DGUV Information 202-098 - Impulse für die Förderung der Gesundheit von Lehrerin...

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Abschnitt 2.1, 2.1 Gesundheit - Definition, Hintergründe, Th...
Abschnitt 2.1
Impulse für die Förderung der Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern (DGUV Information 202-098)
Titel: Impulse für die Förderung der Gesundheit von Lehrerinnen und Lehrern (DGUV Information 202-098)
Normgeber: Bund
Amtliche Abkürzung: DGUV Information 202-098
Gliederungs-Nr.: [keine Angabe]
Normtyp: Satzung

Abschnitt 2.1 – 2.1 Gesundheit - Definition, Hintergründe, Theorien

In den letzten Jahrzehnten hat sich ein ganzheitlicher und positiver Gesundheitsbegriff durchgesetzt. Im Vordergrund steht nicht mehr die Frage, was Menschen krank macht, sondern mehr und mehr die Frage danach, was sie gesund hält. In der Fachsprache wird dieser Blick auf Gesundheit auch "Salutogenese" genannt.

Definition: Salutogenese
Salutogenese: Beschreibung von Faktoren, die zur Entstehung (Genese) und Erhaltung von Gesundheit führen.
Pathogenese: Beschreibung von Faktoren, die zur Entstehung (Genese) und Erhaltung einer Krankheit führen.
Der salutogenetische Ansatz beschäftigt sich, ganz im Gegensatz zur Pathogenese, nicht mit der Frage "Warum wird der Mensch krank?", sondern mit der Frage "Was hält den Menschen gesund?".

Gesundheit ist dabei kein eindeutig definierbares Konstrukt; sie ist kaum fassbar und nur schwer zu beschreiben (Hurrelmann, Franzkowiak, 2011). Je nach zugrunde liegender disziplinärer Orientierung wird Gesundheit unterschiedlich definiert. Seit der Umschreibung in der Präambel der Verfassung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 1948 sind sich aber alle an der Gesundheitsforschung Beteiligten darüber einig, dass Gesundheit als multidimensional definiert wird: Sie umfasst körperliche, seelisch-geistige und soziale Anteile, die sich wechselseitig beeinflussen - in den späten 1990er Jahren wurden in Abschlussdokumenten zentraler Konferenzen und Versammlungen der WHO noch die ökologische und eine spirituelle (in der Bedeutung von "Lebenssinn") Dimension hinzugefügt (Hurrelmann & Franzkowiak, 2011). Gesundheit wird nicht als Zustand, sondern als "Stadium", als ein lebensgeschichtlich und alltäglich immer neu zu regulierendes Potenzial oder eine beständig aktiv herzustellende Balance verstanden.

Gesundheit ist ein Zustand des Wohlbefindens einer Person, der dann gegeben ist, wenn die Person sich im Einklang mit den körperlichen, seelischen, sozialen und kognitiven Bereichen ihrer Entwicklung, den eigenen Möglichkeiten, Zielen und den äußeren Lebensbedingungen, wie z. B. sozioökonomische Lage, Wohnbedingungen, Bildungsangebote, Arbeitsbedingungen und private Lebensformen, befindet.

Nach dem Verständnis der WHO von 2007 lässt sich unter psychischer Gesundheit ein Zustand des Wohlbefindens fassen, "[...] in dem der Einzelne seine Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen, und produktiv und fruchtbar arbeiten kann und imstande ist, etwas zu seiner Gemeinschaft beizutragen".

Paulus (2006) versteht unter "psychischer Gesundheit" die Fähigkeit, sich kompetent mit den gesellschaftlichen Anforderungen auseinandersetzen zu können und im Leben auch eigene Wünsche, Bedürfnisse und Hoffnungen konstruktiv zu verwirklichen: Psychische Gesundheit als Balance von Selbsterhaltung (produktive Anpassung) und Selbstgestaltung (Selbstverwirklichung).

Information
Die WHO versteht psychische Gesundheit als essenzielle Voraussetzung von Gesundheit: "There is no health without mental health".

Gesundheit wird demnach in diesem Handbuch als Oberbegriff verstanden, der sowohl die körperliche als auch die psychische Gesundheit umfasst.

Wenn man nach heutigem Forschungsstand also die Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz untersucht, werden neben den physischen Prozessen immer auch die psychischen Prozesse mit untersucht. Neuere Forschungen und Projekte fokussieren vor allem auch die sozialen Beziehungen am Arbeitsplatz und im Privatbereich. Gesundheit steht in enger Beziehung zur Handlungskompetenz und zur Persönlichkeitsentwicklung. Gesundheit ist ein positives Konzept, das die Bedeutung sozialer und individueller Ressourcen der Menschen ebenso betont wie deren körperliche Leistungsfähigkeit.

Information
Gesundheit ist ein Zustand, der mit Wohlbefinden und Lebensfreude verknüpft ist. Damit verbunden ist die Vorstellung, dass Menschen sowohl ihre eigene Lebensführung, als auch ihre Lebenswelt und Umwelt aktiv gestalten und verändern können. Dieser lern- und entwicklungspsychologische Zugang stellt die Selbstwirksamkeit der Person in den Vordergrund. Alltägliche Herausforderungen werden mit optimistischer Einstellung angegangen, die eigene Person in grundsätzlicher Weise angenommen (positives Selbstbild). Substrat des Gesundseins ist die erlebende, planvoll und zielgerichtet handelnde Person.

Abbildung 2.1 stellt Gesundheit als dynamische Balance zwischen der Person und der Umwelt dar.

Abbildung 2.1: Gesundheit als dynamische Balance zwischen Person und Umwelt, Quelle: Barkholz, Israel, Paulus & Posse (1998, S. 29)

Gesundheit wird hier als lebenslange Entwicklungsaufgabe verstanden, als die immer neu zu findende Balance zwischen Person, sozialer Lebenswelt und Umwelt. Die Wechselwirkungen zwischen den Bereichen führen dazu, dass ein Absinken oder ein Anstieg des Gesundheitsniveaus in einem Bereich die jeweils anderen Bereiche entsprechend beeinflusst. Daraus folgt:

  • Die Person steht nicht für sich allein, sie befindet sich in ständiger Interaktion mit ihrer materiellen und sozialen Umwelt. Gesundheit ist immer im Lebenskontext der Person zu betrachten und zu bewerten.

  • Gesundheitsförderung bezieht sich nicht nur auf die Person (Verhaltensänderung), sondern auch auf die die Person umgebende Umwelt (Verhältnisänderung).

  • Gesundheit ist nicht nur ein Menschenrecht, sondern auch eine gesellschaftliche Investition in die Zukunft. Damit wird der Zusammenhang von Gesundheit und Leistungsfähigkeit angesprochen.

  • Gesundheit hat einen dynamischen Charakter.

2.1.1
Gesundheit als Balance zwischen Anforderungen und Ressourcen - ein Modell

Im Folgenden soll ein Gesundheitsmodell vorgestellt und beschrieben werden, das auch Grundlage der weiteren Kapitel in diesem "Handbuch Lehrergesundheit" ist. Denn Gesundheitsförderung bedarf eines theoretischen Rahmenmodells, innerhalb dessen unterschiedliche konzeptuelle und methodische Ansätze begründet und integriert und aus dem praxisrelevante Schlussfolgerungen gezogen werden können. Das im Folgenden skizzierte systemische Anforderungs-Ressourcen-Modell (SAR-Modell) liefert einen derartigen Rahmen.

Das Anforderungs-Ressourcen-Modell versteht Gesundheit oder Krankheit als Resultat von Anpassungs- und Regulationsprozessen zwischen einem Individuum und seiner Umwelt. Sowohl die Umwelt als auch das Individuum werden als komplexe hierarchisch strukturierte Systeme aufgefasst. Diese Systeme und deren Subsysteme oder Systemelemente stehen in Interaktion und beeinflussen sich wechselseitig. Wichtige Beeinflussungsprozesse können mithilfe der Begriffe "Anforderungen" und "Ressourcen" beschrieben werden (Blümel, 2011).

Das Individuum muss Anforderungen, die entweder aus der Umwelt oder von dem Individuum selbst stammen, unter Nutzung interner und externer Ressourcen bewältigen. Der Gesundheitszustand eines Individuums hängt davon ab, wie gut dieses gelingt. Die in diesem Modell unterschiedenen Einflussgrößen und postulierten Wirkzusammenhänge finden sich in vielen anderen Theorien zur Entstehung von Stress oder der Salutogenese wieder und sind weithin akzeptiert. Die folgende Abbildung soll das SAR-Modell verdeutlichen:

Abbildung 2.2: Bedingungsmodell für Gesundheit, Quelle: BECKER 2003, BLÜMEL, 2011

Anforderungen sind als Aufgaben und Bedingungen zu verstehen, mit denen sich das Individuum auseinandersetzen muss. Unter Ressourcen versteht man die Kräfte und Kompetenzen, die Individuen zur Bewältigung der Anforderungen zur Verfügung stehen (vgl. auch die Definitionen in Kap. 2.1.3). Von den Ressourcen hängt wesentlich ab, ob die Anforderungen als Belastungen erlebt werden oder nicht. Von den Ressourcen hängt ebenfalls ab, ob diese Belastungen nur kurzzeitig auftreten, etwa in bestimmten Situationen oder zu bestimmten Zeitpunkten, oder ob sie langfristig und dauerhaft auftreten und damit zu gesundheitsschädlichen Beanspruchungen werden können. Anforderungen und Ressourcen gibt es nicht nur auf der Seite des Individuums, sondern auch auf der Seite der (privaten und beruflichen) Umwelt.

Interne Anforderungen

Mit internen Anforderungen sind die Bedürfnisse, Werte, Normen und Ziele eines Individuums gemeint, auf deren Erfüllung sein Handeln gerichtet ist. Zu den fundamentalen Bedürfnissen des Menschen werden neben den existenziellen Bedürfnissen nach Nahrung, Bewegung und Schlaf das Bedürfnis nach Anerkennung, Sicherheit, Zugehörigkeit, Macht, Selbstverwirklichung etc. gezählt. Das Handeln von Individuen ist auf die Befriedigung aktueller Bedürfnisse gerichtet. Insofern repräsentieren die aktuell handlungsleitenden Bedürfnisse Anforderungen, die das Individuum zu erfüllen versucht. Weiterhin versucht das Individuum, erworbenen Werte- und Normenvorstellungen zu genügen. Diese können sich als eigenes Anspruchsniveau bei der Erfüllung beruflicher Anforderungen zeigen, z. B. in der persönlichen Zielsetzung. Das bedeutet, die Bedürfnisse, Werte und Normen einer Person stellen einen internen Bewertungsmaßstab dar, an dem der Erfolg und die Qualität eigenen Handelns gemessen werden.

Externe Anforderungen

Neben den internen Anforderungen existieren externe Anforderungen, die von der (privaten und beruflichen) Umwelt gestellt werden. Diese beinhalten soziale Erwartungen, Normen und Werte. In Bezug auf den Beruf bestehen implizite und explizite Erwartungen an die Qualität von Arbeit und an die zu erreichenden Ziele. Im Privatbereich bestehen Anforderungen an private Rollen des Individuums, etwa an die Rolle als Mutter oder Vater, als Ehepartnerin oder Ehepartner, als Freund oder Freundin. Interne und externe Anforderungen sind nicht unabhängig voneinander: Die individuellen Werte und Normen sind z. B. geformt von sozialen und kulturellen Einflüssen.

Interne und externe Ressourcen

Den internen und externen Anforderungen stehen interne und externe Ressourcen gegenüber. Interne psychische und physische Ressourcen umfassen die Kompetenzen und Eigenschaften eines Individuums sowie die körperlichen Voraussetzungen, die für die erfolgreiche Bewältigung von internen und externen Anforderungen von Bedeutung sind. Interne Ressourcen der Person sind etwa Fähigkeiten, Eigenschaften, Überzeugungen der eigenen Handlungsfähigkeit (Selbstwirksamkeitsüberzeugungen) oder auch physische Voraussetzungen wie Körpermerkmale, Belastbarkeit, Fitness usw. Die externen Ressourcen sind diejenigen, die in der Umwelt des Individuums bestehen. Hierzu gehören soziale Ressourcen (z. B. private soziale Stützsysteme, Zusammenhalt im Kollegium, Unterstützung durch die Schulleitung, Möglichkeiten kollegialer Beratung), berufliche Ressourcen (z. B. Kontrolle über die Arbeit, ergonomische Arbeitsbedingungen, Supervision), materielle Ressourcen (z. B. hinreichendes Einkommen, gute Wohnbedingungen) und ökologische Ressourcen (z. B. saubere, intakte Umwelt, gesunde Nahrung, Naturräume zur Erholung). Als externe Ressource können auch Selektionsentscheidungen gelten, die z. B. in Form der Überweisung von Schülerinnen und Schülern auf eine andere Schulform umgesetzt werden. Lehrpersonen und Schulen können sich so von der Verantwortung für bestimmte Schülerinnen oder Schüler entlasten. Schulpolitische Entwicklungen nehmen aktuell Einfluss auf diese externe Ressource.

Wenn man das Anforderungs-Ressourcen-Modell noch einmal genau betrachtet, wird deutlich, dass die Gesundheit einer Person wesentlich durch das individuelle Verhalten und Erleben sowie durch das Bewältigungsverhalten bestimmt wird. Zwar wirken nach diesem Modell auch interne und externe Faktoren direkt auf die Gesundheit ein, so ist etwa auf der Individuumsebene eine robuste körperliche Gesundheit ein wichtiger gesundheitsförderlicher Faktor, auf der Umweltebene ist es der soziale Rückhalt, der direkt Zufriedenheit und Gesundheit fördert. Der gewichtigste Einfluss auf die individuelle Gesundheit ist aber im Bewältigungsverhalten zu sehen. Das Bewältigungsverhalten wird geprägt durch das Zusammenspiel der internen und externen Ressourcen und der internen und externen Anforderungen, wie im vorhergehenden Text ausführlich dargestellt. Aus dem Bewältigungsverhalten ergibt sich das emotionale Verhalten, der jeweilige Grad an Wohlbefinden, aber auch die Bedürfnisbefriedigung und die allgemeine Lebenszufriedenheit, eben die Gesundheit.

Durch das Zusammenspiel von internen und externen Ressourcen und Anforderungen ergibt sich ein individuelles Bewältigungsverhalten einer Person, das maßgeblich die individuelle Gesundheit prägt.

Tipp: Übung
Überlegen Sie einmal, über welche Ressourcen Sie verfügen und welche Anforderungen Sie erleben.
  • Welche der Anforderungen empfinden Sie auch als Belastungen - welche Anforderungen haben ein hohes Stresspotential?

  • Befinden sich Anforderungen und Ressourcen in einer guten Balance?

  • Von welcher Anforderung könnten Sie sich "verabschieden", welche Ressource könnten Sie ausbauen, damit Ihre Bilanz günstiger ausfällt?

  • Wer oder was könnte Sie dabei unterstützen?

2.1.2
Exkurs: Supervision als externe Ressource

Das Erlernen professionellen Bewältigungsverhaltens nimmt in vielen Berufen - und insbesondere in der Lehramtsaus- und fortbildung - keinen angemessenen Raum ein. So wird es Berufstätigen weitgehend selbst überlassen, wie sie Fragen und Anliegen bearbeiten oder lösen, die jenseits konkreter Fachfragen liegen. Gerade bei Lehrkräften erweist sich dabei eine spezifische Einstellung bzw. Haltung als hinderlich: Ungelöste und problematische Fragen werden häufig mit eigenem Scheitern assoziiert und Lehrkräfte verlangen sich ab, auf berufliche Fragen stets eigene Antworten und sofortige Lösungen parat haben zu müssen. Problematische und zunächst unlösbare Fragestellungen werden demnach kaum als Merkmale der Lehrertätigkeit angesehen. Da Lehrkräfte aber auch selten aktiv nach Settings suchen, in denen sie externe Unterstützung und Anleitung erhalten, gelingt vielen Lehrkräften die Professionalisierung des eigenen Bewältigungsverhaltens kaum in zufriedenstellender Weise. Infolgedessen verbringen viele Lehrpersonen einen Teil ihrer Freizeit mit Grübeln und Ärger über ihre Arbeit, mit Zweifeln und Ratlosigkeit.

Punktuell stattfindende Fortbildungsangebote nehmen wenig Einfluss auf den alltäglichen Umgang mit beruflichen Problemen und das Bewältigungsverhalten. Wesentlich geeigneter sind kontinuierliche Gesprächs- und Reflexionsangebote, die einen räumlichen und methodischen Rahmen für die Auseinandersetzung mit Problemen und Fragestellungen des Berufsalltags bieten. Solche Angebote werden unter der Bezeichnung "Supervision" zusammengefasst:

Supervision ist ein Weiterbildungs-, Beratungs- und Reflexionsverfahren für berufliche Zusammenhänge (Belardi, 2005). Ziel ist die Optimierung der beruflichen Beziehungsgestaltung, von Arbeitsergebnissen und organisationalen Strukturen bzw. Abläufen. Im Einzelnen werden das vertiefte Verstehen von Praxis (Reflexion), der differenzierte Erwerb neuer Kompetenzen (Wissen, Können, Haltung) und die Begleitung veränderter Praxis (Transfer) angestrebt.

In der Regel wird Supervision von ausgebildeten Personen angeboten, welche von den Lehrkräften - den Kunden oder Klienten - selbst ausgewählt werden, z. B. auf den Seiten der Deutschen Gesellschaft für Supervision ( www.dgsv.de ). Der Vorteil von extern geleiteten Supervisionen ist, dass neue Blickrichtungen, Arbeitsweisen und Reflexionsmethoden kennengelernt werden können, die nicht Teil des berufstypischen Habitus sind.

Definition
Unter "sozialem Habitus" werden Gewohnheiten im Denken, Fühlen und Handeln verstanden, die Mitgliedern einer Gruppe gemeinsam sind.

Berufsrollen- und institutionsspezifische "blinde Flecken" geraten damit ins Blickfeld, hinderliche Verhaltensweisen und Handlungsstrategien werden der Veränderung zugänglich gemacht. Mit den veränderten Sichtweisen auf berufliche Problemlagen und dem Erkennen von Handlungsalternativen verringert sich das Belastungserleben und es entsteht Raum für kreatives Arbeiten.

Tipp: Supervision als Präventionsstrategie
Supervision kann auch berufsbegleitend eingesetzt werden, sie wirkt dann vor allem präventiv: Auch, wenn alles prima läuft, bietet Supervision die Möglichkeit, das eigene Bewältigungsverhalten zu prüfen, um ein Verhaltensrepertoire für kritische Situationen aufzubauen.

Supervision als kollegiale Ressource

Über das Setting der Einzelsupervision hinausgehend organisieren Kollegien immer häufiger schulinterne Gruppen- oder Teamsupervisionen. Mit der Teilnahme an Gruppensupervisionen öffnen sich Lehrkräfte gegenüber ihren Kolleginnen und Kollegen und verlassen damit ihre traditionelle "Einzelkämpferrolle". Gruppensupervision stärkt das Gemeinschaftsgefühl und macht Ansatzpunkte für Kooperationen transparent. Die Heterogenität eines Kollegiums oder eines schulischen Einzugsgebietes wird so produktiv nutzbar. Gruppensupervisionen werden häufig als Fallsupervision angeboten, d.h. die teilnehmenden Lehrpersonen bringen am Anfang des Treffens optionale Themen ein, man einigt sich auf eine Bearbeitungsreihenfolge und eine grobe Zeitplanung. Auf diese Weise ist ein breites Spektrum an Themen möglich, was die Supervisionen sehr abwechslungsreich macht: Umgang mit bestimmten Schülerinnen und Schülern, institutionsbezogene Themen, Teamarbeit innerhalb des Kollegiums etc. In der Gruppensupervision kann auch ein gemeinsames Thema über eine oder mehrere Sitzungen hinweg bearbeitet werden, z. B. der Umgang mit spezifischen Anforderungen und Belastungen.

Intervision als selbstmoderierte Supervision

Eine besondere Form der Supervision ist die Intervision, die meistens als kollegiale Fallberatung durchgeführt wird. Anhand eines Leitfadens wird die Beratungssequenz von den teilnehmenden Lehrkräften selbst moderiert. Vorteil dieser Form der Beratung ist die Ersparnis von Kosten für die Supervisorin bzw. den Supervisor und die zeitliche Flexibilität: Die Beratungsrunden können bei Bedarf auch spontan organisiert werden. Ohne eine externe Anleitung durch methodisch versierte Personen besteht jedoch die Gefahr, dass die Gruppe "betriebsblind" bleibt, kaum neue Blickwinkel in die Beratung eingebracht werden und wenig Handlungsalternativen generiert werden können. Empfohlen wird daher, kollegiale Beratung zunächst unter externer Anleitung einzuführen und die Beratung erst nach Ablauf mehrerer Sitzungen selbst zu organisieren.

2.1.3
Wie entsteht Stress - und was sind Stressfolgen?

Tipp: Begleiten Sie dieses Kapitel durch die Übung "Stressoren erkennen"!
Bevor wir in das Thema "Stress" einsteigen, möchten wir Sie bitten, einmal aufzuschreiben, was Sie im Beruf derzeit am meisten "stresst". Erstellen Sie bitte eine Liste Ihrer beruflichen Stressoren (stressauslösenden Situationen) aus den letzten vier Wochen.
  • Stressor 1 .....................................................................................................................................

  • Stressor 2 .....................................................................................................................................

  • Stressor 3 .....................................................................................................................................

  • Stressor 4 .....................................................................................................................................

  • Stressor 5 .....................................................................................................................................

In diesem Kapitel wird erläutert, wie Stress entsteht und weshalb Menschen unterschiedlich auf Anforderungen reagieren. Zuerst sollen jedoch einige Begriffe geklärt werden, die sowohl im alltagssprachlichen Gebrauch als auch in der Stress- und Gesundheitsforschung nicht immer eindeutig unterschieden werden.

Definitionen "Belastung" und "Beanspruchung"
Psychische Belastung wird verstanden als die Gesamtheit der erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und auf ihn psychisch einwirken (DIN EN ISO 10075, Richter 2000, S. 9). Die auf das menschliche Erleben und Verhalten einwirkenden Einflüsse werden zuerst einmal entgegen dem alltagssprachlichen Gebrauch als neutral angesehen.
Psychische Beanspruchung wird verstanden als die individuelle, zeitlich unmittelbare und nicht langfristige Auswirkung der psychischen Belastung im Menschen in Abhängigkeit von seinen individuellen Voraussetzungen und seinem Zustand (Ressourcen) (DIN EN ISO 10075, Richter 2000, S. 9).

In der Literatur werden die Begriffe psychische Belastung und Anforderung selten sauber getrennt. Der Begriff Anforderungen, so wie er im SAR-Modell verwendet wird (vgl. Kap. 2.1.1) ist dem Begriff der Belastung übergeordnet. Eine Anforderung kann also eine Belastung darstellen oder eine berufliche Herausforderung, die nicht als Belastung empfunden wird.

Die Beanspruchung ist der zentrale Begriff, der in diesem Kapitel behandelt werden soll, denn hier gehen neben der objektiven Belastung (Anforderung) immer auch die subjektiven Einschätzungen der Betroffenen ein.

Die Stressforschung hat zwei Wurzeln: die biologische Stressforschung des Mediziners Hans Selye und das transaktionale Stressbewältigungsmodell des Psychologen Richard Lazarus. Das biologische Stresskonzept (Stress als Reaktion) verknüpft Belastungsfaktoren außerhalb des Körpers auf messbare Weise mit inneren Reaktionsabläufen. Das transaktionale Modell (Stress als Interaktion) untersucht und beschreibt die Bedeutung und Wirkung psychosozialer Stressoren in Abhängigkeit von den jeweiligen persönlichen und kollektiven Bewältigungsmöglichkeiten. Daraus können vielfältige praktische Empfehlungen für die Prävention (Vermeidung von Krankheiten) und Gesundheitsförderung abgeleitet werden (Franke & Franzkowiak, 2011).

Stress ist ein Zustand außergewöhnlich starker körperlicher, seelischer oder geistiger Anforderung als Reaktion auf etwas Bedrohliches oder Unerwartetes, eine aktuelle Situation, einen Konflikt oder eine andere zwischenmenschliche Problematik.

Physiologisch definiert ist die Stressreaktion eine unspezifische Aktivierung des Körpers, die mit bestimmten körperlichen Reaktionen einhergeht (Ausschüttung von Hormonen, Anspannung des Körpers, Verflachung der Atmung etc.).

Stress gehört zu unserem Leben dazu; Stress befähigt Menschen zu Anstrengungen und Höchstleistungen und fördert somit die Weiterentwicklung: In sozialen Konflikten liegen auch Leistungsanreize, hohe Anforderungen bedeuten Nervenkitzel und spornen zu Höchstleistungen an, aus Chaos und Druck können kreative Lösungen entstehen. Die Grenzen zwischen Entwicklungspotenzialen durch Herausforderungen und Gesundheitsgefährdungen durch Stress sind fließend (Bamberg, Busch & Ducki, 2003).

Wie kommt es zu den negativen Folgen von Stress?

Unser Körper funktioniert nach einem im Erbgut festgelegten Programm, das die Menschen dazu befähigt, bei Gefahr, Erschrecken, Unerwartetem sofort körperliche Kräfte zu mobilisieren und damit schnell und wirksam zu reagieren. Hierbei handelt es sich um eine Reaktion, die ursprünglich hilfreich war, um Energie für Muskelarbeit bereitzustellen. Der Körper versetzt sich in die Lage, mit einer spezifischen Reaktion den Stressor (z.B. ein wildes Tier) anzugreifen, zu bewältigen oder vor ihm zu fliehen.

Der Körper gerät dabei (unter normalen Umständen zeitlich begrenzt) in einen Zustand des Ungleichgewichts, der ihn befähigt, schnell und passend zur Situation zu handeln. Eine Konstellation, eine Situation, Belastung oder Anforderung wird dann zum Stressor, wenn das Individuum die Situation als (1) ausreichend wichtig, (2) bedrohlich und (3) sich in seiner Kompetenz, damit umzugehen, als überfordert erlebt.

Der Mediziner Bauer (2002) hat das sehr anschaulich dargestellt, wie Abbildung 2.3 zeigt.

Abbildung 2.3: Medizinisch relevante Aspekte von Stress, Quelle: Bauer, 2002

Stressoren

Spielten bei unseren Vorfahren noch Gefahrenlagen wie Feinde oder gefährliche Tiere eine große Rolle, sind heutige Stressoren eher "Gefahren" aus dem zwischenmenschlichen Bereich wie Konflikte, Gefühle, Kränkungen, Verlustgefühle etc. (Bauer, 2002). Unser Körper verfügt dabei über eine einzigartige Leistung, er kann zwischenmenschliche Erfahrungen, also zum Beispiel erinnerte oder erwartete Beziehungserfahrungen, in biochemische oder bioelektrische Signale umwandeln, die dazu führen, dass Alarmbotenstoffe ausgeschüttet werden und Kräfte im Körper mobilisiert werden. Auf Stressoren aus dem zwischenmenschlichen Bereich, zum Beispiel Konflikte, Einsamkeit, schwerwiegende Kränkungen, reagiert der Körper also genau so wie etwa auf körperliche Angriffe. Anders als bei der Gefahrenabwehr im Tierreich, wo der Stressor physikalisch anwesend sein musste und es nach seinem Verschwinden zur Entspannung kam, verschwinden Konflikte oder Kränkungen nicht so einfach. Die Folge: Die Entspannung bleibt aus, der Körper kann die Hormone nicht abbauen und zum "Normalzustand" zurückkehren. Erschwerend hinzu kommt, dass wir unsere Stressoren imaginieren (vorstellen) können. Das macht das Abschalten so schwer und begünstigt Dauerstress.

Ein Beispiel: Wenn eine Lehrerin mit ihr wichtigen Motiven zur Unterrichtsgestaltung auf Unverständnis im Kollegium stößt und keine kollegiale Unterstützung erfährt, kann das bei ihr Stress erzeugen, wenn ihre Motive zu wichtigen Handlungszielen (internen Anforderungen) geworden sind, die dauerhaft nur gegen Widerstände im Kollegium realisiert werden können. Bezogen auf dieses Beispiel: Die betroffene Lehrerin erfährt den Widerstand nicht nur in Worten und Taten im täglichen Schulalltag, sie denkt auch zu Hause darüber nach, stellt sich mögliche Situationen und Konflikte vor, imaginiert, was bestimmte Kolleginnen und Kollegen antworten könnten, was sie darauf erwidert, was wieder als Antwort zurückkommt - und schon ist ein imaginärer Konflikt da, der Stressreaktionen auslöst. Wenn die Lehrerin dann in das Lehrerzimmer kommt, trägt sie den imaginären Konflikt mit allen körperlichen Reaktionen mit sich und ist aufgrund der körperlichen Veränderungen kaum in der Lage, sachlich zu bleiben und konstruktiv zu argumentieren.

Tipp: Setzen Sie die Übung "Stressoren erkennen" fort.
  • Welche der Stressoren, die Sie eingangs aufgeschrieben haben, beziehen sich auf zwischenmenschliche Konflikte (mit Schülerinnen und Schülern, Kolleginnen und Kollegen)?

  • Ertappen Sie sich auch beim "Imaginieren"?

Unabhängig von der jeweiligen subjektiven Bewertung gibt es einige Reize, die von vielen Menschen als stresshaft erlebt werden, wie Tabelle 2.1 zeigt.

Tabelle 2.1: Gruppen von Stressoren, Quelle: Franke & Franzkowiak, 2011

Alltagsbelastungen und physikalisch-sensorische Stressoren
  • Hetze

  • Zeitlicher Druck, Arbeitsverdichtung

  • Lärm

  • Reiz- oder Schlafentzug

Leistungs- und soziale Stressoren
  • Über- und Unterforderung

  • Konkurrenz

  • Isolation

  • Zwischenmenschliche Konflikte

Körperliche Stressoren
  • Verletzung

  • Schmerz

  • Hunger

  • Starke Funktionseinschränkungen

Lebensverändernde kritische Ereignisse
  • Verlust von Bezugspersonen, von wichtigen Rollen und dem Arbeitsplatz

  • Plötzliche Einschränkungen von Gesundheit und Leistungsfähigkeit

Chronische Spannungen und Belastungen
  • Rollenkonflikte in Beruf und Familie

  • Dauerhafte Arbeitsüberlastungen

  • Lang andauernde Krankheiten

Kritische Übergänge im Lebenslauf
  • Adoleszenz und junges Erwachsenenalter

  • Pubertät, Wechseljahre

  • Berufseinstiege oder -ausstiege

  • Übergang ins Rentnerdasein

  • "Empty nest"-Syndrom

Einstellungen und Antreiber

Die Abbildung 2.3 hat es deutlich gemacht: Nach einem blitzschnellen Abgleich mit gespeicherten früheren Erfahrungen, wird aus der unspezifischen Reaktion ein Gefühl wie Ärger, Wut, Angst, Trauer. Hauptzweck dieser ständigen Evaluation ist die Erkennung und Einordnung einer potenziellen äußeren Gefahrenlage und die Beurteilung der eigenen Ressourcen: Habe ich so etwas schon einmal erlebt und ist es gut oder schlecht ausgegangen? Habe ich Unterstützung in meinem Umfeld zu erwarten? Negative Gedanken und andere Stressverstärker können das Stresspotenzial einer Situation erhöhen.

Beispiele für negative innere Antreiber bzw. Stressverstärker sind folgende Aussagen:

  • Das schaffe ich nie.

  • Ich muss beliebt sein.

  • Ich muss es perfekt machen.

  • Ich muss auf der Hut sein, die Kontrolle behalten.

  • Ich muss stark sein.

  • Ich muss es allein schaffen.

Die Aussagen lassen sich als Glaubenssätze, Einstellungen oder Grundüberzeugungen verstehen, die kaum hinterfragt werden.

Fortsetzung der Übung "Stressoren erkennen":
Welche der Stressverstärker könnten Ihre Stressoren noch zusätzlich anfeuern?
Welche Sätze kommen Ihnen bekannt vor? Welche empfinden Sie für sich als weniger passend?

Ob es zu einer Stressreaktion kommt, hängt also wesentlich von der Bewertung der äußeren Situation ab. Stehen nach subjektivem Urteil genügend Ressourcen zur Verfügung, entsteht nur solange Stress, bis die Situation entsprechend bewältigt ist. Man spricht dann von positivem Stress oder "Eu-Stress". Er wird als Herausforderung empfunden und motiviert zum aktiven, gestaltenden Handeln. Das Gegenteil bzw. gesundheitsbelastender negativer Stress wird "Dis-Stress" genannt und führt zu negativen Gefühlen wie Angst und Hilflosigkeit und zu Handlungsverhinderung oder zu ausweichendem Verhalten (Franke & Franzkowiak, 2011).

Tipp
Unter www.handbuch-lehrergesundheit.de erhalten Sie einen selbstauswertbaren Fragebogen zur Analyse des Stress-Pegels.

Kurz- und langfristige Stressreaktionen

Die Phasen der körperlichen Stressreaktion laufen immer ähnlich ab: Nach der Vorphase zur Sammlung der Energien folgt die Alarmphase mit der Aktivierung von Hormonen, Anstieg des Blutdrucks und anderen körperlichen Reaktionen. Kurzfristige Stressreaktionen und Gefühle sind wichtige Signale, die uns dabei helfen können, unseren Alltag zu bewältigen. Halten schwierige Gefühle aber länger an, schaltet der Körper auf Daueralarm. Wichtige Körperfunktionen stehen nur noch beeinträchtigt zur Verfügung, beispielsweise sinkt die Fähigkeit zur Konzentration, da nun mehr Zeit benötigt wird, um Aufgaben zu erledigen (was dann wiederum zu noch mehr Stress führt, wenn die Aufgaben gar nicht oder nicht fristgerecht erledigt werden). Werden die vom Körper ausgeschütteten "Stress-Hormone" über einen längeren Zeitraum nicht abgebaut, halten negative Gefühle weiter an. So kann ein "Teufelskreis" entstehen, bei dem es zu weiteren sekundären negativen Gefühlen (Nervosität, Gereiztheit) bis hin zu Depressionen und Aggressionen kommen kann.

Tipp: Gezielte Entspannung im Schulalltag (Achtsamkeitsübung)
Versuchen Sie, auch in der Schule immer mal wieder eine kurze Entspannungspause einzulegen. Zum Beispiel einen "Drei-Minuten-Atemraum":
1. Nehmen Sie eine aufrechte Position ein (Egal wo Sie gerade sind: Im Klassenzimmer, am Kopierer). Falls möglich, können Sie die Augen schließen, Sie können die Augen aber auch auf einen festen Punkt richten.)
2. Fragen Sie sich freundlich: Wie geht es mir im Moment? Registrieren Sie einfach, welche Antworten kommen, welche Gefühle Sie bei sich spüren (Dauer: 1 Minute).
3. Richten Sie dann ihre Aufmerksamkeit auf den Atemfluss, entweder an den Naseneingängen oder am Bauch. Verweilen Sie dort so aufmerksam wie möglich (Dauer: 1 Minute).
4. Weiten Sie die Aufmerksamkeit auf den Körper als Ganzes aus. Nehmen Sie die Atmung im ganzen Körper wahr (Dauer: 1 Minute).

Auf der physiologisch-somatischen Ebene können neben Herz-Kreislaufbeschwerden übermäßige Müdigkeit, Magen-Darm-Probleme, Atembeschwerden, Schwitzen oder Frieren, Schlafstörungen oder hormonelle Veränderungen auftreten. Auch allgemeine Verspannungen, Spannungskopfschmerzen, leichte Ermüdbarkeit und Entspannungsunfähigkeit können Folgen übermäßiger Anspannung sein.

Abbildung 2.4 zeigt die möglichen Auswirkungen kurz- und langfristiger Stressfolgen auf den drei Ebenen Individuum, Gruppe und Organisation.

Abbildung 2.4: Kurz- und langfristige Stressfolgen auf drei Ebenen, Quelle: Bamberg, Busch & Ducki (2003)

Die Abbildung 2.4 macht auch deutlich, dass Stress einzelner oder mehrerer Mitglieder der Gruppe oder Organisation gravierende Auswirkungen auf die Situation der Gruppe oder Organisation als Ganzes haben kann. Eine Organisation wie die Schule ist also gut beraten, alles Mögliche zu tun, um Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass es nicht zu langfristigen Stressfolgen kommt.

Fortsetzung der Übung "Stressoren erkennen"
Wir möchten Ihnen ein kleines Experiment vorschlagen. Nehmen Sie sich einen der Stressoren auf Ihrer Liste vor. Erinnern Sie sich an eine konkrete Situation in der letzten Zeit, in der Sie den Stressor erlebt haben. Nehmen Sie sich ruhig einen Moment Zeit dafür:
Was ist genau passiert? Beschreiben Sie die Situation so wie eine Filmkamera sie aufnehmen würde. Welche körperlichen Reaktionen konnten Sie bei sich wahrnehmen? Wie fühlten Sie sich in dem Moment? Welche Gedanken gingen Ihnen durch den Kopf? Wie haben Sie sich verhalten? Notieren Sie sich Ihre Erfahrungen in der Tabelle :
 Stressor/ Situation: ________________________
meine körperlichen Reaktionen 
meine Gefühle 
meine Gedanken 
mein Verhalten 
Die Beschäftigung mit der konkreten Situation kann Ihnen helfen, automatisch ablaufende Verhaltensweisen besser kennen zu lernen und sanft steuernd auf sie Einfluss zu nehmen. So können Sie in Stresssituationen vielleicht wieder die Entscheidungsfreiheit erlangen, sich so wie bisher zu verhalten oder andere, förderliche Verhaltensweisen auszuprobieren. Die Erfahrung, eine Entscheidung treffen zu können, nimmt der Situation die Bedrohlichkeit.