DGUV Information 213-735 - Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversiche...

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Abschnitt 3, 3 Begriffsbestimmungen
Abschnitt 3
Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Betanken von Strahlflugzeugen in der zivilen Luftfahrt mit Kerosin (Jet A-1) (DGUV Information 213-735)
Titel: Empfehlungen Gefährdungsermittlung der Unfallversicherungsträger (EGU) nach der Gefahrstoffverordnung Betanken von Strahlflugzeugen in der zivilen Luftfahrt mit Kerosin (Jet A-1) (DGUV Information 213-735)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 213-735
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3 – 3 Begriffsbestimmungen

Dispenser: Fahrzeuge, die aus einem unterirdisch verlegten Hydrantensystem Flugzeugkraftstoff in Flugzeuge leiten und im Gegensatz zu Tankwagen über keinen eigenen Tank für Flugzeugkraftstoffe verfügen.

Kerosin: Kerosine (ein leichtes Petroleum, griech. Keros: Wachs) sind Luftfahrtbetriebsstoffe unterschiedlicher Spezifikationen, die vorwiegend als Treibstoff für die Gasturbinentriebwerke von Strahl- und Turbopropflugzeugen sowie Hubschraubern (Flugturbinenkraftstoff ) verwendet werden. Die Hauptbestandteile des Kerosins sind vorwiegend Alkane, Cycloalkane und aromatische Kohlenwasserstoffe mit etwa 8 bis 13 Kohlenstoff-Atomen pro Molekül. Darüber hinaus enthält Kerosin verschiedene funktionale Additive wie zum Beispiel Anti-Oxidantien, Metall-Deaktivatoren, Korrosionsschutzmittel oder Vereisungsschutzmittel. In der internationalen zivilen Luftfahrt kommt fast ausschließlich die Spezifikation Jet A-1 (Flammpunkt: +38 C, Gefrierpunkt: -47 C) zum Einsatz.

Strahlflugzeug: Strahlflugzeuge sind Flugzeuge, die mittels Strahltriebwerken durch Rückstoßantrieb fliegen. Düsenflugzeug, Düsenjet und Jet sind umgangssprachliche Bezeichnungen für diese Art von Flugzeugen.

Visual Check: Der Visual Check besteht aus einer Sichtkontrolle nach den ersten 1.000 Litern einer Betankung und dem Chemical Water Detector Test (CWD) am Ende der Betankung. Beide Prüfungen dienen der Qualitätssicherung des Kerosins. Beim CWD wird Treibstoff aus dem Betankungskreislauf in ein Probenahmegefäss entnommen. Anschließend wird eine CWD-Kapsel in Verbindung mit einer Spritze genutzt, die 5 ml Kerosin durch die Kapsel zieht. Die Kapsel stellt fest, ob sich ungelöstes Wasser im Treibstoff befindet, welches mit dem bloßen Auge nicht zu erkennen ist. Wechselt das Papier im Inneren der Kapsel bei Durchführung des Tests nicht die Farbe von gelb zu grün, so beträgt der Wasseranteil im Kerosin weniger als die von der IATA (International Air Transport Association - Dachverband der Fluggesellschaften) empfohlene Grenze von 30 ppm. Ergebnis des Testes ist in diesem Fall "Test bestanden (PASS)". Eine starke Grünfärbung hingegen bedeutet einen höheren Wasseranteil als 30 ppm im Kerosin und somit das Ergebnis "Test nicht bestanden (FAIL)".

Darüber hinaus werden Begriffe so verwendet, wie sie im Begriffsglossar zu den Regelwerken der Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), der Biostoffverordnung (BioStoffV) und der GefStoffV [8] bestimmt sind.