DGUV Information 213-030 - Gefahrstoffe auf Bauhöfen im öffentlichen Dienst (bis...

Online-Shop für Schriften

Jetzt bei uns im Shop bestellen

Jetzt bestellen
Abschnitt 1.9, Lagerung gefährlicher Stoffe
Abschnitt 1.9
Gefahrstoffe auf Bauhöfen im öffentlichen Dienst (bisher: BGI/GUV-I 8561)
Titel: Gefahrstoffe auf Bauhöfen im öffentlichen Dienst (bisher: BGI/GUV-I 8561)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-030
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1.9 – Lagerung gefährlicher Stoffe

Ziel einer sicheren Lagerung gefährlicher Stoffe ist die Vermeidung von Gefährdungen für die Beschäftigten und die Umwelt sowie die Vermeidung von Bränden. Unter Lagern versteht man das Aufbewahren zur späteren Verwendung sowie zur Abgabe an andere (z.B. zur Entsorgung). Es schließt die Bereitstellung zur Beförderung ein, wenn die Beförderung nicht binnen 24 Stunden nach der Bereitstellung oder am darauffolgenden Werktag erfolgt. Ist dieser Werktag ein Samstag, so endet die Frist mit Ablauf des nächsten Werktages. Unter Bereitstellen ist das kurzzeitige Aufbewahren (maximal 24 Std.) gefährlicher Stoffe für eine konkret vorgesehene Verwendung zu verstehen.

1.9.1
Grundsätzliche Hinweise

Gefahrstoffe sind so zu lagern, dass nur Befugte Zugriff haben. Sie sollten möglichst in Originalgefäßen gelagert werden. Außerdem dürfen Gefahrstoffe nicht in solchen Behältern aufbewahrt werden, durch deren Form oder Bezeichnung der Inhalt mit Lebensmitteln verwechselt werden kann. Ferner dürfen Gefahrstoffe nur übersichtlich geordnet und nicht in unmittelbarer Nähe von Futter- oder Lebensmitteln aufbewahrt werden.

Giftige oder sehr giftige (z.B. Schädlingsbekämpfungsmittel) sowie krebserzeugende, erbgutverändernde und fortpflanzungsgefährdende Stoffe und Zubereitungen dürfen darüber hinaus unabhängig von der Menge nicht offen zugänglich sein. Sie sind unter Verschluss oder so aufzubewahren oder zu lagern, dass nur fachkundige Personen Zugang haben.

Gefahrstoffe dürfen grundsätzlich nicht an solchen Orten gelagert werden, an denen dies zu einer Gefährdung der Beschäftigten oder anderer Personen führen kann.

  • Solche Orte sind insbesondere Verkehrswege. Zu Verkehrswegen zählen u.a. Treppenräume, Flure, Flucht- und Rettungswege, Durchgänge, Durchfahrten und enge Höfe.

  • Für die Lagerung nicht geeignete Orte sind u.a. Pausen-, Bereitschafts-, Sanitär-, Sanitätsräume oder Tagesunterkünfte.

  • Gefahrstoffe dürfen in Arbeitsräumen nur gelagert werden, wenn die Lagerung mit dem Schutz der Beschäftigten vereinbar ist und in besonderen Einrichtungen erfolgt, die dem Stand der Technik entsprechen.

Oxidierende Stoffe (H271, H272 oder R8, R9) dürfen grundsätzlich nicht in unmittelbarer Nähe von entzündbaren oder akut toxischen Stoffen gelagert werden.

1.9.2
Allgemeines zur Kleinmengenregelung bei der Lagerung

Spezielle Lagerräume oder Lagerplätze im Freien müssen nicht errichtet werden, wenn die Gesamtnettomasse der in einem abgeschlossenen Betriebsgebäude gelagerten Gefahrstoffe 50 kg nicht überschreitet, sofern als Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung keine besonderen Gefährdungen, z.B. möglicherweise gefährliche Reaktionen der Gefahrstoffe miteinander oder eine mögliche Ansammlung von Gasen, z.B. in Kellerräumen, ermittelt wurden. Für Aerosolpackungen und Druckgaskartuschen gilt diese Kleinmengenregelung bis 50 Dosen mit einer Gesamtnettomasse bis maximal 50 kg. Hinweise zu Kleinmengenlagerung von entzündbaren Flüssigkeiten sind in Abschnitt 1.9.3.3 zu finden.

Tipp:

  • Lagermengen von Gefahrstoffen auf Bauhöfen minimieren!

1.9.3
Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten

1.9.3.1
Lagerung in Arbeitsräumen

Entzündbare Flüssigkeiten dürfen in Arbeitsräumen gelagert werden, wenn die Anforderungen aus der TRGS 510, Anlage 3, erfüllt sind. So darf der Rauminhalt pro Sicherheitsschrank höchstens 1.000 Liter betragen und muss eine Feuerwiderstandsdauer von mindestens 20 Minuten besitzen. Angebrochene und restentleerte, ungereinigte Behälter sind wie gefüllte Behälter zu betrachten.

Die sicherheitstechnischen Anforderungen an Sicherheitsschränke gelten als erfüllt, wenn sie die Anforderungen aus DIN EN 14 470-1 einhalten.

Aus Lagerbehältern auslaufende entzündbare Flüssigkeiten müssen im Sicherheitsschrank aufgefangen sowie leicht erkannt und beseitigt werden können. Die Auffangwanne eines Sicherheitsschrankes muss 10 % des Rauminhaltes aller im Sicherheitsschrank eingelagerten Gefäße fassen können, mindestens jedoch den Rauminhalt des größten Gefäßes.

Als Arbeitsräume gelten grundsätzlich allseitig umschlossene Räume, in denen Arbeitnehmer beschäftigt werden.

Abb. 1 Lagerung brennbarer Flüssigkeiten in einem Sicherheitsschrank

1.9.3.2
Anforderungen an Sicherheitsschränke hinsichtlich des Brandschutzes

Sicherheitsschränke müssen so aufgestellt und betrieben werden, dass bei einem Brand ein gefahrloses Verlassen des Arbeitsraumes durch Beschäftigte oder Dritte gewährleistet ist.

In einem Arbeitsraum dürfen in Sicherheitsschränken entzündbare Flüssigkeiten bis zu folgenden Höchstmengen gelagert werden:

1.extrem und leicht entzündbar bzw. hoch und leichtentzündlich:
in zerbrechlichen Gefäßen:100 Liter
in nicht zerbrechlichen Gefäßen:500 Liter
2.entzündbar bzw. entzündlich:
in zerbrechlichen Gefäßen:300 Liter
in nicht zerbrechlichen Gefäßen:4.000 Liter

Die Lagermengen für extrem/leichtentzündbare Flüssigkeiten und entzündbare Flüssigkeiten können additiv ausgenutzt werden. Nicht ausgenutzte Mengen für extrem/leicht entzündbare Flüssigkeiten dürfen zu den entzündbaren zugerechnet werden, jedoch nicht umgekehrt.

Werden ausschließlich Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt zwischen 60 und 100 C gelagert, beträgt die Höchstlagermenge in einem Arbeitsraum 5.000 Liter. Die nutzungsspezifischen baurechtlichen, wasserrechtlichen und immissionsschutzrechtlichen Bestimmungen bleiben für Arbeitsräume unberührt.

In Sicherheitsschränken mit einer Feuerwiderstandsdauer von mindestens 20 aber weniger als 90 Minuten dürfen in einem bis zu 100 m2 großen Arbeitsraum Flüssigkeiten in einer Gesamtlagermenge von höchstens 500 Litern gelagert werden, wobei die Lagermenge von extrem und leicht entzündbaren bzw. hoch- und leichtentzündlichen Flüssigkeiten 300 Liter nicht überschreiten darf.

Über diese Regelungen hinausgehende Mengen dürfen in einem Arbeitsraum nur in Sicherheitsschränken mit einer Feuerwiderstandsdauer von mindestens 90 Minuten gelagert werden, wobei die unter 1. und 2. angegebenen Höchstmengen einzuhalten sind.

1.9.3.3
Kleinmengenregelung bei der Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten

Die allgemeinen Anforderungen an die Kleinmengenregelung (siehe Kapitel 1.9.2) sind zu beachten.

  • Entzündbare Flüssigkeiten dürfen nicht in zerbrechlichen oder nicht leitfähigen Behältern mit einem Fassungsvermögen über 5 Liter gelagert werden. Die Behälter müssen in einer Auffangeinrichtung eingestellt werden, die das gesamte Lagervolumen aufnehmen kann.

  • Werden in Arbeitsräumen entzündbare Flüssigkeiten von mehr als 5 Liter Gesamtvolumen gelagert, muss die Lagerung mindestens in einem Stahlschrank erfolgen.

  • Werden in Arbeitsräumen mehr als 20 Liter gelagert, muss die Lagerung in Schränken nach DIN EN 14 470-1 mit einer Feuerwiderstandsdauer von mindestens 15 Minuten erfolgen, bis 20 Liter wird dies empfohlen.

  • In unmittelbarer Nähe der Lagerbehälter dürfen sich keine wirksamen Zündquellen befinden.

  • Wenn eine gefährliche explosionsfähige Atmosphäre nicht ausgeschlossen werden kann, müssen die Auffangeinrichtungen elektrostatisch ableitfähig sein.

Tipp:

  • Lagerung entzündbarer Flüssigkeiten zur Reduzierung der Brandlast minimieren!

1.9.3.4
Anforderungen an Lagerräume

Lagerräume für entzündbare Flüssigkeiten müssen den baulichen Anforderungen der TRGS 510 entsprechen. So dürfen die Räume dem allgemeinen Verkehr nicht zugänglich sein und müssen mit entsprechenden Verbotsschildern versehen sein. Sie müssen von angrenzenden Räumen bei einer Lagermenge bis 10.000 Liter feuerhemmend (F 30) und darüber hinaus feuerbeständig (F 90) abgetrennt sein und dürfen keine Bodenabläufe sowie Öffnungen für Schornsteine haben. Werden entzündbare Flüssigkeiten in den Räumen umgefüllt, sind besondere Anforderungen an den Explosionsschutz zu stellen. Daher sollten möglichst Gebinde in einer Größe beschafft werden, die ein Umfüllen erübrigen.

Es muss ein Auffangraum vorhanden sein, so dass sich das Lagergut im Gefahrenfall nicht über den Auffangraum hinaus ausbreiten kann. Er muss mindestens den Rauminhalt des größten in ihm aufgestellten Behälters oder 10 % des Rauminhaltes aller Behälter fassen können.

Die Lagerräume sollten nur so groß sein, dass man z.B. auf eine künstliche Beleuchtung des Raumes und damit auf eine explosionsgeschützte Elektroinstallation verzichten kann. Das ist zum Beispiel bei Lagerräumen in Regaltiefe der Fall (siehe Abbildung 2).

Abb. 2 Lagerraum für brennbare Flüssigkeiten

1.9.3.5
Lager im Freien

Sollten auf Bauhöfen anstelle von Lagerräumen Lager im Freien geschaffen werden, so sind gemäß TRGS 510 folgende Anforderungen zu beachten:

Zum Schutz vor gegenseitiger Brandeinwirkung ist zwischen ortsbeweglichen Behältern im Freien und benachbarten Anlagen und Gebäuden in Abhängigkeit von der Art der Behälter sowie der Menge und der Einstufung der Flüssigkeiten ein ausreichender Abstand erforderlich.

Abb. 3 Lager für Kraftstoffbehälter im Freien

Ortsbewegliche Behälter müssen einen Abstand von mindestens 10 m von Gebäuden haben. Bei ausschließlich passiver Lagerung mit einer Gesamtlagermenge unter 200 Liter ist ein Abstand vom Gebäude von 3 m sowie bei Behälter von mehr als 200 Liter und weniger als 1.000 Liter ein Abstand vom Gebäude von 5 m ausreichend.

Die Abstände können entfallen, wenn die den Behältern zugekehrten Außenwände der Gebäude bis 10 m oberhalb Oberkante der Transportbehälter und bis 5 m beiderseits der Kante des Auffangraums einschließlich aller Öffnungen feuerbeständig (z.B. Feuerwiderstandsklasse F 90 gemäß DIN 4102) hergestellt sind oder

  1. 1.

    anstelle der feuerbeständigen Außenwand der Gebäude zwischen dem Gebäude und den Behältern feuerbeständige Bauteile in ausreichender Höhe und Breite vorhanden oder

  2. 2.

    wenn benachbarte Anlagen bzw. Gebäude in ein gemeinsames, alternatives, mit den für den Brandschutz zuständigen Stellen abgestimmtes Brandschutzkonzept, das eine Reduzierung des Abstandes erlaubt, eingebunden sind.

Lager für leere, ungereinigte Transportbehälter müssen zu benachbarten Gebäuden einen Abstand von 10 m haben, wenn mehr als 450 Liter entzündbare Flüssigkeiten gelagert werden. Dabei wird vorausgesetzt, dass die Restanhaftungen/-inhalte dieser Behälter weniger als 0,5 % ihres Rauminhaltes betragen und für die Ermittlung der Lagermenge 0,5 % des Rauminhalts der Behälter angesetzt werden.

Ferner ist ein Schutzstreifen einzuhalten. Für die Bemessung der Breite des Schutzstreifens wird die Gesamtmenge zugrunde gelegt, die in einem Auffangraum vorhanden sein darf. Dieser muss für Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt ≤ 55 C mit einer Gesamtmenge bis 10 m3 mindestens 10 m betragen. Für Lager zur ausschließlichen Lagerung von Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt > 55 C und < 100 C beträgt die Breite des Schutzstreifens 3 m. Die Schutzstreifenbreite ist von der oberen Innenkante des Auffangraumes aus zu messen. Die Schutzstreifen sind von Stoffen freizuhalten, die ihrer Art oder Menge nach geeignet sind, zur Entstehung oder Ausbreitung von Bränden zu führen. Hierzu gehören nicht entzündbare/entzündliche Flüssigkeiten in ortsbeweglichen Behältern einschließlich ihrer Verpackungen und/oder Lager-/Transporthilfsmittel (z.B. Paletten, Schrumpffolie, Umverpackungen).

  • Hinsichtlich der Anforderungen an Auffangräume gilt Kapitel 1.9.3.4.

  • Bis zu einem Abstand von 2 Metern von den Wandungen der Behälter oder vom Auffangraum und eine Höhe von 0,2 m sind Zündquellen zu vermeiden.

  • Das Betreten durch Unbefugte ist zu verbieten. Auf das Verbot ist deutlich sichtbar hinzuweisen.

Tipp:

  • Lagerung von entzündbarer Flüssigkeiten auf Bauhöfen soweit wie möglich reduzieren!

1.9.4
Lagerung von Dieselkraftstoff und Altölen

Die Anforderungen an die Lagerung von Dieselkraftstoff (Flammpunkt > 55 C) müssen den Brandschutzanforderungen des Baurechts für die Lagerung von Heizölen in Gebäuden genügen. Eine Zusammenlagerung mit entzündbaren Flüssigkeiten ist zulässig, sofern die Lagerhaltung den Anforderungen an diese Flüssigkeiten entspricht.

Die Lagerung von Altölen unterliegt den Anforderungen an die Lagerung von extrem entzündbaren Flüssigkeiten.

1.9.5
Lagerung von Druckgasbehälter

1.9.5.1
Allgemeines

Müssen auf Bauhöfen Druckgasbehälter gelagert werden, sind folgende Hinweise zu beachten:

  • Druckgasbehälter können in Räumen oder im Freien gelagert werden. Als Lager im Freien gelten auch solche, die mindestens nach zwei Seiten offen sind.

    Abb. 4 Kleinlager für Flüssiggasflaschen

  • Druckgasbehälter müssen gegen Umfallen oder Herabfallen gesichert werden. Die Ventile sind mit einer geeigneten Schutzeinrichtung zu schützen, z.B. mit einer Schutzkappe oder einem Schutzkorb/-kragen. Eine besondere Sicherung gegen Um- oder Herabfallen ist nicht erforderlich, wenn z.B. durch die Bauart der Druckgasbehälter, durch die Aufstellung in größeren Gruppen oder die Art der Lagerung ein ausreichender Schutz erreicht wird.

  • Im Lager dürfen Gase nicht umgefüllt werden, desgleichen dürfen keine Instandhaltungsarbeiten von Druckgasbehältern durchgeführt werden. Hierfür sind spezielle Räume bereit zu stellen.

  • Zur Vermeidung einer gefährlichen Ansammlung von Gasen, die schwerer als Luft oder verflüssigt sind, dürfen sich keine Gruben, Kanäle oder Abflüsse zu Kanälen ohne Flüssigkeitsverschluss sowie keine Kellerzugänge oder sonstige offene Verbindungen zu Kellerräumen im Lager befinden. Ferner dürfen sich dort auch keine Reinigungs- oder andere Öffnungen von Schornsteinen befinden.

  • In Arbeitsräumen dürfen maximal 50 gefüllte Druckgasbehälter gelagert werden, wenn

    • bei technischer Lüftung ein zweifacher Luftwechsel in der Stunde gewährleistet ist. Diese muss entweder ständig wirksam sein oder durch eine Gaswarneinrichtung automatisch eingeschaltet werden, wenn ein festgelegter Grenzwert überschritten wird. Beim Ausfall der Einrichtung für die technische Lüftung muss ein Alarm ausgelöst werden;

    • bei natürlicher Belüftung die Lüftungsöffnungen mindestens einen Gesamtquerschnitt von 10 % der Grundfläche dieses Raumes haben, eine Durchlüftung bewirken und der Fußboden nicht mehr als 1,5 m unter der Geländeoberfläche liegt;

    • sie in Sicherheitsschränken gelagert werden, die die Anforderungen DIN EN 14 470-2 erfüllen.

  • Entleerte ungereinigte ortsbewegliche Druckgasbehälter dürfen in doppelter Anzahl vorhanden sein.

  • Räume, in denen mehr als fünf Druckgasbehälter gelagert werden, müssen ausreichend be- und entlüftet werden. Eine natürliche Lüftung ist ausreichend, wenn unmittelbar ins Freie führende Lüftungsöffnungen mit einem Gesamtquerschnitt von mindestens 1/100 der Bodenfläche des Lagerraumes vorhanden sind. Bei der Anordnung der Lüftungsöffnungen muss die Dichte der Gase berücksichtigt werden.

  • Bei der Lagerung von mehr als fünf Druckgasbehältern oxidierender (gekennzeichnet mit H270 bzw. mit R8) oder entzündbarer Gase (gekennzeichnet mit H220 oder H221 bzw. mit R12) muss der Fußboden aus nicht brennbaren Materialien bestehen.

  • Akut toxische bzw. sehr giftige/giftige Gase (gekennzeichnet mit H330 oder H331 bzw. R23 oder R26)

    • müssen unter Verschluss oder so aufbewahrt oder gelagert werden, dass nur fachkundige oder unterwiesene Personen Zugang haben und

    • dürfen nur in Räumen gelagert werden, die über eine Gaswarneinrichtung verfügen, die bei Überschreitung der zulässigen Arbeitsplatzgrenzwerte akustisch und optisch alarmiert; beim Betreten der Lagerräume müssen die Beschäftigten Atemschutzmasken mitführen.

Tipp:

  • Auf Bauhöfen keine Druckgasbehälter mit giftigen Gasen (z.B. Chlorgas) lagern.

1.9.5.2
Brandschutzanforderungen für die Lagerung von Druckgasbehälter

Bei der Lagerung in Lagerräumen müssen

  • die Lagerräume von angrenzenden Räumen durch mindestens feuerhemmend Bauteile (F30) getrennt sein,

  • Bauteile feuerbeständig (F90) sein, wenn in angrenzenden Räumen, die nicht dem Lagern von Gasen dienen, Brand- oder Explosionsgefahr besteht,

  • die Außenwände von Lagerräumen mindestens feuerhemmend sein. Beträgt der Sicherheitsabstand zu benachbarten Anlagen und Einrichtungen, von denen eine Gefährdung ausgehen kann, mindestens 5 m, kann die Außenwand aus nicht brennbarem Material bestehen.

Lager im Freien müssen zu benachbarten Anlagen und Einrichtungen, von denen eine Gefährdung ausgehen kann, einen Schutzabstand von mindestens 5 m einhalten. Er kann durch eine mindestens 2 m hohe Schutzwand aus nichtbrennbaren Baustoffen ersetzt werden.

Im Bereich dieser Sicherheitsabstände sowie in Lagerräumen dürfen sich keine brennbaren Stoffe, z.B. entzündbare Flüssigkeiten, Holz, Papier oder Gummi befinden.

Das Rauchen und der Umgang mit offenem Feuer ist in Lagern verboten. Unbefugten ist das Betreten der Lager untersagt. Ein Verbotsschild P 006 mit diesem Warntext ist anzubringen.

Außerdem müssen Lagerräume mit dem Warnhinweis W 019 "Warnung vor Gasflaschen" gekennzeichnet sein.

Warnzeichen W 019 "Warnung vor Gasflaschen"

1.9.7
Lagerung von Aerosolpackungen und Druckgaskartuschen

Gefüllte Aerosolpackungen und Druckgaskartuschen dürfen nicht einer Erwärmung von mehr als 50 C durch Sonnenbestrahlung oder andere Wärmequellen ausgesetzt werden.

Werden in Arbeitsräumen Aerosolpackungen und Druckgaskartuschen von mehr als 5 Liter Gesamtvolumen gelagert, muss die Lagerung mindestens in einem Stahlschrank erfolgen; die Benutzung eines Sicherheitsschrankes nach DIN EN 14 470-1 mit einer Feuerwiderstandfähigkeit von mindestens 15 Minuten wird empfohlen. Für die Lagerung ab 25 Liter Gesamtvolumen ist die Benutzung eines Sicherheitsschrankes notwendig.

1.9.5.3
Zusammenlagerung

Materialien, die ihrer Art und Menge nach geeignet sind, zur Entstehung oder schnellen Ausbreitung von Bränden beizutragen, wie z.B. Papier, Textilien, Holz, Holzwolle, Heu, Stroh, Kartonagen, brennbare Verpackungsfüllstoffe, dürfen im Lagerabschnitt nicht gelagert werden, sofern sie nicht zur Lagerung und dem Transport eine Einheit mit den ortsbeweglichen Behältern bilden. Verschiedene Stoffe dürfen miteinander oder mit anderen Materialien nur zusammen gelagert werden, soweit hierdurch eine wesentliche Gefahrenerhöhung nicht eintreten kann. Eine wesentliche Gefahrenerhöhung besteht z.B. bei der Zusammenlagerung von Druckgasflaschen und entzündbaren Flüssigkeiten und muss durch eine getrennte Lagerung verhindert werden. Hinweise zur Zusammenlagerung von Gefahrstoffen sind dem jeweiligen Sicherheitsdatenblatt im Abschnitt 7 "Handhabung und Lagerung" zu entnehmen.