DGUV Regel 109-002 - Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR...

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Abschnitt 3.5.3.1, 3.5.3 Anlagenkomponenten 3.5.3.1 Ventilat...
Abschnitt 3.5.3.1
Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR 121)
Titel: Arbeitsplatzlüftung - Lufttechnische Maßnahmen (bisher: BGR 121)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-002
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.5.3.1 – 3.5.3 Anlagenkomponenten
3.5.3.1 Ventilatoren

Ventilatoren müssen folgenden Anforderungen genügen:

  1. 1.

    Ventilatoren müssen so bemessen und ausgewählt sein, dass der erforderliche Luftvolumenstrom und Unterdruck unter den zu Grunde gelegten Betriebsbedingungen sichergestellt wird.

    Die Bemessung ist abhängig vom erforderlichen Luftvolumenstrom, der Dichte des Fördermediums und den Strömungswiderständen der Anlagenteile, z.B. Luftleitungen, Krümmer, Drosseleinrichtungen und Abscheider.

  2. 2.

    Ventilatoren müssen den zu erwartenden Beanspruchungen standhalten.

    Dies kann z.B., durch eine verschleiß- oder korrosionsbeständige Ausführung des Ventilators erreicht werden, dessen Antriebsmotor

    • in entsprechender elektrischer Schutzart ausgeführt oder

    • außerhalb des geförderten Luftvolumenstromes angeordnet

    ist.

    Hinsichtlich erforderlicher Schutzart siehe EN 60529 "Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code)". Bei Schutz gegen Staubablagerungen und Spritzwasser ist z.B. die Schutzart IP 54 erforderlich.

    In Anlagen, die zum Spritzen und Sprühen von Beschichtungsstoffen dienen, muss der Antriebsmotor außerhalb des geförderten Luftvolumenstromes liegen; siehe Unfallverhütungsvorschrift "Verarbeiten von Beschichtungsstoffen" (BGV D25) und E DIN EN 12215 "Beschichtungsanlagen; Spritzkabinen für flüssige organische Beschichtungsstoffe, Sicherheitsanforderungen".

  3. 3.

    Sind mehrere Erfassungseinrichtungen zu einer zentralen Absauganlage zusammengefasst, ist durch geeignete Einrichtungen sicherzustellen, dass bei Zu- und Abschalten von Erfassungseinrichtungen der erforderliche Luftvolumenstrom erreicht wird.

  4. 4.

    Bei der Anordnung der Ventilatoren ist zu berücksichtigen, dass

    • auf Bauwerks- und Anlagenteile keine unzulässigen Schwingungen übertragen werden,

    • Gefahrstellen durch trennende Schutzeinrichtungen vermieden sind,

    • die Versicherten nicht der Einwirkung von unzulässigem Lärm ausgesetzt sind,

    • die Verschmutzung des Ventilators durch Luftverunreinigungen gering ist,

      und

    • leichte Zugänglichkeit des Ventilators für Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten gewährleistet ist.

Unzulässiger Lärm ist vermieden, wenn der Schalldruckpegel des Ventilators allein oder im Verbund mit anderen Lärmquellen am Arbeitsplatz die Lärmgrenzwerte nicht erreicht; siehe hierzu § 15 Arbeitsstättenverordnung und Unfallverhütungsvorschrift "Lärm" (BGV B3).

Gegebenenfalls sind Ventilatoren außerhalb des Arbeitsraumes anzuordnen oder technische Lärmminderungsmaßnahmen anzuwenden, z.B. Kapsel, körperschallgedämmte Ventilatoraufstellung, große resonanzfreie Fundamentmasse oder Schalldämpfer.

Schwingungsübertragungen lassen sich z.B. durch Schwingungsdämpfer, Dämmplatten und elastische Verbindungsstücke zwischen Ventilatoren und Luftleitungen vermeiden.

Gefahrstellen siehe Neunte Verordnung zum Gerätesicherheitsgesetz (Maschinenverordnung - 9. GSGV).

Hinsichtlich Instandhaltungs- und Reinigungsarbeiten siehe Abschnitt 3.6.4.

Die Verschmutzung des Ventilators ist z.B. gering, wenn er bei Anlagen mit Abscheidern auf der Reinluftseite angeordnet ist.