DGUV Regel 109-603 - Branche Schiffbau (DGUV Regel 109-603)

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Abschnitt 3.8, 3.8 Manueller Transport - Heben und Tragen
Abschnitt 3.8
Branche Schiffbau (DGUV Regel 109-603)
Titel: Branche Schiffbau (DGUV Regel 109-603)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Regel 109-603
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 3.8 – 3.8 Manueller Transport - Heben und Tragen

Schwere Ausrüstungs- und Einrichtungsgegenstände oder Werkzeuge müssen in den verschiedenen Bauphasen des Schiffs vor Ort gebracht werden. Auch beim Einbau müssen diese Gegenstände häufig gehoben, umgesetzt oder gehalten werden.

Abb. 17 Transportarbeiten im Materiallager

Rechtliche Grundlagen
  • §§ 5, 6 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG)

  • Lastenhandhabungsverordnung (LasthandhabV)

  • Arbeitsmedizinische Regel (AMR 13.2) "Tätigkeiten mit wesentlich erhöhten körperlichen Belastungen mit Gesundheitsgefährdungen für das Muskel-Skelett-System"

Weitere Informationen
  • BGHM-I 101 "Mensch und Arbeitsplatz in der Holz- und Metallindustrie"

  • DGUV Information 208-033 "Belastungen für Rücken und Gelenke - was geht mich das an?"

  • Leitmerkmalmethode zur Beurteilung von Heben, Halten, Tragen (BAuA)

Gefährdungen

Das Heben und Tragen von schweren Gegenständen wirkt sich besonders auf den unteren Rückenbereich, die Lendenwirbelsäule, aus. Unter hoher Dauerbelastung kann es zu einer Bandscheibenvorwölbung oder sogar zum Bandscheibenvorfall kommen. Vergleichbare Druckbelastungen auf die Bandscheiben können auch bei Zwangshaltungen auftreten.

Abb. 18 Bandscheibenvorfall

Abb. 19
Magnetische Tragehilfe für Blechtafeln

Die Belastung Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Heben und Tragen von schweren Lasten sind abhängig von:

  • dem Lastgewicht

  • den Leistungsvoraussetzungen (körperliche Verfassung, Alter, Geschlecht) der Beschäftigten

  • der Hebe- und Tragetechnik

  • der Häufigkeit der Hebe- und Tragevorgänge

  • der eingenommenen Körperhaltung

  • der Beschaffenheit der Last

Maßnahmen

Zur Verringerung der Wirbelsäulenbelastung Ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen Sie die Umsetzung folgender Maßnahmen prüfen:

  • Setzen Sie möglichst Transportmittel wie Krane, Gabelstapler, Hubwagen, Flaschenzüge, Hydraulikstempel, Transportwagen, Schwerlastrollen, usw. ein.

Tipp: Beim Handtransport haben sich Hebe- und Tragehilfen bewährt.

  • In der Werkstatt können Hilfsmittel einfacher eingesetzt werden. Sorgen Sie für einen möglichst hohen Vorfertigungsgrad, bei der eine Komponentenfertigung in der Werkstatt erfolgt.

  • Eine durchdachte Arbeitsvorbereitung ermöglicht es Ihren Beschäftigten, das Material zu platzieren, wenn der Aufstellungsort noch mit Hilfsmitteln erreichbar ist. Planen Sie geeignete Zugangs- und Montageöffnungen ein.

  • Lässt sich ein manueller Transport von unhandlichen, sperrigen oder schweren Gegenständen nicht vermeiden, sorgen Sie dafür, dass mehrere Beschäftigte das Material tragen.

  • Veranlassen Sie regelmäßig kurze Erholungspausen.

  • Informieren und schulen Sie Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zum richtigen Heben und Tragen.

Abb. 20 Heben

Abb. 21 Unterstützung bei schweren Lasten