Technische Regeln für Gefahrstoffe Raumdesinfektionen mit Formaldehyd (TRGS 522)...

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Anlage 3b TRGS 522, Notfallinformationskarte Ammoniak
Anlage 3b TRGS 522
Technische Regeln für Gefahrstoffe Raumdesinfektionen mit Formaldehyd (TRGS 522)
Bundesrecht

Anhangteil

Titel: Technische Regeln für Gefahrstoffe Raumdesinfektionen mit Formaldehyd (TRGS 522)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: TRGS 522
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Technische Regel

Anlage 3b TRGS 522 – Notfallinformationskarte 10 Ammoniak

Anlage 3b-1

Ammoniak (NH4OH) in wässriger Lösung (≥25 %)
CAS-Nr: 1336-21-6

Aufnahmewegemögliche WirkungenErstmaßnahmen
Einatmen (meistens)
Resorption bevorzugt im oberen Atemtrakt
reizt/verätzt die Atemwege;
bei sehr hohen Konzentrationen (ab ca. 1.700 ppm): akute Lebensgefahr (durch Laryngospasmus, Glottis-/Lungenödem, Pneumonie; reflektorischen Atem/Herzstillstand)
bei hohen Konzentrationen:
Husten, erhöhte Atemfrequenz, Übelkeit, später Atemwegsentzündungen
bei geringen Konzentrationen (bis 100 ppm): Gewöhnung möglich
Verletzten aus dem Gefahrenbereich bringen (Selbstschutz!).
Bei Aufnahme großer Mengen schnellstmöglich ein Glucocorticoid-Dosieraerosol wiederholt tief einatmen lassen.
Bei Atemnot Sauerstoff inhalieren lassen.
Bei Atemstillstand Mund-zu-Nase-Beatmung oder ggf. Mund-zu-Mund-Beatmung. Atemwege freihalten.
Die Sicherung der vitalen Funktionen hat absoluten Vorrang.
Für ärztliche Behandlung sorgen (Klinik).
Haut-/Augenkon-
takt
In Abhängigkeit von Konzentration und Kontaktzeit:
Reizung der Haut (Ödeme) bis hin zu schwerer Verätzung (nach wenigen Minuten Nekrosen), die infolge der hohen Penetrationsfähigkeit in tiefere Schichten vordringen kann.
Schwere Augenschäden (Verlust des Hornhautepithels bis hin zu Gefahr der Erblindung). (Cave: Latenzzeit)
Verletzten aus dem Gefahrenbereich bringen und ggf. benetzte Kleidung entfernen (Selbstschutz!).
Betroffene Hautpartien zehn Minuten unter fließendem Wasser spülen (Notbrause).
Für ärztliche Behandlung sorgen (Klinik).
Nach Einwirkung am Auge dieses unverzüglich (ggf. unter Schutz des unverletzten Auges) zehn Minuten unter fließendem Wasser bei weitgespreizten Lidern spülen (Augenbrause). Danach Transport zum Augenarzt/in geeignete Klinik.
Empfehlungen für den stationären Krankenhausaufenthalt
Überwachung, BehandlungBei großflächiger Verätzung kann Schock- und Tetanusprophylaxe, ggf. Lungenödemprophylaxe sowie weitere Behandlung in der Klinik erforderlich werden, d. h. Sicherung der Vitalfunktionen, Schmerzbekämpfung, Inspektion und Behandlung der Verätzungen.
Kennzeichnung gemäß Verordnung (EG) Nr. 1272/2008
Gefahrenpiktogramme:

Signalwort: Gefahr
Gefahrenhinweise (H-Sätze):
  • Verursacht schwere Verätzungen der Haut und schwere Augenschäden (H314)

  • Kann die Atemwege reizen (H335)

  • Sehr giftig für Wasserorganismen (H400)

Anlage 3b-2

Notfallinformationskarte
Ammoniak (NH4OH) in wässriger Lösung (≥25 %)
CAS-Nr: 1336-21-6

AufnahmewegeMögliche WirkungenErstmaßnahmen
Einatmen (meistens)
Resorption bevorzugt im oberen Atemtrakt
reizt/verätzt die Atemwege;
bei sehr hohen Konzentrationen (ab ca. 1.700 ppm):
akute Lebensgefahr (durch Laryngospasmus, Glottis-/Lungenödem, Pneumonie; reflektorischen Atem/Herzstillstand)
bei hohen Konzentrationen: Husten, erhöhte Atemfrequenz, Übelkeit, später Atemwegsentzündungen
bei geringen Konzentrationen (bis 100 ppm):
Gewöhnung möglich
Verletzten aus dem Gefahrenbereich bringen (Selbstschutz!).
Bei Aufnahme großer Mengen schnellstmöglich ein Glucocorticoid-Dosieraerosol wiederholt tief einatmen lassen.
Bei Atemnot Sauerstoff inhalieren lassen.
Bei Atemstillstand Mund-zu-Nase-Beatmung oder ggf. Mund-zu-Mund-Beatmung. Atemwege freihalten.
Die Sicherung der vitalen Funktionen hat absoluten Vorrang.
Für ärztliche Behandlung sorgen (Klinik).
Haut-/AugenkontaktIn Abhängigkeit von Konzentration und Kontaktzeit:
Reizung der Haut (Ödeme) bis hin zu schwerer Verätzung (nach wenigen Minuten Nekrosen), die infolge der hohen Penetrationsfähigkeit in tiefere Schichten vordringen kann.
schwere Augenschäden (Verlust des Hornhautepithels bis hin zu Gefahr der Erblindung).
(Cave: Latenzzeit)
Verletzten aus dem Gefahrenbereich bringen und ggf. benetzte Kleidung entfernen (Selbstschutz!). Betroffene Hautpartien zehn Minuten unter fließendem Wasser spülen (Notbrause).
Für ärztliche Behandlung sorgen (Klinik).
Nach Einwirkung am Auge dieses unverzüglich (ggf. unter Schutz des unverletzten Auges) zehn Minuten unter fließendem Wasser bei weitgespreizten Lidern spülen (Augenbrause). Danach Transport zum Augenarzt/in geeignete Klinik.
Empfehlungen für den stationären Krankenhausaufenthalt
Überwachung, Behand-
lung
Bei großflächiger Verätzung kann Schock- und Tetanusprophylaxe, ggf. Lungenödemprophylaxe sowie weitere Behandlung in der Klinik erforderlich werden, d. h. Sicherung der Vitalfunktionen, Schmerzbekämpfung, Inspektion und Behandlung der Verätzungen.
Kennzeichnung gemäß Richtlinie 67/548/EWG
Gefahrensymbole:
Risikosätze (R-Sätze):
  • verursacht Verätzungen (R34)

  • sehr giftig für Wasserorganismen (R50)

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Aufgrund unterschiedlicher Einstufung und Kennzeichnung gemäß Richtlinie 67/548/EWG und Verordnung (EG) Nr. 1272/2008 enthält die Anlage 3b zwei Notfallinformationskarten für Ammoniak. Die Nutzung als Vor- und Rückseite einer Notfallinformationskarte wird empfohlen.