DGUV Information 207-028 - Neubauplanung, Modernisierung und Nutzungsänderung vo...

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Abschnitt 8.2, 8.2 Luftfeuchtigkeit
Abschnitt 8.2
Neubauplanung, Modernisierung und Nutzungsänderung von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) (DGUV Information 207-028)
Titel: Neubauplanung, Modernisierung und Nutzungsänderung von Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) (DGUV Information 207-028)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 207-028
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 8.2 – 8.2 Luftfeuchtigkeit

Die Luftfeuchte hat einen relativ weiten und nicht fest umrissenen Behaglichkeitsbereich. In Arbeitsstätten sind folgende Maximalwerte der relativen Luftfeuchtigkeit, abhängig von der Raumtemperatur, zulässig:

Tabelle 8.2
maximal zulässige relative Luftfeuchte in Abhängigkeit zur Temperatur

Lufttemperatur relative Luftfeuchtigkeit
+20C80%
+22C70%
+24C62%
+26C55%

Diese Werte gelten nicht, wenn die Arbeitsstätte höhere Temperaturen erfordert (z. B. Gewächshaus, Lebensmittelherstellung o.ä.)

Als untere Grenze des Behaglichkeitsbereiches werden in der Klimatechnik 30 % rel. Luftfeuchte angesehen. Gemäß DGUV Information 215-510 "Beurteilung des Raumklimas" beträgt die relative Luftfeuchtigkeit, bei der ein behagliches Raumklima besteht 4 5% +/- 15 %. Normalerweise braucht die Raumluft nicht befeuchtet zu werden. In künstlich belüfteten Räumen fällt die Luftfeuchtigkeit in der Heizperiode - vor allem bei sehr niedriger Außentemperatur - aber oft stark ab und erreicht Werte von teilweise weniger als 10 % rel. Luftfeuchte.

Gem. DIN EN 16798-3 "Lüftung von Nichtwohngebäuden" gilt für Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) als unterer Grenzwert 30 % rel. Feuchte. Dieser Wert sollte nur gelegentlich unterschritten werden. Gerade in neuen Gebäuden mit Trennwänden in Trockenbauweise wird dieser Wert oft auch über längere Zeiträume nicht eingehalten, was eine Reihe von Problemen zur Folge haben kann:

  • Staub und Bakterien werden in der Atemluft länger schwebfähig gehalten und können eine erhöhte Rate von Erkältungskrankheiten verursachen.

  • Die Augen trocknen aus, was als belästigend empfunden wird und Kopfschmerzen verursachen kann.

  • Die Rauigkeit der Haut nimmt zu, was insbesondere bei empfindlichen Personen zur Verschlimmerung von Hauterscheinungen führen kann.

  • Die elektrostatische Aufladung wird deutlich erhöht, dadurch sind häufigere Entladungen bei Berührung leitender Oberflächen möglich (Gefahr von Fehlhandlungen). Elektrisch geladener Staub haftet wesentlich besser auf Oberflächen, dadurch können Hautprobleme ausgelöst und insbesondere glatte Oberflächen stärker verschmutzt werden.

Zur Vermeidung dieser gesundheitlichen Probleme kann eine künstliche Luftbefeuchtung beitragen.

In einigen Arbeitsbereichen (z. B. Druckereien, Aktenvernichtung, Lagerbereiche) kann auch aus fertigungstechnischen Gründen eine Regulierung der Luftfeuchte erforderlich werden.