DGUV Information 203-094 - Radon Eine Handlungshilfe zu Expositionsmessungen, zu...

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Abschnitt 3, 3 Begriffsbestimmungen
Abschnitt 3
Radon Eine Handlungshilfe zu Expositionsmessungen, zur Interpretation von Messergebnissen und zu Strahlenschutzmaßnahmen (DGUV Information 203-094)
Titel: Radon Eine Handlungshilfe zu Expositionsmessungen, zur Interpretation von Messergebnissen und zu Strahlenschutzmaßnahmen (DGUV Information 203-094)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 203-094
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – 3 Begriffsbestimmungen

Aktivität

Die Aktivität beschreibt die Anzahl der Kernzerfälle pro Sekunde. Dabei entspricht ein Bq (Becquerel) einem Zerfall pro Sekunde.

Aktivitätskonzentration

Die Aktivitätskonzentration beschreibt die Anzahl der Kernzerfälle pro Sekunde in einem m3 Atem- oder Raumluft und wird daher in der Einheit Bq/m3 angegeben.

Behörde, zuständige

Die nach Landesrecht für den Strahlenschutz zuständige Behörde, welche in vielen Fällen Teil der Arbeitsschutzbehörde ist.

Dosis, effektive

Die effektive Dosis ist ein Maß für das gesamte gesundheitliche Risiko durch Strahleneinwirkungen. Dabei wird die unterschiedliche Strahlenempfindlichkeit der verschiedenen Organe berücksichtigt. Die Einheit der effektiven Dosis ist das Sievert, bei den hier typischen Dosiswerten zumeist angegeben in Millisievert (mSv).

Dosis, Organdosis

Die Organdosis ist ein Maß für die Strahlenwirkung in einem ausgewählten Organ und wird ebenfalls in der Einheit mSv angegeben. Da effektive Dosis und Organdosis die gleiche Einheit haben, ist es bei Dosisangaben wichtig zu sagen, um welche Art von Dosis es sich handelt.

Folgeprodukte

Wenn ein radioaktives Nuklid zerfällt, sendet dies durch Kernumwandlung ionisierende Strahlung aus. Der nun zum Mutternuklid veränderte Kern ist ein Folgeprodukt und nennt sich auch Tochternuklid.

Halbwertszeit

Die Halbwertszeit eines radioaktiven Stoffes ist die Zeit, nach der sich die Aktivität halbiert. Für Radon-222 beträgt die Halbwertszeit 3,8 Tage.

Radon-222 (Rn-222)

Von Radon gibt es mehrere Nuklide (Isotope), die zwar alle chemisch identisch sind und somit die gleiche Anzahl von Protonen (86) besitzen, aber unterschiedlich viele Neutronen im Kern haben. Zur Unterscheidung der Isotope werden diese also durch die Summe von Protonen und Neutronen (Massenzahl) gekennzeichnet. So besitzt das Isotop Rn-222 86 Protonen und 136 Neutronen. Alle Isotope des Radons sind radioaktiv. Die Vorschriften des Strahlenschutzgesetzes im Teil 4 beziehen sich ausschließlich auf das mit Abstand am häufigsten vorkommende Isotop Radon-222.

Radonvorsorgegebiete

Gebiete in Deutschland, für die erwartet wird, dass die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration den Referenzwert von 300 Bq/m3 in einer beträchtlichen Anzahl von Gebäuden mit Arbeitsplätzen oder Aufenthaltsräumen überschreitet. Konkret finden sich in mindestens 10 Prozent der Gebäude und 75 Prozent der auszuweisenden Fläche (zunächst bezogen auf die Verwaltungseinheit Landkreis) mehr als 300 Bq/m3. Diese Gebiete müssen alle 10 Jahre überprüft und gegebenenfalls neu festgelegt werden.

Referenzwert

Der Referenzwert für Radon ist im Strahlenschutzgesetz mit 300 Bq/m3 festgelegt und beschreibt den Wert der über das Jahr gemittelten Radon-222-Aktivitätskonzentration, ab dem Handlungsbedarf für Schutzmaßnahmen besteht. Der Referenzwert ist kein Grenzwert.

Strahlenarten

Die wichtigsten Strahlenarten sind Alpha-, Beta- und Gamma-Strahlung.