DGUV Information 208-057 - Einsatz von Schleppern und Anhängern als Routenzüge (...

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Abschnitt 1, 1 Definition der Begrifflichkeiten
Abschnitt 1
Einsatz von Schleppern und Anhängern als Routenzüge (DGUV Information 208-057)
Titel: Einsatz von Schleppern und Anhängern als Routenzüge (DGUV Information 208-057)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-057
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 1 – 1 Definition der Begrifflichkeiten

Routenzug

Ein Routenzug ist ein Verbund aus Schlepper und Anhänger(n), der als Transportmittel im Routenzugsystem dient. Routenzüge gibt es in verschiedenen Ausprägungen:

  • manuelle Fahrt mit manuellem Lasthandling

  • automatisierte Fahrt mit manuellem Lasthandling

  • manuelle Fahrt mit automatisiertem Lasthandling

  • automatisierte Fahrt mit automatisiertem Lasthandling

Routenzugsystem

Unter einem Routenzugsystem versteht man ein innerbetriebliches Transportsystem, in dem Transporteinheiten gebündelt bewegt werden. Es besteht aus einem oder mehreren Routenzügen sowie einem Konzept, bei dem verschiedene Bereitstellorte mit unterschiedlichen Materialien auf einer Tour versorgt oder verschiedene Materialien von mehreren Orten auf einer Tour eingesammelt werden können. Ein Routenzug fährt üblicherweise auf einer festgelegten Route (einem festgelegten Fahrweg). In einigen Fällen verkehrt er gemäß einem festen Fahrplan bzw. in einem festen Takt. Das System lässt sich daher mit einem Bussystem im öffentlichen Personennahverkehr vergleichen.

Fahrerloses Flurförderzeug

Ein fahrerloses Fahrzeug ist ein angetriebenes Fahrzeug (ggf. einschließlich Ladung), konstruiert um automatisch zu fahren, wobei die Sicherheit des Betriebs nicht von einem Fahrer oder einer Fahrerin abhängt.

Ein Fahrerloses Transportfahrzeug (FTF) ist ein flurgebundenes Fördermittel mit eigenem Fahrantrieb, das automatisch gesteuert und berührungslos geführt wird. Fahrerlose Transportfahrzeuge dienen dem Materialtransport, und zwar zum Ziehen oder Tragen von Fördergut mit aktiven oder passiven Lastaufnahmemitteln. Typische Einsatzgebiete sind die Intralogistik bei Stückgut-Herstellern, Montagelinien in der Serienmontage, Krankenhauslogistik und Hafenlogistik. Bei den FTF handelt es sich meist um Einzelfahrzeuge, mit denen Materialien sowohl vertikal als auch horizontal bewegt werden können.

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Abb. 2
Routenzug mit Stehschlepper und Palettenfahrrahmen

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Abb. 3
Materialversorgung in der Produktion mit einem Routenzug

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Abb. 4
Routenzug mit FTS und Regalwagen

Fahrerloses Transportsystem (FTS)

Fahrerlose Transportsysteme (FTS) sind flurgebundene Systeme, die innerbetrieblich innerhalb und/oder außerhalb von Gebäuden eingesetzt werden. Sie bestehen im Wesentlichen aus einem oder mehreren automatisch gesteuerten, berührungslos geführten Fahrzeugen mit eigenem Fahrantrieb und bei Bedarf aus

  • einer Leitsteuerung,

  • Einrichtungen zur Standortbestimmung und Lage-erfassung,

  • Einrichtungen zur Datenübertragung sowie

  • Infrastruktur und peripheren Einrichtungen.

Die wesentliche Aufgabe eines fahrerlosen Transportsystems ist der automatisierte Materialtransport. Im weiteren Sinne zählen zu FTS auch solche Systeme, die für Dienstleistungsaufgaben wie z. B. Handhabung, Überwachung, Reinigung, mobile Auskunft und Führung - auch in öffentlich zugänglichen Bereichen - eingesetzt werden.

Anmerkung:

Ausgenommen hiervon sind Geräte, die als Verbraucherprodukte gemäß Produktsicherheitsgesetz auf dem Markt bereitgestellt werden, z. B. selbstfahrende Staubsauger, Rasenmäher.

Die Fahrzeuge können durch aktive und passive Leitlinien gesteuert werden. Bei den aktiven Leitlinien erfolgt die Führung induktiv durch Leitdraht im Boden. Bei der passiven Leitlinie werden Metallstreifen oder farbige Klebebänder am Boden fixiert, diese werden von Sensoren abgetastet.

Alternativ ist die Wegführung durch eine virtuelle Leitlinie möglich. Hierbei wird im Flurförderzeug meist über rechnergestützte Systeme der Fahrweg gespeichert. Im Außenbereich eines Betriebes, also beispielsweise auf Verlade- oder Lagerplätzen, ortet das System die Gabelstapler via GPS. Im Innenbereich, also etwa in Lagerhallen oder einer überdachten Warenannahme, übernehmen Kameras, Laser oder Funkwellen diese Aufgabe. Bis auf wenige Zentimeter genau erfassen sie bis zu 25 Mal pro Sekunde, wo sich das Fahrzeug gerade befindet. Dies gewährleistet eine Bestimmung der aktuellen Position des Flurförderzeugs.

Fahrerloser Routenzug

Ein fahrerloser Routenzug ist eine Kombination aus einem fahrerlosen Flurförderzeug (automatisierte Zugmaschine, Schlepper) und einer variablen Anzahl von Anhängern.

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Abb. 5
Produktionsversorgung mit einem fahrerlosen Routenzug

Bodenroller

Handgeführte Flurfördergeräte, die in den Routenzuganhänger eingeschoben werden, auch genannt Trolleys, Ladungsträgeruntergestelle, Rollenuntersetzer.

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Abb. 6
Typischer Rollunterwagen zum manuellen Verschieben von Ladehilfsmitteln

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Abb. 7
Rollunterwagen mit ergonomischer Ausstattung, Handbügel und Ladehilfsmittel-Erhöhung