DGUV Information 213-030 - Gefahrstoffe auf Bauhöfen im öffentlichen Dienst (bis...

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Abschnitt 1.11, Umweltgerechte Entsorgung von Gefahrstoffen
Abschnitt 1.11
Gefahrstoffe auf Bauhöfen im öffentlichen Dienst (bisher: BGI/GUV-I 8561)
Titel: Gefahrstoffe auf Bauhöfen im öffentlichen Dienst (bisher: BGI/GUV-I 8561)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-030
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.11 – Umweltgerechte Entsorgung von Gefahrstoffen

Die Eigenschaften vieler Gefahrstoffe machen es nötig, ihre Reste nicht zusammen mit dem Hausmüll oder anderen Abfällen wie Beton- oder Ziegelresten zu entsorgen. Sie gelten als "besonders überwachungsbedürftige Abfälle" und sind gesondert zu entsorgen (sogenannte Sonderabfälle).

Da die Abfallentsorgung in jedem Bundesland anders geregelt ist, muss man sich in jedem Fall informieren, welche besonderen Regelungen zu beachten sind. Auskünfte erhält man beim Gewerbeabfallberater der Kommune oder des Landkreises. Ebenso sind auch die Entsorgungshinweise der stoffbezogenen Betriebsanweisungen zu beachten!

Beispiele für besonders überwachungsbedürftige Abfälle (Sonderabfälle):

  • Öle (Altöle, Maschinen- und Getriebeöle, Hydrauliköle),

  • Kraftstoffe (Benzin, Diesel),

  • Batterien, Akkumulatoren,

  • Holzschutzmittel,

  • Lösemittelhaltige Farb- und Anstrichstoffe,

  • Leuchtstoffröhren, Quecksilberdampflampen,

  • Teerhaltige Baustoffe,

  • Mit Gefahrstoffen verunreinigter Bauschutt oder Erdaushub.

1.11.1
Kleinmengengrenze bei der Abfallentsorgung

Aufwändige Maßnahmen in Folge der Anzeige- und Nachweispflichten können vermieden werden, wenn die Kleinmengengrenze unterschritten bleibt, d.h. wenn weniger als 2000 kg besonders überwachungsbedürftige Abfälle pro Jahr erzeugt werden. In diesem Fall wird nur eine Übernahmebescheinigung des Entsorgers benötigt.

Sonderabfälle sind getrennt von Hausmüll und deponiefähigem Bauschutt in besonderen Behältern zu sammeln.

Tipp:

  • Kleinmengengrenzen in Höhe von 2000 kg/Jahr nicht überschreiten!

  • Unkritische Bauhofabfälle nicht mit Sonderabfällen mischen, das senkt Kosten!

1.11.2
Regeln für Abfälle auf dem Bauhof

  • Nach Möglichkeit ist der Einsatz von gefahrstoffhaltigen Produkten zu vermeiden.

  • Die Vorschriften und Veröffentlichungen der Kommune oder des Landkreises zur Abfallentsorgung sind zu beachten.

  • Abfälle brennbarer Flüssigkeiten dürfen nicht zusammen mit den übrigen Abfällen, sondern nur im Lagerraum für brennbare Flüssigkeiten gelagert werden.

  • Beim Einkauf sind Gebindegrößen dem zu erwartenden Verbrauch anzupassen.

  • Umweltfreundliche Lösungen für die Leergebinde sind anzustreben, z.B. Rücknahme durch den Lieferanten oder durch Verwendung von Mehrweggebinden.

  • Recycling- und innerbetriebliche Wiederverwertungsmöglichkeiten sind auszuschöpfen. Hierbei hilft das Gefahrstoffverzeichnis.

  • Recyclingfähige Abfälle sollten Verwerterbetrieben zugeführt werden.

  • Verwertbare Abfälle können über Abfallbörsen der Industrie- und Handelskammern angeboten werden.

  • Abfallarten sind getrennt zu sammeln.

  • Klare Regelungen für Organisation und Ablauf der innerbetrieblichen Abfallentsorgung müssen getroffen werden.

  • Mitarbeiter sind mit Hilfe von Betriebsanweisungen zu informieren.