DGUV Information 202-113 - Inklusion im Schulsport Handreichung für Lehrkräfte (...

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Abschnitt 5.7, 5.7 Umgang mit herausfordernden Situationen
Abschnitt 5.7
Inklusion im Schulsport Handreichung für Lehrkräfte (DGUV Information 202-113)
Titel: Inklusion im Schulsport Handreichung für Lehrkräfte (DGUV Information 202-113)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 202-113
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 5.7 – 5.7 Umgang mit herausfordernden Situationen

Ein besonderes Augenmerk in diesem Zusammenhang erhalten Schülerinnen und Schüler mit dem Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung. Verfestigte Verhaltensweisen, die störend und herausfordernd sein können, können von diesen Schülerinnen und Schülern oftmals nicht kurz- oder mittelfristig verändert werden. Sie benötigen ein langfristiges, breites Angebot von spezifischen individuellen Fördermaßnahmen und Hilfen, die oftmals auch über das Wirkungsfeld Schule hinausgehen, damit Verhaltensänderungen angebahnt und Möglichkeiten, sich zunehmend selbstständig im Gruppengefüge zurechtzufinden, entwickelt werden können. Die Vernetzung aller an der Bildung, Erziehung und Unterstützung beteiligten Professionen ist hierbei besonders bedeutsam, um Beratungskonzepte und -prozesse sowie Handlungsmaßnahmen zu etablieren und miteinander zu verzahnen. Schulsport ist ein Lern- und Erfahrungsfeld, welches vielfältige Möglichkeiten bietet, bei Schülerinnen und Schüler emotionale und soziale Kompetenzen gezielt zu fördern. Ausführliche Hinweise für den Schulsport sind in den Ausführungen zum Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung im Band 1 dieser Handreichung dargestellt. Die Lehrkraft sollte sich in jedem Fall über die spezifischen individuellen Hilfen und Fördermaßnahmen bei der Klassenlehrerin und Lehrkraft für Sonderpädagogik informieren, um die Förderung bestmöglich unterstützen zu können und in Absprache ein kontinuierliches, einheitliches, verlässliches und konsequentes Handeln zu sichern.

Störende, herausfordernde Verhaltensweisen treten jedoch nicht nur bei Schülerinnen und Schülern mit Bedarf an sonderpädagogischer Unterstützung mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung auf. Störendes, herausforderndes Verhalten gibt es in jeder Lerngruppe. Die Motive dafür können sehr unterschiedlich gelagert sein. An dieser Stelle sollen Anregungen dazu aufgezeigt werden, wie ganz grundsätzlich ein konstruktiver Umgang mit störendem, herausforderndem Verhalten gelingen kann, um als Lehrkraft in der Situation handlungsfähig zu bleiben, gezielt präventive, vorbeugende Maßnahmen einzuplanen und sozial emotionale Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler nachhaltig zu fördern.

Generell ist es hilfreich, mögliche Motive für das störende, herausfordernde Verhalten zu hinterfragen und aufzudecken.

ANBEI EINIGE BEISPIELE FÜR RELEVANTE FRAGESTELLUNGEN:
  • Will die Schülerin, der Schüler ‚Blödsinn‘ machen und albern sein, sich selbst vor der Gruppe in den Vordergrund spielen?

  • Welche Stellung hat die Schülerin oder der Schüler in der Gruppe? Hat diese Position Auswirkungen auf das jeweilige Verhalten?

  • Fühlt die Schülerin, der Schüler sich ungerecht behandelt?

  • Kompensiert die Schülerin, der Schüler mit dem Verhalten seine Unsicherheiten? Hat sie bzw. er Schwierigkeiten, sich auf die Aufgaben einzulassen?

  • Hat die Schülerin, der Schüler Angst vor der Aufgabe oder davor, vor den anderen schlecht dazustehen?

  • Kennt die Schülerin, der Schüler aufgrund seiner Voraussetzungen keine geeigneten Verhaltens-alternativen für die Situation?

  • Hat die Schülerin, der Schüler die Regeln in der Übungsstätte nicht verstanden?

  • Fühlt die Schülerin, der Schüler sich im Unterricht überfordert oder unterfordert?

  • Gibt es aktuelle oder vorausgegangene Konflikte mit anderen Schülerinnen und Schülern (z. B. aus der Umkleidekabine)?

Es ist in der akuten Situation nicht leicht, in einem Konflikt nicht nur eine "Gefahr" sondern auch eine "Chance" zu sehen. Genau das stellt die große Herausforderung dar: Professionell mit der Schülerin, dem Schüler umzugehen, verständnisvoll und umsichtig zu reagieren sowie Klarheit und Orientierung durch das eigene Handeln anzubieten. Wird eine Verhaltensweise als "unangemessen", "unpassend" oder "unerwünscht" erlebt und bezeichnet, stellt sich für Lehrkräfte vorrangig die Frage: "Was muss geschehen und was kann ich dazu beitragen, dass die Schülerin, der Schüler eine alternative Handlungsidee kennenlernt, erprobt und zukünftig zeigt?" Was hier in aller Regel nicht nachhaltig gelingt, sind sogenannte "einfache" und "schnelle" Lösungen.

Grundlegende Leitgedanken zum Umgang mit herausforderndem Verhalten:

  • Ich als Lehrkraft bin nicht verantwortlich für das bisher erlernte Verhalten der Schülerin, des Schülers und (meistens) kann ich die Ursachen nur schwer verändern.

  • Welche Hinweise auf das "innere" Erleben (Selbstoffenbarung) gibt mir die Schülerin oder der Schüler? Kann ich diese Hinweise gewinnbringend nutzen?

  • Wenngleich ich dieses Verhalten nicht akzeptieren kann und will, geht es immer erst einmal nur konkret um dieses Verhalten, nicht um die Persönlichkeit der Schülerin, des Schülers.

  • Ich bin eine zuverlässige Kommunikationspartnerin bzw. ein zuverlässiger Kommunikationspartner und fülle diese ‚Vorbildfunktion‘ aus: So kann ich an das erwünschte Verhalten erinnern, und loben, wenn dieses Verhalten gezeigt wird.

  • Ich etabliere ein klares, tragfähiges und akzeptiertes Regelsystem und sorge für die Einhaltung der Konsequenzen bei Regelverstößen. Regelverstöße benenne ich deutlich und erinnere daran, dass die Konsequenz bei einer Wiederholung folgen wird. Damit wird die Verantwortung für das eigene Verhalten an die Schülerinnen und Schüler g egeben.

  • Ich gestehe eigene Fehler ein und teile mit, dass ich mich über bestimmte Situationen freue und andere mich anstrengen. Dabei zeige ich professionelle und wertschätzende Umgangsformen.

  • Was heute nicht gelingt, gelingt vielleicht morgen.

  • Ich zeige Interesse an der Entwicklung einer Lösung für die Zukunft.

Beziehungsaufbau:

Die grundlegende Basis für die Arbeit am eigenen Verhalten ist die Beziehungsarbeit. Hier kommt den Lehrkräften eine zentrale Bedeutung zu. Es geht um den Aufbau von verlässlichen und belastbaren Beziehungsstrukturen. Schülerinnen und Schüler bemerken schnell, welche Bindung sich einzugehen lohnt. Durch das bewusste Austesten von Grenzen erforschen sie oftmals die Stabilität einer Beziehung. Eine beständige Lerngruppenzusammensetzung sowie Kontinuität beim Einsatz der verantwortlichen Lehrkraft tragen dazu bei, dass sich Beziehungsstrukturen entwickeln können und gegenseitiges Vertrauen wachsen kann. Die Haltung der Lehrkraft gegenüber der einzelnen Schülerin, dem einzelnen Schüler ist an dieser Stelle besonders bedeutsam. Es geht insbesondere darum zu transportieren, dass nicht die Schülerin, der Schüler als Person schlecht ist, sondern die gezeigte Verhaltensweise. Die Schülerin, der Schüler erlebt, dass Verhaltensänderung sich lohnt, wenn die Lehrkraft zeigt, dass sie die Verhaltensänderung zur Kenntnis nimmt und diese lobt und wertschätzt.

Sozial-emotionale Kompetenzen im Fokus:

Schulsportangebote stellen hohe Anforderungen an die sozial-emotionalen Kompetenzen aller Beteiligten.

BEISPIELE:
  • sich auf Interaktionen und Kooperationen mit wechselnden Personen einlassen und diese mitgestalten

  • sich in "unstrukturierten" Situationen (z. B. in der Umkleide, auf dem Weg zur Übungsstätte, bei Wartezeiten zwischen Bewegungszeiten) zurechtfinden und angemessen verhalten

  • sich in der Übungsstätte an besondere Regeln, auch in Form von Sicherheitsvorschriften, halten

  • mit emotionalen Spannungen, die sich beim Bewegen und in Konkurrenzsituationen entwickeln können, umgehen

  • mit Misserfolgen und Frustrationen umgehen

  • sich den eigenen Unsicherheiten und Ängsten stellen

  • sich auf neue Situationen einstellen, ein Risiko abwägen, spannungsreiche Momente aushalten

  • sich mit der eigenen Körperlichkeit auseinandersetzen und darauf einlassen, den Körper in der Bewegung vor den anderen zu präsentieren

  • sich auf schwächere und stärkere Mitschülerinnen und Mitschüler im Spielgeschehen einstellen

  • Leistungen anderer sowie die eigenen Grenzen anerkennen

  • sportartbezogene Regeln verstehen, anerkennen und einhalten, insbesondere sich fair verhalten

  • eigene Interessen und Erwartungen vorübergehend zurückstellen können

Viele Verhaltensmuster, die als störend oder unangemessen empfunden werden (z. B. Verweigerungsverhalten, Konflikte, Empfindung von Ungerechtigkeit, Ausgrenzungstendenzen), können abgebaut oder vermieden werden, wenn die Lehrkraft die sozial-emotionalen Anforderungen im Blick behält und bei der Planung, Gestaltung und Organisation des Angebots individuell berücksichtigt.

Leitfäden zum schulinternen Umgang mit herausforderndem Verhalten:

Die Erarbeitung von schulinternen Strategien zum Umgang mit störendem, herausforderndem Verhalten und der Förderung von sozialen Kompetenzen bietet die Möglichkeit, einen verbindlichen und transparenten Rahmen für alle Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Erziehungsberechtigte zu gestalten, der von allen mitgetragen wird. An dieser Stelle können beispielsweise Schulregeln und Klassenregeln stehen, Handlungsmaßnahmen bei unentschuldigtem Fehlen, Handlungsmaßnahmen in Akutsituationen, der Umgang mit Konflikten zwischen einzelnen Schülerinnen und Schülern, spezielle Unterrichtsangebote, grenzziehende Maßnahmen sowie die Einbindung von Schulsozialarbeit und Netzwerkarbeit gemeinsam erarbeitet und festgelegt werden. Alle Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler, aber auch Eltern und weiteres Personal, können sich an den schulinternen Konzepten und Maßnahmenkatalogen (unterstützende Maßnahmen/grenzziehende Maßnahmen) orientieren und einheitliches konsequentes Verhalten sichern. Das hat erfahrungsgemäß grundsätzlich positive Auswirkungen auf die Lernatmosphäre in der Schule. Schülerinnen und Schülern werden Hilfe und Unterstützung angeboten, ihr Verhalten zu reflektieren und langfristig soziale Kompetenzen aufbzw. auszubauen.

Maßnahmen zur Prävention und Intervention:

Von zentraler Bedeutung ist die Entwicklung eines vielfältigen Handlungsrepertoires für den Umgang mit Störungen, Krisen und herausforderndem Verhalten. Dieses Repertoire trägt dazu bei, dass die Lehrkraft zunehmend an Handlungssicherheit gewinnt und Entstehungsfaktoren frühzeitig erkennt.

Die folgenden Darstellungen konkretisieren einige praxisnahe Hinweise:

Potenziale aufdecken und an den Stärken ansetzen

  • Potenziale erkennen, unterstützen und etablieren: "Stärken stärken vor Schwächen schwächen"

  • sozial-emotionale Fähigkeiten und Bedarfe der Schülerinnen und Schüler diagnostisch, unter Einbezug von förderdiagnostischen Maßnahmen, erfassen; auf dieser Grundlage Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten wie auch Konsequenzen für das konkrete Schulsportangebot installieren

  • sportliche Neigungen und Interessen ausloten und entsprechende Angebote einbinden und organisieren

  • individuelle Absprachen und Zielformulierungen für Verhaltensänderung konkret benennen

  • Leistungsbewertung an konkreten Kriterien anlehnen, hervorheben des individuellen Fortschritts

  • mit Bewegungsdemonstrationen sensibel umgehen (Gesichtsverlust vermeiden), Erfolgserlebnisse ermöglichen

Methoden zur Selbstkontrolle und Selbstmanagement etablieren

  • Einsatz von Hilfen zur Selbstbeobachtung, Selbstbewertung und Selbstkontrolle

  • Einsatz von regelmäßigen Reflexionsinstrumenten (z. B. Handlungsplänen, Selbsteinschätzungsbögen, Fremdeinschätzungsbögen, Reflexions- und Feedbackgespräche)

  • bereitstellen und gestalten von Entspannungsphasen und individuellen Auszeiten

  • Einbau von Bewegungsaufgaben oder Spielformen zum Abbau von emotionalen Spannungen und erhöhtem Bewegungsdrang (z. B. kleine Laufspiele)

  • Einsatz von Erinnerungshilfen für die Verhaltenssteuerung (z. B. durch ein Signal, welches auf eine vereinbarte Konsequenz hinweist, beispielsweise Timeout-Zeichen): dadurch zeigen, dass das Verhalten von Seiten der Lehrkraft registriert wurde und gleichzeitig signalisieren, dass die Lehrkraft handlungsfähig bleibt

Transparente Regelstrukturen festlegen, klare Grenzen setzen

  • die Schülerinnen und Schüler an dem Prozess der Erarbeitung von Regelstrukturen beteiligen

  • die Einhaltung von Regeln nachhaltig fordern und konsequentes Verhalten sichern Hinweis: Weitere ausführliche Hinweise zur Gestaltung von Regelstrukturen sind im Kapitel 5.1 Organisations- und Ordnungsrahmen zu finden.

Konflikten konstruktiv und vorbildlich begegnen

  • als Lehrkraft Konfliktmanagement vorleben

  • das Gewinnen und Verlieren im Sportunterricht explizit zum Thema machen, Rangvergleiche (wenn überhaupt) nur bedingt anbieten bzw. erst wenn eine ausreichende Frustrationsverarbeitung beobachtbar ist

  • vorangegangene Konflikte wahrnehmen und Stresssituationen konstruktiv begegnen, Konflikte vor Beginn der Einheit aufklären oder in Aussicht stellen, die Aufklärung zu einem anderen vereinbarten Zeitpunkt zu unterstützen

  • "Sportverbot" als Konsequenz für Regelbrüche in der Klasse vermeiden

  • Konflikte und Ausgrenzungstendenzen thematisieren

Effektives Konfliktmanagement

  • einen Handlungsplan für einen Krisenfall erarbeiten, für den Fall, dass das Verhalten nochmals auftritt (z. B. Konsequenzen, Gestaltung von Auszeiten); ebenfalls Handlungsalternativen für die Reaktion auf ein wiederkehrendes störendes Verhalten bedenken

  • Auszeiten gewähren und gestalten, Vorgaben für die Auszeit festlegen (Wo? Wann? Wie lange? Mit wem?); bei der Gestaltung einer Auszeit die Schülerin, den Schüler beteiligen

  • möglichst nicht im "aufgeregten" Zustand diskutieren und ggf. die Klärung auf einen späteren Zeitpunkt verlegen

  • vorausschauend agieren und mögliche Konflikte vermeiden durch Umorganisation der Situation (z. B. Veränderung von Gruppeneinteilungen)

Multiprofessionelle Teamstrukturen nutzen

  • kollegiale Beratung und Kooperation bei anhaltenden Unterrichtsstörungen

  • unterstützende personelle Ressourcen einbeziehen und einfordern (z. B. Assistenz in der Umkleidekabine, Einzelaufsicht im Unterricht einbinden)

  • ein "Klärungs-/Konfliktkonzept" etablieren, worauf im Bedarfsfall zurückgegriffen werden kann (z. B. "Lehrkraft in Rufbereitschaft", die ggf. in akuten Situationen dazukommt und bei der Deeskalation der Situation unterstützt und die Schülerin/den Schüler vorübergehend betreut)

  • langfristiges gemeinsames Hintergrundhandeln: Absprachen mit anderen Lehrkräften und/oder Eltern und Erziehungsberechtigten

  • Hilfen in Krisensituationen einbeziehen (z. B. Schulsozialarbeiterin)

  • verbindliche, transparente Absprachen im Team

Selbsteinschätzung von sportlichen Leistungen fördern

  • festlegen und visualisieren von klaren, sachorientierten Kriterien für die Aufgabenstellungen und die Leistungsbewertung (z. B. Selbsteinschätzungsbögen)

  • transparente Rückmeldesysteme etablieren

Einbindung schulrechtlicher Möglichkeiten

  • schriftliche Dokumentationen von Fehlverhalten und Sanktionen in Form von Aktennotizen

  • Festsetzung von Ordnungsmaßnahmen

Handlungsnotwendigkeiten in akuten Grenzsituationen:

Herausforderndes Verhalten von Schülerinnen und Schülern kann Lehrkräfte in pädagogische Grenzsituationen führen, bei denen ein Eingreifen evtl. sogar unter Einsatz der körperlichen Kräfte erforderlich ist. Dazu gehören beispielsweise

  • Situationen, in denen die Schülerin, der Schüler sich selbst gefährdet,

  • Situationen, in denen die Schülerin, der Schüler sich selbst nicht mehr kontrollieren kann (z. B. Wutausbrüche) und von den anderen Mitschülerinnen und Mitschülern isoliert werden muss (Selbstgefährdung)

  • Situationen, in denen andere Personen gefährdet werden (Fremdgefährdung)

  • Situationen, in denen Sachen beschädigt werden (Sachbeschädigung)

Psychisches und physisches Einwirken auf Schülerinnen und Schüler durch Lehrkräfte muss in jedem Fall professionell und gezielt ausgeübt werden.

Gelangt eine Lehrkraft in eine pädagogische Grenzsituation, ist es wichtig, dass die Lehrkraft sich den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit vor Augen führt: Demnach ist bei mehreren geeigneten Maßnahmen die "mildeste" auszuwählen. Lehrpersonen müssen daher abwägen, ob im konkreten Einzelfall nicht eine "mildere" Maßnahme bereits zum Ziel führt. Pädagogische Freiheit bedeutet daher auch, dass die Lehrkraft sich immer wieder kritisch mit den eigenen erzieherischen Maßnahmen und Methoden auseinandersetzt und den eigenen "pädagogischen Werkzeugkoffer" fortlaufend hinterfragt und weiterentwickelt.

Ein solcher, eventuell zu erwartender Fall sollte unbedingt auch im Rahmen eines Elterngesprächs thematisiert werden und Ergebnisse und Vereinbarungen schriftlich festgehalten werden.