DGUV Information 208-058 - Sicherer Umgang mit Multikoptern (Drohnen) (DGUV Info...

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Abschnitt 7, 7 Flugeigenschaften und Einflussfaktoren
Abschnitt 7
Sicherer Umgang mit Multikoptern (Drohnen) (DGUV Information 208-058)
Titel: Sicherer Umgang mit Multikoptern (Drohnen) (DGUV Information 208-058)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 208-058
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7 – 7 Flugeigenschaften und Einflussfaktoren

Multikopter erzeugen den Auftrieb durch in einer Ebene angeordnete Rotoren. Der Vortrieb wird nur durch die Neigung dieser Rotorebene erreicht. Da keinerlei mechanische Komponenten (z. B. Taumelscheiben oder Verstellpropeller) dazu eingesetzt oder verbaut werden, muss die Änderung des Auftriebes nur über die kollektiven Veränderungen der jeweiligen Motordrehzahlen erfolgen. Wird die Drehzahl aller Motoren gleichzeitig erhöht bzw. verringert, steigt oder sinkt der Multikopter. Solange die Summe der Drehmomente der Antriebsmotoren null ist und keinerlei äußere Einflussfaktoren (z. B. Seitenwind oder Böigkeit) einwirken, befindet sich der Multikopter in einem stabilen Zustand. Wird die Neutralisierung des Drehmomentes aufgehoben, beginnt sich das System um die Hochachse (Gierachse) zu drehen.

Für den Flug notwendige Bewegungen um die Längs- oder Querachse werden ebenfalls durch die Änderungen der Motordrehzahlen erreicht.

Dieses mechanisch sehr einfache Bauprinzip bildet mit einer zusätzlichen elektronischen Stabilisierung die Grundlage für sehr gute (gutmütige) Flugeigenschaften. Auf Grund der wenigen mechanischen Bauteile sind Multikopter außerdem aus der Luft heraus oder am Boden sehr crashunempfindlich.

Um Unfälle durch außer Kontrolle geratene Multikopter zu vermeiden, müssen gewerblich eingesetzte Systeme qualitativ hochwertig gefertigt sein und über selbsttätig wirkende Stabilisierungs- und Notfallsysteme verfügen.

Solche Systeme sind beispielsweise:

  • Ausgereifte, möglichst redundante Systeme zur notwendigen Korrektur der Fluglage (Flight-Control)

  • Systeme zum Autonomflug

  • GPS- oder anderweitig unterstützte Flugassistenzsysteme

  • Position-Hold-Systeme

  • Coming-Home-Funktion zur autonomen Heimkehr

  • Autolanding- und Failsafesysteme, die im Fehlerfall (z. B. Ausfall der Funkverbindung) einen Absturz verhindern

  • Systeme, die die aktuelle Position des Multikopters halten

  • Gyroscope-Technologie zur Stabilisierung und Fluglagen-Kontrolle

Multikopter mit einer höheren Eigenmasse bzw. höherem Aufstiegsgewicht verhalten sich ruhiger in der Luft.