DGUV Information 209-015 - Instandhaltung – sicher und praxisgerecht durchführen...

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Abschnitt 8.1, 8.1 Wirkung auf den Menschen
Abschnitt 8.1
Instandhaltung – sicher und praxisgerecht durchführen (DGUV Information 209-015)
Titel: Instandhaltung – sicher und praxisgerecht durchführen (DGUV Information 209-015)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-015
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.1 – 8.1 Wirkung auf den Menschen

Lärm hat folgenden Einfluss auf den Menschen:

  • vegetative Wirkung

  • unfallauslösende Wirkung

  • gehörschädigende Wirkung

8.1.1 Vegetative Wirkung

Bereits geringe Schallpegel stören einige Menschen. Es kommt auf die individuelle Einstellung an. Einige Beispiele sollen dies verdeutlichen:

  • typische Geräusche vom Tennisplatz sonntags um 14 Uhr ↔ angrenzende Wohnungen

  • laute Musik ↔ Mitbewohnende mit Ruhebedürfnis

  • Werkstattgeräusche ↔ anliegende Büroräume

Bei geringen Schallpegeln ist der Lärm nur störend. Werden jedoch 60 dB(A) überschritten, ist der Einfluss des Lärms nicht mehr individuell abhängig. Unser Körper reagiert willensunabhängig auf den Lärm mit vegetativen Reaktionen. Oft werden diese noch nicht einmal bemerkt. Folgende vegetative Wirkungen des Lärms sind feststellbar:

  • erhöhter Blutdruck

  • erhöhter Pulsschlag

  • Nervosität

  • Unmut bis zur Aggression

  • Ermüdung

  • Schlafstörung, Leistungsabfall

8.1.2 Unfallauslösende Wirkung

Lärm kann auch Unfälle auslösen, weil:

  • akustische Warnsignale überdeckt werden,

  • die Konzentration gemindert ist,

  • die sprachliche Verständigung erschwert ist,

  • plötzliche oder impulsartige Geräusche zu Schreckreaktionen führen.

8.1.3 Gehörschädigende Wirkung

Wenn der Lärm bei 85 dB(A) und darüber liegt, sind Gehörschäden nicht auszuschließen. Der Grad der Lärmschwerhörigkeit ist individuell verschieden. Es kann jedoch davon ausgegangen werden (siehe Abb. 8-1), dass mehr als die Hälfte der Menschen, die 40 Jahre, also ein Berufsleben lang, bei 95 dB(A) arbeiten, einen Gehörverlust von 40 dB erleiden.

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Abb. 8-1 Zusammenhang zwischen Lärmexposition und Hörverlust

Bei der Betrachtung der hörschädigenden Wirkung von Lärm sind noch folgende Tatsachen zu berücksichtigen:

  • Eine Gewöhnung an hörschädigenden Lärm gibt es nicht.

  • Eine Lärmschwerhörigkeit entsteht über viele Jahre unbemerkt.

  • Durch den Lärm werden die Haarsinneszellen im Ohr für immer zerstört.

  • Ein Hörgerät kann den Hörverlust nur zum Teil ausgleichen; in einigen Fällen hilft auch kein Hörgerät mehr.

  • Die sozialen Auswirkungen können gravierend sein.

  • Weil Lärmschwerhörige ihre Mitmenschen immer schlechter verstehen, werden sie zum Teil misstrauisch oder sogar aggressiv. Sie fühlen sich ausgegrenzt.

  • Lärmschwerhörigkeit kann im Beruf und im Privaten zu Vereinsamung führen.

  • Lärmschwerhörigkeit ist eine lebenslange und unheilbare Berufskrankheit.