DGUV Information 206-009 - Suchtprävention in der Arbeitswelt Handlungsempfehlun...

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Abschnitt 4.1, 4.1 Stoffgebundene Suchtformen: Suchtmittelko...
Abschnitt 4.1
Suchtprävention in der Arbeitswelt Handlungsempfehlungen (DGUV Information 206-009)
Titel: Suchtprävention in der Arbeitswelt Handlungsempfehlungen (DGUV Information 206-009)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 206-009
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 4.1 – 4.1 Stoffgebundene Suchtformen: Suchtmittelkonsum

Wenn die Abhängigkeit durch eine auf das Gehirn einwirkende Substanz ("Droge") verursacht ist, spricht man von einer stoffgebundenen Abhängigkeit.

4.1.1 Nikotin

Rauchen hat kaum Auswirkungen auf die Sicherheit und die Arbeitsleistung. Bei den betrieblichen Regelungen steht daher der Gesundheitsschutz von den Beschäftigten, die nicht rauchen, im Vordergrund. Jährlich werden in Deutschland ca. 75 Milliarden Zigaretten geraucht, das sind pro Erwachsenen über 900 Zigaretten 1).

Risiken durch Nikotinkonsum

Durch das Rauchen sterben laut der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) jährlich rund 121 000 Menschen vorzeitig, damit ist das Rauchen das größte vermeidbare Gesundheitsrisiko. Passivrauchen verursacht laut des Deutschen Krebsforschungszentrums 3300 Todesfälle pro Jahr, 1) und damit dreimal so viele Opfer wie der Konsum von illegalen Drogen.

Erfahrungsgemäß nimmt die Rate der nicht rauchenden Menschen zu und die Anzahl der gerauchten Zigaretten ab, wenn das Rauchen bei der Arbeit nicht mehr ohne weiteres möglich ist. So sehen sogar etliche Beschäftigte das Rauchverbot am Arbeitsplatz positiv, obwohl sie selbst rauchen. Im Rahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung ist es empfehlenswert Raucherentwöhnungskurse anzubieten.

E-Zigaretten

Die elektrische Zigarette, auch E-Zigarette oder elektronische Zigarette genannt, ist ein Gerät, das durch eine elektrisch beheizte Wendel eine Flüssigkeit, das sogenannte Liquid, zum Verdampfen bringt. Der entstehende Nassdampf wird vom Konsumenten inhaliert oder gepafft. Im Unterschied zur Zigarette findet also kein Verbrennungsprozess statt. Das reduziert die krebserzeugenden Gifte, die die Nutzer inhalieren, erheblich. Die zu verdampfende Flüssigkeit wird Liquid genannt und besteht aus Propylenglycol, Glycerin, Wasser, Lebensmittelaromen und optional Nikotin. Diese inhalierten Substanzen sind allerdings auch schädlich für Lunge und Niere, wenn auch vermutlich in geringerem Maße als das gerauchte Tabakprodukt: amerikanische Forscher fanden bei exponierten Mäusen DNA-Schäden 3). Besorgniserregend ist ein neuer Trend aus den USA: die E-Zigarette "Juul" hat sich dort rapide verbreitet. Sie enthält einen sehr hohen Nikotingehalt von bis zu fünf Prozent und ist mittlerweile auch in Deutschland erhältlich.

Tabakerhitzer

Beim Tabakerhitzer wird der Tabak nicht wie bei einer Zigarette verbrannt, sondern auf sehr hohe Temperaturen erwärmt. Dadurch werden Nikotin und andere zum Teil noch unerforschte organische Substanzen inhaliert. Durch dieses Verfahren werden laut Studien weniger krebserregende Substanzen aufgenommen. Allerdings wurde bisher noch nicht erforscht, ob die entstehenden organischen Verbindungen ein Schädigungspotential haben.

string Fazit
Nach heutigem Kenntnisstand kann festgehalten werden, dass Dampfen bzw. Erhitzen wahrscheinlich weniger schädlich als Rauchen ist und einigen Raucherinnen und Rauchern als Ausstiegshilfe dient. Aufgrund der noch nicht eindeutig geklärten gesundheitlichen Risiken, ist aus ärztlicher Sicht ein kompletter Ausstieg vorzuziehen.

4.1.2 Alkohol

Nach wie vor ist der Umgang mit Alkohol oder mit alkoholisierten Beschäftigten das am häufigsten auftretende Suchtthema in der Arbeitswelt.

Der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch an Alkoholika in Deutschland 4) liegt bei 101,1 Liter Bier, 24,8 Liter Wein/Schaumwein und 5,4 Liter Spirituosen pro Jahr. Mit diesen Alkoholkonsummengen belegt Deutschland weltweit einen Spitzenplatz.

Bei Erwachsenen im Alter von 18 bis 64 Jahren betreiben etwa 3,1 % Alkoholmissbrauch und 3,4 % sind alkoholabhängig 5).

Risiken durch Alkoholkonsum

Die häufigsten körperlichen Folgeschäden von übermäßigem Alkoholkonsum sind

  • Fettleber

  • Leberzirrhose

  • Bauchspeicheldrüsenentzündung

  • Polyneuropathie 6)

  • Herzschwäche

  • Blutbildveränderungen

Weniger offensichtlich erkennbar, weil schleichend im Verlauf, sind Folgen einer alkoholbedingten Hirnschädigung:

  • Gefühlsmäßige Verflachung

  • Verminderte Auffassungsgabe

  • Gestörte Urteilsfindung und reduziertes selbstkritisches Denken

  • Nachlassendes Verständnis für kompliziertere Sachverhalte

Weiterhin verschlechtert sich die Fähigkeit, eigenes Verhalten zu steuern. Die Genauigkeit der Bewegungsabläufe wird zunehmend beeinträchtigt. Die Störung des Denkvermögens kann fortschreiten bis zur Alkoholdemenz.

Wenn Betroffene anfangen, ihr Äußeres zu vernachlässigen, ist die Erkrankung meist schon sehr weit fortgeschritten.

Viele Betroffene bemühen sich, nüchtern zur Arbeit zu erscheinen. Daher kann ein Alkoholentzug auch während der Arbeitszeit auftreten und es kann zu epileptischen Krampfanfällen und Alkoholentzugsdelir kommen.

  Hinweis:
Diese Komplikationen sind potentiell lebensgefährlich! Sind sie zu befürchten oder treten sie ein, ist ein "kalter Entzug" ohne medizinische Betreuung auf jeden Fall zu vermeiden. Stattdessen ist eine Entgiftungsbehandlung mit medikamentöser Unterstützung im Krankenhaus notwendig.
string Besonderheiten bei Alkoholkonsum
Neben den allgemeinen unmittelbar bestehenden Auffälligkeiten wie z. B.
  • Enthemmung

  • Verlängerung der Reaktionszeit

  • Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung

  • Koordinationsstörungen

zeigen sich bei einer aktuellen Alkoholisierung häufig:
  • "Alkoholfahne"

  • Rötung der Augen, Bindehäute und des Gesichts

  • Unsicheres/breitbeiniges Gangbild, unsichere Bewegungsabläufe

  • Verwaschene Sprache

  • Bei langer Gewöhnung an hohe Alkoholmengen können Betroffene häufig selbst bei hohem Alkoholisierungsgrad unauffällig sein.

4.1.3 Medikamente mit Indikation

In Deutschland werden jährlich etwa 1,5 Milliarden Arzneimittelverpackungen verkauft, davon ist die Hälfte aufgrund einer medizinischen Indikation ärztlich verschrieben. Die andere Hälfte ist rezeptfrei erhältlich 7).

string Nebenwirkungen von Medikamenten sind nicht zu unterschätzen
  • Sachgemäß eingesetzt, werden Krankheiten durch Medikamente gelindert oder geheilt und Leiden abgewendet.

  • 20 % aller Medikamente (Beruhigungsmittel, Blutdruckmittel, Schmerzmittel, antiallergische Medikamente, Antiepileptika) beeinträchtigen jedoch auch die Reaktionsgeschwindigkeit und die Konzentrationsfähigkeit.

  • Bei der Medikamenteneinnahme ist vor dem Autofahren und bei Berufstätigen immer ein Blick auf den Beipackzettel zu empfehlen.

  • 4-5 % der Medikamente können zu Missbrauch und Abhängigkeit führen, wenn das Präparat nicht in der richtigen Dosierung oder über zu lange Zeiträume eingenommen wird.

Die DHS geht davon aus, dass in Deutschland etwa 1,5 % der Bevölkerung medikamentenabhängig sind. In etwa 75 % der Fälle handelt es sich dabei um eine Beruhigungsmittelabhängigkeit vom Benzodiazepin-Typ, in 25 % der Fälle liegt hingegen eine Schmerzmittelabhängigkeit vor.

Missbrauchspotential haben alle Medikamente, die eine beruhigende, eine stimmungsaufhellende oder eine stimulierende Wirkung haben.

Anders als beim Alkohol sind Frauen bei der Abhängigkeit von Beruhigungsmitteln häufiger betroffen als Männer.

Beruhigungsmittel (Benzodiazepine, Z-Medikamente 8)) haben eine sehr unterschiedliche Wirkdauer. Diese reicht von etwa 3 Stunden bis zu 40 Stunden und mehr.

Im Gegensatz zu den drogen- und alkoholabhängigen Menschen sind Medikamentenabhängige im Durchschnitt deutlich älter.

Oft findet man bei Menschen, die von Beruhigungsmitteln abhängig sind, eine jahrzehntelange "Niedrigdosisabhängigkeit". Dies bedeutet, dass die Dosis der eingenommenen Beruhigungsmittel im Bereich der empfohlenen Dosierung oder nur leicht darüber liegt.

string Hinweis:
Ein Medikamentenentzug muss bei Beruhigungsmitteln sehr langsam über viele Monate unter ärztlicher Kontrolle erfolgen, da sonst die Gefahr schwerer Entzugssymptome wie Delir oder epileptische Anfälle besteht.

Wenn Medikamente wie Nasensprays oder Abführmittel übermäßig lange angewendet werden, spricht man ggf. von Missbrauch. Eine echte Abhängigkeit entsteht jedoch nicht 9).

Risiken durch Medikamentenkonsum

Vergleichbar mit der Alkoholproblematik und betrieblich relevant sind nicht nur Beruhigungs- oder Schmerzmittelabhängigkeiten von Beschäftigten, sondern auch Beeinträchtigungen durch eine einmalige Tabletteneinnahme.

string Besonderheiten bei der Einnahme von Beruhigungsmitteln
Neben den allgemeinen suchttypischen Auffälligkeiten (siehe Box S. 10 Kennzeichen einer Abhängigkeit), bestehen bei der Einnahme von diesen Beruhigungsmitteln folgende Besonderheiten:
  • Benzodiazepine führen zu Koordinationsstörungen, Reaktionsverlangsamung, Konzentrationsverminderung und zu Gleichgültigkeit und Lethargie.

  • Bei der erstmaligen oder seltenen Einnahme ist die Wirkung auf Reaktionsschnelligkeit, Aufmerksamkeit und Konzentrationsvermögen besonders ausgeprägt. Die Bewegungen werden unsicherer, was zu einer erhöhten Unfallgefährdung führt, bei älteren Menschen insbesondere auch zur Sturzgefahr.

  • Nach etwa sechs Wochen zeigt sich häufig ein Wirkungsverlust, was die beruhigende und angstlösende Komponente betrifft. Die Dosis wird dann oft gesteigert, um die gewünschte Wirkung zu erzeugen. In den Behandlungsleitlinien wird daher empfohlen, Benzodiazepine nicht über sechs Wochen täglich einzunehmen. Falls weiterhin Behandlungsbedarf besteht, soll auf andere Medikamente ausgewichen werden.

Bei opiathaltigen Schmerzmitteln, verschiedenen Antidepressiva und Antiepileptika wird im Beipackzettel darauf hingewiesen, dass in den ersten Wochen auf das Autofahren verzichtet werden sollte. Dieselbe Vorsicht sollte gelten bei der Bedienung von Maschinen und bei verschiedenen Kontrolltätigkeiten, z. B. dem Arbeiten in Messwarten. Viele Beschäftigte sind dann - je nach individueller Medikation und resultierender Reaktion - nach einer medikamentösen Eindosierungsphase von 10-14 Tagen wieder voll einsetzbar (Ausnahme: Benzodiazepine). Die Entscheidung darüber bedarf jedoch einer sorgfältigen individuellen ärztlichen Überprüfung.

Das gilt auch für Schmerzpatientinnen und Schmerzpatienten und für einen Teil der Drogenabhängigen, die mit Methadon und ähnlichen Substitutionsmitteln behandelt werden.

string Medikation bei Depression
Bei depressiv Erkrankten konnte nachgewiesen werden, dass die Wirkung der Medikation auf die Fahrtüchtigkeit weniger ausgeprägt war, als die Auswirkungen der Erkrankung an sich. Menschen in einer schweren depressiven Erkrankungsphase sind allerdings nicht verkehrstüchtig - unabhängig davon, ob sie Medikamente einnehmen oder nicht.

Führungskräfte sollten sich bei Fragen zur Einsetzbarkeit von Beschäftigten unter Medikation im Zweifel den hausärztlichen (Bitte um Attest hinsichtlich Einsatzfähigkeit) und/oder den betriebsärztlichen Rat einholen, welcher sie bezüglich der Einsatzfähigkeit der oder des Beschäftigten beraten kann. In unklaren Fällen können auch normierte Reaktions- und Aufmerksamkeits-Testungen durch entsprechend geschulte Personen Klarheit schaffen.

4.1.4 Medikamente ohne Indikation (Hirndoping)

In den letzten Jahren wird in den Medien verstärkt über das Phänomen "Hirndoping" (auch: Neuroenhancement) diskutiert. Darunter versteht man die Einnahme von Tabletten ohne ärztliche Indikation, um die Leistungsfähigkeit zu steigern und Müdigkeit zu unterdrücken.

Welche Stoffe werden zum Hirndoping eingenommen?

Als Präparat dafür spielt hauptsächlich Methylphenidat eine Rolle. Das ist ein Amphetaminabkömmling, der bei ADHS 10)  verordnet wird. Weiterhin zählen Medikamente dazu, die gegen Demenz verordnet werden (AChE- 11) Hemmer wie Rivastigmin u. a.) und bestimmte Antidepressiva wie Citalopram.

Wie häufig diese Wirkstoffe (z. B. unter Studierenden im Prüfungsstress oder von Menschen unter hoher beruflicher Belastung) nur zur Leistungssteigerung und ohne ärztliche Indikation eingenommen werden, darüber kursieren sehr unterschiedliche Zahlen. In einer Befragung 2013 an der Ruhr Universität 12) Bochum unter 900 Studierenden gaben 14 Personen an, mindestens einmal ein Psychostimulans wie Ritalin zur Leistungssteigerung eingenommen zu haben, während 39 Personen bestätigten, Cannabis konsumiert zu haben. 574 Studierende berichteten, dass sie in diesen Fällen Kaffee trinken würden, bei 419 Personen waren es Energie-Drinks, bei 147 Personen war es Nikotin und bei 125 Personen Koffeintabletten.

In einer anderen Studie 13) wurde belegt, dass die Wirkung von Psychostimulantien der von einem starken Kaffee entspricht. Coffein und Methylphenidat sind auch strukturchemisch verwandt.

string Besonderheiten bei "Hirndoping"
Vor allem in hohen Dosierungen können bei diesen amphetaminartigen Medikamenten erhebliche Nebenwirkungen auftreten: Kopfschmerzen, Herzrasen, Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit, außerdem Aggressivität, Reizbarkeit und Rastlosigkeit.

Wissenschaftlich scheint belegt zu sein, dass diese Stimulantien bei gesunden Menschen keine Vorteile gegenüber gängigen "Wachmachern" haben, jedoch eine erhöhte Rate an unerwünschten Nebenwirkungen.

Fazit: "Hirndoping" macht nicht schlauer - Kaffee als Muntermacher hat ähnliche Effekte und dabei weniger Nebenwirkungen.

4.1.5 Illegale Drogen

Alle Substanzen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, werden als illegale Drogen bezeichnet. Illegale Drogen spielen überwiegend bei Auszubildenden und jungen Erwachsenen eine Rolle.

  • Die am meisten konsumierte illegale Droge ist Cannabis. 6-7 % der Deutschen geben an in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert zu haben. Dabei geben jüngere Personen häufiger an Cannabis konsumiert zu haben als Ältere. Nach aktuellen Schätzungen weisen 1-2 % der Erwachsenen in Deutschland einen problematischen Cannabiskonsum auf 14).

  • Seltener ist ein problematischer Kokain- und Amphetaminkonsum (0,1 - 0,3 %) 15).

  • Noch seltener ist die Opiatabhängigkeit. Die Hälfte der Opiatabhängigen befindet sich allerdings in einer Substitutionsbehandlung (2017: 78.800 Personen) 16).

  • 2017 starben etwa 1272 Personen an den Folgen illegaler Drogen. Ein Großteil der Drogentodesfälle war durch Opiate verursacht 17).

Risiken durch illegale Drogen

Aufputschende Drogen sogenannte Stimulantien, wie z. B. Ecstasy, Amphetamine, Kokain, führen neben der Hebung von Selbstwertgefühl und einer Intensivierung der Wahrnehmung zu innerer Unruhe und Getriebenheit, Selbstüberschätzung und einer Unterdrückung von Müdigkeit und Schlaf. Die Pupillen sind im Rauschstadium geweitet.

Leider gibt es keinerlei verlässliche Zahlen dazu, wie häufig diese Aufputschmittel in überfordernden Arbeitssituationen eingenommen werden, um die Leistungsfähigkeit zu steigern. Wer das Erholungsbedürfnis des eigenen Organismus immer wieder chemisch unterdrückt, muss damit rechnen, dass die Gesundheit mittelfristig erheblich gefährdet wird und es schließlich zu einem körperlichen Zusammenbruch kommen kann.

Cannabis und auch Opiate verursachen im Gegensatz zu den Stimulantien eine Verlangsamung in den Bewegungen und Denkvorgängen. Sie wirken eher sedierend. Bei Opiatkonsumierenden sind die Pupillen im Rauschstadium besonders eng. Bei Cannabiskonsumierenden ist eine Rötung der Augenbindehäute häufig.

string Besonderheiten beim Konsum illegaler Drogen
Mögliche Auffälligkeiten bei aufputschenden Drogen,
wie z.B. Amphetamine oder Kokain:
  • Aggressivität

  • Gereiztheit

  • Geweitete Pupillen

Mögliche Auffälligkeiten bei sedierenden Drogen,
wie z.B. Cannabis und Opiate:
  • Reaktionsverlangsamung

  • Einschlafen am Arbeitsplatz

  • Opiate: enge Pupillen

  • Cannabis: gerötete Augenbindehäute

Aus Angst um ihren Arbeitsplatz teilen Beschäftigte im Betrieb häufig nicht mit, wenn sie unter Opiatsubstitution stehen. Sind keine weiteren Drogen im Spiel, arbeiten diese Beschäftigten oft gut und fallen nicht auf.
string Hinweis:
Andere psychische Störungen wie Depressionen oder auch soziale Belastungssituationen können zu ähnlichen Veränderungen und Verhaltensweisen führen.
1)

DHS (2019). Jahrbuch Sucht 2019. Lengerich: Pabst Science Publisher.

3)

DKFZ - Deutsches Krebsforschungszentrum (2015). Tabakatlas Deutschland 2015. Lengerich: Pabst Science Publishers.

3)

Lee, H.-W. et al. (2018). E-cigarette smoke damages DNA and reduces repair activity in mouse lung, heart, and bladder as well as in human lung and bladder cells. PNAS, 115 (7), E1560-E1569.

4)

BSI - Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e.V. (2018). Daten aus der Alkoholwirtschaft 2018. Bonn: BSI. Verfügbar unter: https://www.spirituosen-verband.de/fileadmin/introduction/images/Presse/BSI-Datenbroschuere_2018.pdf [05.09.2019].

5)

Papst, A. et al. (2013). Substanzkonsum und substanzbezogene Störungen in Deutschland im Jahr 2012. Sucht, 59 (6), 321-331.

6)

Polyneuropathie: Nervenschädigung mit Taubheitsgefühl und Kraftminderung in Händen und Füßen

7)

DHS (2019). Jahrbuch Sucht 2019. Lengerich: Pabst Science Publisher.

8)

Z-Medikamente wirken schlafanstoßend. Sie wirken kürzer als Benzodiazepine und haben ebenfalls ein Abhängigkeitspotential.

9)

Nach dem internationalen Diagnose-Manual ICD 10.

10)

ADHS: Aufmerksamkeits-Defizit-und Hyperaktivitäts-Syndrom

11)

AChE: Acetylcholin-Esterase-Hemmer

12)

Forlini, C.; Schildmann, J. et al.: Knowledge, experience und views of german university students towards neuroenhancement: an empirical- ethical analysis. In: Neuroehics, 2014

13)

Heinz, A: Effekte von Modafinil, Koffein und Methylphenidat auf die kognitive Leistung von gesunden Probanden. Viomedo. 2014

14)

Piontek, D. et al. (2018). Bericht 2018 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EMCDDA (Datenjahr 2017 / 2018). Deutschland, Workbook Drogen. München: Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD).

15)

ebd.

16)

Europäische Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (2019). Europäischer Drogenbericht 2019: Trends und Entwicklungen. Luxemburg: Amt für Veröffentlichungen der Europäischen Union.

17)

Dammer, E. et al. (2018). Bericht 2018 des nationalen REITOX-Knotenpunkts an die EMCDDA (Datenjahr 2017 / 2018). Deutschland, Workbook Gesundheitliche Begleiterscheinungen und Schadensminderung. München: Deutsche Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD).