Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108

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Abschnitt 7.2, 7.2 Kraftschlüssige Ladungssicherung
Abschnitt 7.2
Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108
Titel: Be- und Entladen von Fahrzeugen BGHM-I 108
Normgeber: Bund
Redaktionelle Abkürzung: BGHM-I 108
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 7.2 – 7.2 Kraftschlüssige Ladungssicherung

Beim Niederzurren wird die Ladung durch die Zurrmittel auf die Ladefläche gepresst. Durch das Anpressen erhöht sich die Reibungskraft. Die Reibungskraft sichert die Ladung gegen Rutschen.

Niederzurren eignet sich nur für formstabile Ladung.
Wirkungsprinzip beim Niederzurren: Die Zurrmittel sichern nicht die Ladung unmittelbar, sondern sie erhöhen und erhalten die Reibungskraft. Die Reibungskraft sichert die Ladung.

Abb. 7-14
Prinzipzeichnung Niederzurren

Das Zurrmittel wird in Zurrpunkte eingehängt, oben über die Ladung geführt (Überspannung) und mit dem Spannelement (z. B. mit einer Ratsche) gespannt.

Damit sich die Vorspannkräfte gleichmäßiger verteilen, sollten Kantengleiter verwendet und die Spannelemente beim Niederzurren wechselseitig angebracht werden.

Eine freistehende Ladung muss mit mindestens zwei Zurrgurten gesichert werden, um ein Drehen der Ladung zu verhindern.

Die Ratschen sollten möglichst wechselseitig angebracht werden, um unterschiedliche Vorspannkräfte auszugleichen.

Wirksame Vorspannkraft beim Niederzurren

Voraussetzungen für eine optimale Vorspannkraft sind u. a.:

  • Eine hohe STF der Ratsche

  • Kantengleiter (in der Abbildung: grün)

  • Ein Zurrwinkel von nahe 90

  • Ein formstabiles Ladegut

Abb. 7-15
Wirksame Vorspannkraft beim Niederzurren

F T ges =Gesamtvorspannkraft des Zurrmittels in der Überspannung (wirksame Vorspannkraft, mit der die Ladung kraftschlüssig auf die Ladefläche gepresst wird)
F T1 =Vorspannkraft im Zurrmittel auf der Seite der Ratsche
F T2 =Vorspannkraft im Zurrmittel auf der Seite, die der Ratsche gegenüberliegt
Auf der Seite der Ladung, die der Ratsche des Zurrgurts gegenüberliegt, ist die Vorspannkraft im allgemeinen geringer. Der Grund dafür liegt im Reibungsverlust bei der Umlenkung des Zurrmittels an den Ladungskanten, der trotz Kantenschutz auftritt.
Die Sicherung nicht standfester Ladegüter muss in zwei Schritten erfolgen:
  1. 1.

    Sicherung gegen Rutschen

  2. 2.

    Sicherung gegen Kippen

Soll ein seitlich nicht standfestes Ladegut durch Niederzurren gesichert werden, müssen die verwendeten Zurrmittel gleichzeitig beide Funktionen erfüllen.

Zum Niederzurren geeignetes Ladegut

Ladegüter, die durch Niederzurren gesichert werden sollen, müssen formstabil sein. Nur so kann die Vorspannkraft bis zur Kontaktfläche an der Unterseite der Ladung gelangen und dort die Reibung zur Ladefläche erhöhen.

Abb. 7-16
Die Ladung wurde lückenlos geladen und hält dem Druck der Zurrmittel stand.

Der Zurrwinkel α, der von der Ladefläche hoch zum Zurrmittel gemessen wird, hat großen Einfluss auf die wirksame Vorspannkraft beim Niederzurren.

Abb. 7-17
α etwa 90 = die Vorspannkraft wirkt zu 100 %

Abb. 7-18
α etwa 50 = die Vorspannkraft wirkt zu 75 %

Abb. 7-19
α etwa 30 = die Vorspannkraft wirkt nur zu 50 %

Zum Niederzurren nicht geeignete Ladegüter

Es können nur Ladegüter niedergezurrt werden, die druckfest und auch nicht komprimierbar sind.

Komprimierbare Güter können die Kraft nicht weiterleiten.

Abb. 7-20 / Abb 7-21
Die Ladung kann dem Druck nicht standhalten.

Wirkungslose Niederzurrungen

Abb. 7-22
Niederzurren ist nur wirksam, wenn alle Ladungsteile durch die Zurrmittel erfasst und dann durch die Vorspannkraft ausreichend fest auf die Ladefläche gepresst werden.

Ladelücken machen Niederzurrungen unwirksam

Abb. 7-23
Das Ladegut kann wegen der Ladelücken durch die Zurrmittel in Richtung der Mitte der Ladefläche gedrückt werden. Dadurch wird keine Vorspannkraft mehr wirksam.