DGUV Information 202-101 - Bewegung und Lernen Konzept und Praxis Bewegter Schul...

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Abschnitt 7.5, 7.5 Bewegung, Spiel und Sport in den Pausen
Abschnitt 7.5
Bewegung und Lernen Konzept und Praxis Bewegter Schulen (DGUV Information 202-101)
Titel: Bewegung und Lernen Konzept und Praxis Bewegter Schulen (DGUV Information 202-101)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 202-101
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.5 – 7.5 Bewegung, Spiel und Sport in den Pausen

Bewegung, Spiel und Sport in den Pausen des Schulalltags sind für Schülerinnen und Schüler aller Schulstufen sinnvoll und notwendig:

  • Pausen rhythmisieren den Schulalltag, indem sie einen Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung, zwischen Lernen und aktiver Erholung sichern.

  • Sie fördern Kommunikation und soziales Handeln, da Bewegungsgelegenheiten hierfür von Schülerinnen und Schülern selbst organisiert werden müssen.

  • Sie stellen sicher, dass Schülerinnen und Schüler ihre Schule nicht nur als Lernraum erfahren, sondern auch als Lebensraum, den sie selbst mitgestalten können.

  • Sie helfen, Gewalt und Aggression zu mindern.

  • Sie verhindern Langeweile und Leerlauf.

  • Sie schaffen den notwendigen körperlichen Ausgleich zum konzentrierten und allzu oft bewegungsarmen Unterricht.

Häufig fehlen Kindern und Jugendlichen wichtige Voraussetzungen, um sich in den Pausen ausreichend bewegen und anregend spielen zu können. Sie kennen zu wenige Spiele oder sie haben Probleme, bekannte Spiele unter den Rahmenbedingungen der Pause zu spielen. Sie können in Ihrem Unterricht auf das Spielen in der Pause vorbereiten, indem Sie zum Beispiel

  • im Sportunterricht, aber auch in anderen Fächern, einen Grundbestand an Spielen vermitteln, die für die Pause besonders geeignet sind (Achten Sie dabei besonders auf geringen Organisationsaufwand und vielfältige Variationsmöglichkeiten);

  • das Bewegen und Spielen auf dem Pausenhof zum Thema in Ihrem Unterricht machen und mit Ihren Schülerinnen und Schülern Nutzungsmöglichkeiten des Pausenhofgeländes besprechen;

  • geeignete Schülerinnen und Schüler mit Helferfunktionen beauftragen und entsprechend qualifizieren (s. besonders die Rolle der Sportlehrerinnen und Sportlehrer → 6.6, 8.5).

Viel Bewegungszeit kann dadurch gewonnen werden, dass die Verteilung des Spielmaterials zeitsparend organisiert ist.

  • Richten Sie in jeder Klasse eine eigene Spielekiste ein. Dies gewährleistet einerseits einen schnellen Zugriff auf das Spielmaterial, andererseits führt die Zuordnung zu einer Klasse dazu, dass Schülerinnen und Schüler sich für ihre Spielgeräte verantwortlich fühlen und um ihren Erhalt besorgt sind.

  • Entwickeln Sie Routinen durch Absprachen und Regeln für die Ausleihe und Rückgabe des Spielmaterials. So gewinnen Sie Zeit bei der Austeilung von Geräten.

Mögliche Regeln für Schülerinnen und Schüler bei der Geräte-Ausleihe
  1. 1.

    Überlege dir rechtzeitig, was du ausleihen möchtest.

  2. 2.

    Überlege, ob du die Geräte gemeinsam mit anderen benutzen kannst.

  3. 3.

    Vergiss nicht, deinen Ausleihausweis mitzubringen.

  4. 4.

    Bringe das ausgeliehene Material spätestens am Pausenende zügig dorthin zurück, wo du es bekommen hast.

Du bist verantwortlich für das ausgeliehene Material und solltest sorg fältig damit umgehen!

Bei Impulsen für Aktivitäten in der Pause sind folgende stufenspezifische Besonderheiten zu beachten:

Grundschulkinder brauchen klar strukturierte, abgegrenzte Flächen zum Hüpfen, Springen, Klettern sowie anregende Bedingungen, um ihre Bewegungsfähigkeiten zu erproben und zu verbessern. Sie können dies zum Beispiel durch folgende Maßnahmen erreichen:

  • Ermöglichen und unterstützen Sie Gelegenheiten zum Schaukeln, Schwingen, Klettern und Balancieren.

  • Stellen Sie ausreichend Handgeräte (z. B. Seilchen) zur Verfügung, mit denen die Kinder ihre Geschicklichkeit erproben können.

  • Ermuntern Sie die Kinder, ihre Fähigkeiten im Umgang mit Bällen und anderen Flugobjekten zu erproben und zu festigen.

Das Bewegungsbedürfnis bei Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufen I und II ist nicht mehr so stark ausgeprägt wie bei Grundschulkindern. Dennoch kann dieses Bedürfnis wieder geweckt werden, wenn altersgerechte Bewegungsgelegenheiten in der Pause angeboten werden.

Bieten Sie Jugendlichen die Möglichkeit, Bewegungsaktivitäten, die im Alltag "in"sind, auch auf dem Pausenhof durchzuführen, zum Beispiel:

  • Fahren auf Rädern und Rollen,

  • Jonglage, Ropeskipping, Slackline,

  • Basketball, Tischtennis, Fußball,

  • Klettern (z. B. durch Einrichten von Kletterwänden und Seilgärten).

Impulse für eine bewegungsfreudige Gestaltung der Pause
Spielmöglichkeiten auf dem Pausenhof mit Schülerinnen und Schülern gemeinsam erkunden>Primarstufe/Sekundarstufe I
ein "Spielebuch"erstellen>Primarstufe,
Beginn der Sekundarstufe I
Pausenspielturniere durchführen>alle Schulstufen
Aktionstage für Spiel und Bewegung auf dem Pausenhof durchführen>alle Schulstufen
Sporthalle in der Pause zum freien Spielen und Bewegen öffnen>Sekundarstufen I und II
Bewegungsaktivitäten auf dem Pausenhof während der Springstunden ermöglichen>Sekundarstufen II
mit Schülerinnen und Schülern ein Pausenspielprojekt planen und durchführen>alle Schulstufen

Konkurrierende Interessen bei der Nutzung von Material und Räumen führen nicht selten zu Konflikten der Schülerinnen und Schüler untereinander.

Die Pause sollte weitgehend von den Schülerinnen und Schülern selbstverantwortlich gestaltet werden. Deshalb sollten Sie sich auch bei Streitfällen, die die Schülerinnen und Schüler nicht selbst lösen können, vorwiegend moderierend und nicht reglementierend oder richtend eingreifen.

Denken Sie bei allen Überlegungen zu Bewegungsanregungen daran, dass sich Ihre Schülerinnen und Schüler auch einmal ungestört unterhalten wollen; sorgen Sie dafür, dass Grenzen zwischen Ruhezonen und Bewegungszonen auch von Schülerinnen und Schülern respektiert werden.

Beispiele für mögliche Bewegungsaktivitäten in den Pausen
spontanes Bewegen im Freien>insbesondere Primarstufe
Aktivitäten im Unterrichtsraum mit Stühlen, zum Beispiel 
  • Umlaufen, Überschwingen eines Beines

>Primarstufe, Beginn der Sekundarstufe I
  • aktive Dehnübungen mit Abstützen auf dem Stuhl

>Sekundarstufen
Aktivitäten mit vorhandenen Arbeitsmaterialien, zum Beispiel Werfen und Fangen mit dem Radiergummi, Balancieren eines Lineals auf der Hand, eines Buches auf dem Kopf>Primarstufe, Beginn der Sekundarstufe I
Aktivitäten mit Kleingeräten bzw. -materialien, zum Beispiel Schwungtücher, Softbälle, Seilchen>je nach ausgewähltem Spiel alle Schulstufen
kleine Bewegungsspiele, die am Platz ausgeführt werden können, zum Beispiel Pferderennen, Klatschreihe, Balljagd oder Verwirrter Schutzmann 
Koordinationsübungen, zum Beispiel Gegenkreisen der Arme, Zehenstand mit geschlossenen Augen>Sekundarstufen

Street Racket: ein Bewegungsspiel begeistert Kinder und Jugendliche und ist mit wenig Aufwand machbar

Street Racket ist in vielseitiges Bewegungsangebot, das jederzeit, überall, mit jedermann oder auch alleine, praktisch kostenlos und ohne Infrastruktur durchführbar ist. Street Racket ist die neue Basis für Rückschlag- bzw. Racket-Sportarten und schult alle koordinativen Fähigkeiten. Nach dem Motto "simplify to the max"wurde Street Racket von Zürcher Pionieren entwickelt 185. Das Spielfeld wird einfach auf den Boden gezeichnet (z. B. mit Kreide oder für optimale Nutzung und Nachhaltigkeit mit fester Straßenfarbe) oder mit Bodenmarkierungen auch Indoor gekennzeichnet. Es ist in drei Quadrate unterteilt und kann passend zum Raumangebot skaliert werden, womit auch die Intensität ganz einfach gesteuert werden kann. Anstelle eines Netzes wird das mittlere Quadrat überspielt und der Ball muss vom ersten Feld ins dritte Feld geschlagen werden und vom anderen Spieler wieder zurück.

Das Spiel ist überall möglich, wo ein harter, ebener Untergrund vorhanden ist. Ein weicher, gut springender Ball wird zusammen mit handlichen Holzrackets verwendet, dadurch ist das Spiel weder für Mensch noch Gebäude bedenklich und auch die Lärmemissionen sind sehr gering.

Das Spiel kann somit gut auch in Schulräumen (z. B. im Klassenzimmer) zur Aktivierung und Rhythmisierung eingesetzt werden. Das äußerst einfache und intuitive Regelwerk sorgt dafür, dass keine Spieler ausgegrenzt werden (z. B. kein Smash und kein Volley erlaubt), dass sofort längere Ballwechsel und flüssige Bewegung entstehen und dass alle Schülerinnen und Schüler in die Aktivitäten integriert sind. Auch stufenübergreifend bzw. geschlechtervermischt funktioniert das Spiel dank diesen Prinzipien hervorragend. 186

Street Racket: Grundform

Die Grundform des Street Racket ist ein idealer Einstieg für Rückschlagspiele, da es in fast jeder Umgebung und praktisch ohne Infrastruktur gespielt und fast beliebig erleichtert und erschwert werden kann. So eignet es sich neben der Sporthalle beispielsweise auch für die Pausenplätze oder klassische Schulräume. Die einfachen Regeln und das große Racket sowie der große, weiche Ball garantieren Erfolgserlebnisse von Beginn an.

Quelle: Marcel Straub, www.streetracket.com

Spielfeld und Grundregeln

Das Spielfeld besteht aus drei aneinandergereihten Quadraten (Empfehlung: je ca. 2 x 2 Meter), wobei das mittlere Feld (anstelle eines Netzes) nicht bespielt werden darf. Der Ball wird hin und her gespielt und muss im Quadrat des Gegners einmal auf den Boden prallen.

Freestyleparcours

Der Parcours schult auf spielerische und kreative Art und Weise alle für den Racketsport notwendigen Fertigkeiten und Fähigkeiten.

Im Gelände oder in der Sporthalle wird ein Parcours bestimmt respektive aufgestellt. Beim Absolvieren des Parcours in einer festen Abfolge werden frei gewählte Bewegungsaufgaben mit Racket und Ball durchgeführt. Der Parcours kann individuell oder auch als Gruppenaufgabe absolviert werden.

Challenge

Die Street Racket-Challenge besteht aus zehn Bewegungsaufgaben mit Racket und Ball, die alleine oder zu zweit geübt werden können. Ein Großteil dieser Aufgaben wird gegen eine Wand ausgeführt, um auch alleine spielnahe Situationen zu erleben. Durch das regelmäßige Training der Street Racket© Challenge werden die individuellen Fertigkeiten und Fähigkeiten gefördert, die für alle Rückschlagspiele hilfreich sind. Die einzelnen Challenges sind messbar und können daher auch als kleine Wettkämpfe (laufend gegen sich selbst oder andere) durchgeführt werden.

Rundlauf

Diese Rundlaufform vereint die raschen Erfolgserlebnisse von Street Racket mit positiven Erfahrungen in der Gruppe. Die Motivation wird dadurch zusätzlich gesteigert. Die Feld- und Gruppengröße kann nach Bedarf angepasst werden. Im Vergleich zum Tischtennis-Rundlauf werden größere Strecken zurückgelegt und es besteht keine Verletzungsgefahr durch Objekte im Umfeld der Laufstrecke. Eine Gruppe versucht, innerhalb der einfachen Street Racket-Regeln, möglichst viele gültige Schläge aneinanderzureihen. Nach einem Schlag wechselt die Spielerin die Spielfeldseite im Uhrzeigersinn und führt dort den nächsten Schlag aus. Natürlich auch beiliebt: klassisch als Ausscheidungsvariante wie im Rundlauf des Pingpong-Spiels.

Eigene Spielideen erfinden

Kinder und Jugendliche kreieren mit Kreide auf Asphalt neue Spielfelder und erfinden eigene Spielregeln. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Einfache Ausrüstung

Street Racket kann mit einfachen Pingpong-Schlägern oder auch mit eigens dafür hergestellten leichten Racketschlägern gespielt werden, deren vergrößerte Fläche das Treffen des Balles erleichtert.

Quelle: Marcel Straub, www.streetracket.com

Das Spiel wirkt ansteckend, der Virus verbreitet sich: Kinder bringen Spielideen nach Hause oder in die Nachbarschaft.

Generationenübergreifendes Spielen

Quelle: Marcel Straub, www.streetracket.com

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Street Racket hat Projekte im Sport- und Bewegungsunterricht in Schweizer Schulen, in der Karibik sowie mit Menschen mit Fluchterfahrung durchgeführt

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Quelle für Regeln, Einführungskurse und weiteren Support für Schulen: www.streetracket.com