DGUV Information 209-011 - Gasschweißen (DGUV Information 209-011)

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Abschnitt 6.3, 6.3 Haut- und Augenschutz vor künstlicher opt...
Abschnitt 6.3
Gasschweißen (DGUV Information 209-011)
Titel: Gasschweißen (DGUV Information 209-011)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-011
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 6.3 – 6.3 Haut- und Augenschutz vor künstlicher optischer Strahlung

Von der Autogenflamme und dem Schweißbad geht optische Strahlung im sichtbaren, im ultravioletten und im infraroten Bereich aus. Diese Strahlung führt bei längerer Einwirkung auf Haut und ungeschützte Augen zu Schädigungen.

Hautschutz erfolgt durch geschlossene Kleidung sowie durch spezielle Hautschutzemulsionen mit hohem Lichtschutzfaktor.

Sichtbare Lichtstrahlen haben Blendwirkung. Utraviolette Strahlen können zu schmerzhaften Augenentzündungen und Hautrötungen sowie zu Hautkrebs führen. Infrarote Strahlen rufen eine Wärmewirkung, häufig mit Austrocknung der Augenoberfläche, hervor und führen in Extremfällen zum so genannten Feuerstar.

Gegen die Wirkung dieser Strahlen auf die Augen schützt eine entsprechende Schutzbrille als Korb- oder Bügelbrille mit Seitenschutz. DIN EN 166 legt generelle Forderungen an persönlichen Augenschutz fest.

Schutz gegen Schmelzmetall und heiße Festkörper wird danach nur von Korbbrillen und Gesichtsschutzschilden gewährleistet.

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Die Anforderungen an die Schweißerschutzfilter sind umfassend in der DIN EN 169 festgeschrieben.

Für das Gasschweißen, das Hartlöten und für das Brennschneiden sind die empfohlenen Schutzstufen in Abhängigkeit vom jeweiligen Volumendurchsatz des Acetylens oder des Sauerstoffs dargestellt und reichen von Schutzstufe 4 bis Schutzstufe 7.

Sowohl Filter als auch Brillenkörper sind nach diesen Normen zu kennzeichnen und müssen die festgelegten Prüfungen, zum Beispiel der mechanischen Festigkeit, der Oberflächenbeständigkeit, bestehen.

 q = Volumendurchsatz von Acetylen in l/h
Arbeitq ≤ 7070 < q ≤ 200200 > q ≤ 800q > 800
Schweißen und Hartlöten von Schwermetallen 1)4567

Abb. 10 Schutzstufen beim Gasschweißen und Hartlöten

Bei Schweißarbeiten helfende und andere Personen können aufgrund des größeren Abstands zur Flamme die Schutzstufen 1,2 bis 4 verwenden.

 q = Volumendurchsatz von Acetylen in l/h
Arbeit900 ≤ q≤20002000 < q ≤ 40004000 < q ≤ 8000
Brennscheiden 1)567

Abb. 11 Schutzstufen beim Brennschneiden

Je nach Einsatzbedingungen und persönlichem Empfinden können höhere oder niedere Schutzstufen verwendet werden. Filter mit zu hoher Schutzstufe können sich unter Umständen nachteilig auswirken, da die mit Schweißarbeiten beschäftigten Personen dazu gezwungen sind, näher an die Strahlungsstelle heranzugehen. Damit geraten sie meist in die aufsteigenden Schweißrauche und Gase.

Durch die beim Gasschweißen eingesetzten langen Schweißdrähte besteht ebenfalls die Gefahr von Augen- und Gesichtsverletzungen. Das obere Ende des Schweißdrahts sollte daher stets rund gebogen werden; diese Maßnahme hat sich in der Praxis seit vielen Jahren bewährt.

Hinweis: Zum Schutz von Außenstehenden vor optischer Strahlung sind Stellwände oder Schutzvorhänge nach DIN EN ISO 25980 zu verwenden!
1)

Der Ausdruck "Schwermetalle" bezieht sich auf Stähle, legierte Stähle, Kupfer und seine Legierungen, usw.

1)

Je nach Einsatzbedingungen können die nächsthöhere oder nächstniedrigere Schutzstufe verwendet werden