DGUV Information 209-008 - Presseneinrichter (bisher: BGI 551)

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Abschnitt 11, 11. Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rücks...
Abschnitt 11
Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Titel: Presseneinrichter (bisher: BGI 551)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 209-008
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 11 – 11. Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung zusammen mit langsamer Schließgeschwindigkeit

Die Schutzwirkung dieser Maßnahme besteht darin, dass jeder an der Presse tätigen und somit gefährdeten Person die Möglichkeit gegeben wird, aufgrund der langsamen Geschwindigkeit der Hubbewegungen rechtzeitig reagieren zu können. Gleichzeitig muss für jede dieser Personen jeweils eine Befehlseinrichtung vorhanden und wirksam sein, mit der diese Person die Gefahr bringenden Bewegungen, auch durch Reflexbewegungen, jederzeit stillsetzen kann.

Die Befehlseinrichtung mit selbsttätiger Rückstellung, die zur Realisierung dieser Schutzmaßnahme an Pressen verwendet wird, muss besondere technische Bedingungen erfüllen. An Pressen, die dem heutigen Stand der Technik entsprechen, sind diese Befehlseinrichtungen in der Regel als Hand- oder Fußschalter mit drei Schaltstellungen ausgeführt, die folgende Funktionen bewirken:

Schaltstellung 1=Halt
Schaltstellung 2=Betrieb
Schaltstellung 3=Halt

An älteren Pressen sind aber auch noch Befehlseinrichtungen mit nur zwei Schaltstellungen vorhanden, die gemäß den geltenden Vorschriften an diesen Pressen auch noch zulässig sind.

In jedem Fall sollte, wenn mehrere Personen gleichzeitig an einer Presse tätig sind, für jede eine entsprechende Befehlseinrichtung vorhanden und wirksam sein. Ausnahmen sollte es hier nur geben, wenn die betreffenden Personen durch eine andere der bereits genannten zulässigen Schutzmaßnahmen vor dem Zugriff in die Gefahrstelle geschützt sind.

Als langsame Schließgeschwindigkeit im Zusammenhang mit dieser Schutzmaßnahme gilt für Pressen in der Regel eine Geschwindigkeit mit einem Wert von ≤ 10 mm/s.

Im Gegensatz zu den in den vorherigen Abschnitten genannten Schutzmaßnahmen beruht die Schutzwirkung dieser Maßnahme im Wesentlichen auf der Aufmerksamkeit und den Reaktionsmöglichkeiten der gefährdeten Personen.

Der ungewollte Zugriff in Gefahrstellen und somit die Möglichkeit, erhebliche Verletzungen zu erleiden, ist hierbei nicht ausgeschlossen. Das vorhandene Restrisiko ist hier also deutlich größer als bei den anderen genannten Schutzmaßnahmen. Aus diesem Grund sollte diese Schutzmaßnahme nur dann zur Anwendung kommen, wenn die auszuführenden Arbeitsgänge nicht mit einer anderen genannten Schutzmaßnahme möglich sind.