigenen Kommunikations- und Informati...

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Anhang 3, TOP-Checkliste für bordeigene Informations- und Ko...
Anhang 3
Einsatz von bordeigenen Kommunikations- und Informationssystemen mit Bildschirmen an Fahrerarbeitsplätzen (bisher: BGI/GUV-I 8696)

Anhangteil

Titel: Einsatz von bordeigenen Kommunikations- und Informationssystemen mit Bildschirmen an Fahrerarbeitsplätzen (bisher: BGI/GUV-I 8696)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 211-031
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Anhang 3 – TOP-Checkliste für bordeigene Informations- und Kommunikationssysteme mit Bildschirmen an Fahrerarbeitsplätzen

GestaltungshinweiseZu vermeidende Fehler und Gefahren
1. Technik
1.1 Tasten und Touchpoints
 pro Taste nur eine Funktionalität zuordnen
  • Fehlbedienung


  
  • beidhändiges Betätigen notwendig


  
  • ungünstige Zwangshaltung


 feste Zuordnung Funktionalität zu Taste
  • Fehlbedienung, Unsicherheit


 leichte Erkennbarkeit der Zuordnung
  • Unsicherheit


  
  • Fehlbedienung


 ausreichend große Tasten
  • Fehler durch Mehrfach/Fehlauslösung einer Funktion;


  
  • eingeschränkte Handschuhbedienbarkeit


 Rückmeldung der Tasten bei Betätigung
  • Mehrfachauslösung einer Funktion


 schwingungsarme Befestigung des Bildschirms
  • Fehlbedienung durch Verrutschen/Dejustierung der Touchpoints


   
1.2 Notruftaste
 Realisierung nur mit fester Taste
  • Dejustierung bei variabler Taste auf dem Touchscreen


 Bedienung auch bei Ausfall des Bildschirmgerätes möglich
  • kein Notruf möglich bei Ausfall des Gerätes


 Notruftaste am Bildschirm nur optional zu separater Taste
  • kein Notruf möglich bei Ausfall des Gerätes


1.3 Handschuhbedienbarkeit
 ausreichend große Tasten in ausreichendem Abstand
  • Fehler durch Drücken der (falschen) benachbarten Taste


 druck - statt berührungsempfindliche Touchpoints
  • Stress aufgrund unerwarteter Reaktion des Bildschirmgeräts


  
  • mechanische Schäden durch erneutes stärkeres Drücken


 deutliche taktile Rückmeldung der Taste
  • Fehler durch erneutes Drücken der Taste


  
  • Stress aufgrund nicht wahrgenommener Rückmeldung


  
  • ggf. mechanische Beschädigung durch zu starkes Drücken der Tasten


 schmutzunempfindliches Bildschirmgerät
  • mechanische Beschädigung durch Schmutzeinwirkung


  
  • ggf. Fehlfunktion durch Verschmutzung


1.4 Blendung am Bildschirm
 nicht spiegelnde Bildschirmoberfläche
  • störende und beeinträchtigende Reflexionen auch bei indirekter Lichteinstrahlung


 Sonnen-/Blendfilter für Bildschirm (nicht bei Touchscreen)
  • störende und beeinträchtigende Reflexionen bei Sonneneinstrahlung


 fester Blendschutz um Bildschirmgerät
  • Blendung bei Sonneneinstrahlung


1.5 Positionierung des Bildschirms
 seitliche Positionierung am unteren Blickbereich
  • Ablenkung während der Fahrt (bei zentraler Position)


  
  • ergonomisch ungünstige Zwangshaltung


  
  • ungenügender Platz für individuelle Justierung


 Ungünstige Position in Verbindung mit zu heller Darstellung/zu hellem Hintergrund
  • Sichtbeeinträchtigung u.a. durch Spiegelungen in der Frontscheibe


1.6 Darstellung und Abbildung der Arbeitsabläufe
 dringende Aufträge in der Darstellung farblich abheben; abgearbeitete Aufträge nicht mehr darstellen; Reihenfolge der Darstellung gemäß der Bearbeitungsreihenfolge; farbliche Kennzeichnung des aktuellen Auftrages
  • erschwerte Priorisierung im Arbeitsablauf


  
  • Stress


 Randfunktionalitäten (Anfrage Rückruf, Toilettenwunsch, Pause) als Bildschirmtasten integrieren
  • zusätzliche Belastung durch Benutzung weiterer technischer Systeme


2. Organisation
2.1 Schulung/Einweisung in die Anwendung
 individuelle Schulung bei Einführung/Neuanwendung
  • Fehler und Stress aufgrund nicht berücksichtigter unterschiedlicher Vorkenntnisse und Affinitäten


  
  • Arbeitsunzufriedenheit, da die Einbettung der Arbeit mit dem Bildschirmgerät in den größeren Zusammenhang nicht bekannt ist


  
  • Stress bei Störung oder Ausfall des Bildschirmgerätes


 Einweisung/Ergänzungsschulung bei Hard- u. Software-Änderungen
  • Belastungen und Arbeitsmehraufwand durch nicht angemessene Bedienung


  
  • Störung des Betriebsablaufs


2.2 Handhabung von Verbesserungen
 jeden Verbesserungsvorschlag entgegennehmen und bearbeiten
  • Motivation zur Einreichung von Vorschlägen geht rapide zurück


 Rückmeldung an den Einreicher in jedem Fall
  • dito


 Begutachtung der Vorschläge nicht durch unmittelbaren Vorgesetzten
  • Vorgesetzter als erster Begutachter wirkt als Barriere für kreative Vorschläge


  
  • Gefahr der vorzeitigen und nicht sachgerechten Ablehnung


 Beteiligung der betroffenen Kollegen an der Begutachtung
  • Erzeugung von Abwehrhaltungen


 Umsetzung im Rahmen einer Release-Planung
  • zusätzlicher Arbeitsaufwand durch ständige Änderungen


  
  • Behinderung des individuellen Arbeitsablaufs aufgrund häufiger Umgewöhnung


2.4 Information und Erfahrungsaustausch
 gezielte Information über Änderungen und Neuerungen
  • geringere Akzeptanz von Änderungen


  
  • Gefahr der Arbeitsunzufriedenheit


 Möglichkeiten zum selbstorganisierten Erfahrungsaustausch
  • Erfahrung aus praktischer Arbeit wird nicht geteilt


2.5. Bedienung während der Fahrt
 Fahrt- und Rüstzeiten in Disposition einplanen
  • Arbeits- und Zeitdruck kann zu Bedienung während der Fahrt zwingen


 Anhalte- und Parkpositionen schaffen
  • Bedienung während der Fahrt notwendig


  
  • kritische Verkehrssituationen als möglich Folge von Ablenkung


 Anpassen des Verhaltens der Einsatzleitung
  • erhöhter Arbeits- und Zeitdruck durch Aufträge und Nachfragen seitens der Einsatzleitung während der Fahrt


  
  • riskantes Fahrverhalten des Fahrer aufgrund von Angst vor Repressalien


 Einrichten einer Fahrten-Taste (techn. Maßnahme)
  • positiv: Verhindert Auftragsübermittlung während der Fahrt


  
  • negativ: zusätzlicher Bedienungsaufwand beim Fahrer


 Sperrung des Bildschirmgerätes für Eingabe bei Fahrt (techn. Maßnahme)
  • Verhindert Bedienung während der Fahrt


2.6 Unterstützende Prozesse
 IT-Service/Wartung
  • verspätete Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit nach System-Störung


  
  • Störung des Arbeitsablaufs


 Kompetenzbildung ( siehe auch 3.1)
  • nicht ausreichend ausgebildeter Anwender


 zentrale Positionierung im Blickfeld (wenn dargestellte Informationen für die Fahrtätigkeit erforderlich)
  • Ablenkung von Verkehrsgeschehen durch seitlichen Blick auf den Bildschirm


2.7 Akustische Signale
 Tasten-Rückmeldesignal nur für Touchpoints
  • überflüssige weitere Rückmeldung bei mechanischen Tasten


  
  • störende Belastung durch Tastenrückmeldung


 Lautstärke von Informationssignalen individuell einstellbar
  • Signal wird von Umgebung übertönt, falls zu leise


  
  • Signal wird als belastend empfunden, wenn zu laut


 Warnsignale automatisch an Umgebungslautstärke anpassbar
  • dito


 Grundzustand bei Einschalten des Bildschirmgerätes
  • individuelle Einstellung des Vorbenutzers bleibt bestehen


3. Personenbezogene Maßnahmen
3.1 Schulung/Einweisung (siehe auch 2.1)
 Durchführung einer Schulung oder Einweisung
  • ungenügende Kenntnis im Umgang mit dem Bildschirmgerät


  
  • geringe Integration des Arbeitsmittels in den Arbeitsablauf


  
  • Störung des Arbeitsablaufs


 Durchführung von praktischen Übungen (im realen Einsatz)
  • fehlende praktische Fertigkeit mit dem Arbeitsmittel Bildschirmgerät


  
  • Unsicherheiten im Arbeitshandeln


3.2 Umfassende Handlungskompetenz
 Umgang mit Systemstörungen
  • Stress und Fehler aufgrund unklarer Handlungsvorgaben


 Arbeitsablauf ohne Bildschirmgerät
  • Belastung durch Arbeitsmehraufwand


  
  • Behinderung nachfolgender Arbeitsabläufe, Störung des Betriebsablaufs