DGUV Information 202-022 - Außenspielflächen und Spielplatzgeräte (DGUV Informat...

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Abschnitt 2, 2 Mit Risiken bewusst umgehen
Abschnitt 2
Außenspielflächen und Spielplatzgeräte (DGUV Information 202-022)
Titel: Außenspielflächen und Spielplatzgeräte (DGUV Information 202-022)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 202-022
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2 – 2 Mit Risiken bewusst umgehen

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Abb. 1
Angebote von Risiken und Wagnissen zur Kompetenzentwicklung in der frühen Bildung

Risikoförderung, das heißt die Aneignung von Risikokompetenz, ist ein zentraler Baustein der Sicherheitsförderung, auch in der frühen Bildung. Wenn man möchte, dass Kinder lernen, sich sicher zu verhalten, müssen sie lernen mit Risiken umzugehen. Ohne Risiko keine Sicherheit. Das Zulassen von Risiken und Wagnissen gehört ebenso zu einer kindgerechten Sicherheitsförderung wie das Reglementieren und Verbieten.

Es ist deshalb insbesondere in der frühen Bildung erforderlich, den Kindern Risiken, zum Beispiel im Rahmen der Bewegungsförderung, anzubieten, die sie grundsätzlich mit Hilfe ihrer Kompetenzen bewältigen können (Abbildung 1). Die Einbeziehung von Risiken und Wagnissen darf aber nicht dazu führen, dass Verletzungen der Kinder in Kauf genommen werden. Auch bei der Risikoförderung gilt der pädagogische Grundsatz, dass die Sicherheit der Kinder gewahrt sein muss.

Im Rahmen der Sicherheitsförderung geht es um die Gestaltung von kalkulierbaren bzw. dosierten Risiken. Dabei handelt es sich um solche pädagogisch gestalteten Situationen, die eine realistische Bewältigungschance und keine gravierenden negativen Konsequenzen im Sinne von Verletzungen beinhalten. Es geht letztlich um die Schaffung einer den Kindern Sicherheit vermittelnden Lernumgebung. Hierzu gehören:

  • eine fachgerechte und verantwortungsbewusste Planung,

  • der Norm entsprechende Spielplatzgeräte,

  • eine situations- und entwicklungsgerechte Aufsicht.

Die Sicherheit vermittelnde Lernumgebung ist Voraussetzung dafür, dass Kinder Risiken und Wagnisse eingehen können, ohne dass sie Gefahr laufen müssen, sich zu verletzen. Da es keine 100 % Sicherheit gibt, können trotzdem noch Unfälle vorkommen, die aber in der Regel keine schwerwiegenden Folgen und somit auch keine rechtlichen Konsequenzen nach sich ziehen, da das Handeln pädagogisch begründbar ist.

Die fachliche Auseinandersetzung zu diesem Thema ist deshalb wichtig und notwendig, um für die gesunde Entwicklung der Kinder das richtige Maß an Sicherheit und Risiko zu finden.